Morddrohung gegen SPD-Politiker Uli Grötsch

Der Weidener Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch hat am Montag eine konkrete Morddrohung erhalten. Der SPD-Politiker steht nicht zum ersten Mal im Visier von Rechtsextremisten.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Generalsekretär des Landesverbands, Uli Grötsch.
von Frank Werner Kontakt Profil

"Tötet Uli Grötsch. Genickschuss. Wie Lübcke." Diesen Mordaufruf erhielt der SPD-Generalsekretär am Montag per anonymisiertem Mail. Nach Angaben des bayerischen SPD-Generalsekretärs war dies bereits die zweite konkrete Drohung innerhalb von acht Wochen. Damals hatte Grötsch per Post von einer "Nationalen Front Niederbayern" einen Todesaufruf erhalten. Der Weidener Bundestagsabgeordnete hat die Vorfälle bei der Polizei zur Anzeige gebracht.

Er machte gegenüber Oberpfalz-Medien deutlich: "Ich habe keine Angst. Der Kampf gegen Rechtsextremismus geht unbeirrt weiter." Laut Grötsch gehören Haß-E-Mails und Drohungen in den vergangenen zwei bis drei Jahren zum Alltag: "Einen konkreten Aufruf zur Tötung gab es aber nicht. Bisher."

In der Nacht zum 2. Juni wurde Kassels Regierungspräsident Walter Lübcke erschossen auf seinem Anwesen in Wolfhagen-Istha (knapp 800 Einwohner) gefunden. Er hatte eine Schusswunde im Kopf, starb in der Klinik. Drei Wochen später wurde Stephan E. festgenommen. Am 25. Juni legte der Neonazi im Polizeiverhör ein Geständnis ab. Er gab zu, Walter Lübcke auf der Terrasse von dessen Wohnhaus erschossen zu haben. Dieses Geständnis zog er jedoch wieder zurück.

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