Weiden in der Oberpfalz
19.09.2019 - 14:33 Uhr

"Quadro Nuevo" widmen sich dem Volkslied

Weltmusiker und Ton-Poeten sind nur einige Bezeichnungen für die Mitglieder von „Quadro Nuevo“. Jetzt hat das renommierte Ensemble das Volkslied entdeckt – und wird die neuen Stücke in Weiden präsentieren.

Das Ensemble "Quadro Nuevo" kommt am 27. September ins Evangelische Vereinshaus Weiden. Im Vorfeld hat sich die Kulturredaktion mit Mulo Francel (links) unterhalten Bild: Quadro Nuevo
Das Ensemble "Quadro Nuevo" kommt am 27. September ins Evangelische Vereinshaus Weiden. Im Vorfeld hat sich die Kulturredaktion mit Mulo Francel (links) unterhalten

Am Freitag, 27. September (20 Uhr), kommt die Formation in das Evangelische Vereinshaus nach Weiden und präsentiert bei einem Benefiz-Konzert für das Lions-Projekt „Not und Leid in Weiden“ einen Querschnitt seines Schaffens. Im Gepäck haben die Musiker dabei auch ihr neues Album „Volkslied Reloaded“. Die Kulturredaktion hat sich mit Saxophonist Mulo Francel unterhalten.

ONETZ: Herr Francel, viel von dem, das Quadro Nuevo bisher musikalisch gemacht hat, hat die Quelle in der Kultur anderer Länder. Auf dem neuen Album „Volkslied Reloaded“ begegnet der Zuhörer nun „Kein schöner Land“, „Hoch auf dem gelben Wagen“ oder „Im Frühtau zu Berge“. Kontinuität oder Wandel?

Mulo Francel: Unsere Musik hat sich immer von Reisen und der Begegnung mit anderen Kulturen gespeist. Die letzte Reise war die weiteste: die zu den eigenen Wurzeln. Wir begegnen der eigenen Kultur. Das war für uns ziemlich neu, aber es macht einen großen Spaß den Liedern frisches Blut in die alten Adern zu schießen.

ONETZ: Wie war das eigentlich in Ihrer Kindheit: Waren Sie in der Schule Volkslied-Fan?

Mulo Francel: Überhaupt gar nicht. Das war immer ein wenig peinlich. Russen, Italiener, Griechen, Afrikaner – sie sitzen generationenübergreifend beisammen und singen ihre Lieder. Das macht man bei uns nicht.

ONETZ: Warum haben Sie sich gerade für die Volkslieder entschieden, die nun auf dem Album zu finden sind? Und wie tief sind Sie bei der musikalischen Annäherung in die (Entstehungs-) Geschichte des jeweiligen Liedes eingetaucht?

Mulo Francel: Viele dieser Melodien haben etwas liebenswert Einfaches. Sie behandeln seit jeher die Themen des Lebens: Die Liebe, die Schönheit der Natur, das Wandern, den Rausch. Ja, wir haben uns vor allem musikalisch damit beschäftigt und viel rumprobiert. Der Mond ist aufgegangen wurde dann zum Beispiel zur mystischen Ballade, Die Gedanken sind frei spielen wir als jazzige Hymne mit viel Platz für Improvisation.

ONETZ: Sie gibt es seit 1996. Wie erklären Sie sich selbst den Erfolg Ihrer Musik, die in keine Schublade passt – und wahrscheinlich auch nicht passen soll?

Mulo Francel: Wenn sich Menschen für zwei Stunden von unserer Musik entführen lassen, wenn wir uns zusammen in eine märchenhafte Parallelwelt von schönen Klängen begeben, ist das etwas sehr Besonderes. Egal, an welchem Ort das stattfindet. Das spüren die Hörer, die sich darauf einlassen.

ONETZ: Zurück nochmal zur Kultur anderer Länder: Um ein Album wie „Flying Carpet“ zu produzieren, muss man wahrscheinlich auch erst einmal nach Ägypten reisen. Und für „Grand Voyage“ – der Titel sagt es bereits – waren sicherlich auch viele Reisen nötig. Wie sieht das mit dem Zeitmanagement aus? Wieviel Zeit nehmt Ihr Euch, um in die Kulturen einzutauchen?

Mulo Francel: Flying Carpet spielten wir mit ägyptischen und irakischen Musikern ein. Ich persönlich war nach meinem Abitur zum ersten Mal in Ägypten, später aufgrund der faszinierenden Kultur noch mehrmals. Wir spielten in Jordanien, in Israel; im alten Antiochia machten wir Filmmusik. Dann reisten wir mit den Kollegen durch ihr Land und durch Deutschland. Wir probten, kochten zusammen, aßen, tranken, feierten und tanzten. So nähert man sich der arabisch geprägten Kultur an. Das braucht Zeit. Und den Willen zum Austausch auf gleicher Augenhöhe.

ONETZ: Sie haben 2010 und 2011 den „Echo Jazz“ verliehen bekommen. Wie stehen Sie dazu, dass der Musikpreis 2018 abgeschafft worden ist?

Mulo Francel: Das ist nicht so schlimm. Es geht ja um die Musik an sich und nicht um Preise.

ONETZ: Sie kommen am 27. September nach Weiden: Auf was dürfen sich die Besucher freuen?

Mulo Francel: Man kann mit jeder guten Melodie spannende Sachen machen. Viele deutsche Musikhörer kennen zum Beispiel „Hoch auf dem gelben Wagen“ nur von Heino oder dem ehemaligen Bundespräsidenten Walter Scheel, der 1973 drei Millionen Platten mit seiner Version verkauft hat. Wir werden es in Weiden ganz anders spielen und dem Lied seine Würde zurückgeben. Passt auf!

Tickets:

Karten für das Konzert von "Quadro Nuevo" am 27. September (20 Uhr) im Evangelischen Vereinshaus in Weiden gibt es unter Telefon 0961/481010 und an der Abendkasse.

Weiden in der Oberpfalz19.09.2019
 
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