Studie: Schlusslichter Weiden und Tirschenreuth

Eine Studie zur Zukunftsfähigkeit sieht Risse in der Oberpfalz. Am besten schneidet wieder einmal in Regensburg ab.

Der Obere Markt in Weiden.
von Frank Werner Kontakt Profil

Der Freistaat auf Wachstumskurs: Die Einwohnerzahl in Bayern wird nach einer Prognose des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung bis 2035 um knapp vier Prozent zulegen. In einem Ranking zur Zukunftsfähigkeit der deutschen Bundesländer belegt der Freistaat zudem Platz drei - nach Hamburg und Baden-Württemberg an der Spitze.

Für die Studie wurden nach Angaben der Autoren 21 Indikatoren aus den Bereichen Demografie, Wirtschaft, Bildung und Familienfreundlichkeit ausgewählt und bewertet. Daraus ergibt sich eine Gesamtnote für die einzelnen Bundesländer - Bayern bekam eine 2,85.

Auf dieselbe Weise haben die Autoren die 401 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland eingestuft: Von den Top 20 befinden sich zwölf in Bayern: Platz eins belegt die Stadt München mit der Gesamtnote 2,32, gefolgt vom gleichnamigen Landkreis (2,35). Platz drei belegt der Landkreis Ebersberg (2,38). So gut sieht es allerdings nicht überall in Bayern aus. Im Landkreis Wunsiedel etwa sind der Untersuchung zufolge knapp 15 Prozent der Menschen älter als 74 Jahre. Die Bevölkerung dort dürfte bis 2035 um weitere 12,5 Prozent schrumpfen, wie es in der Studie heißt.

Auch in der Oberpfalz gibt es ein deutliches Gefälle. Die besten Noten erhalten in der Studie die Stadt Regensburg (2,70) sowie die Landkreise Neumarkt (2,82) und Regensburg (2,87). Es folgen die Landkreise Schwandorf (3,33), Cham (3,47), Amberg-Sulzbach (3,68), Neustadt/WN (3,80) und die Stadt Amberg (3,87). Schlusslichter im Ranking des Bezirks sind die Stadt Weiden und der Landkreis Tirschenreuth (jeweils 3,89).

In einigen Feldern bekommt die Oberpfalz in der Studie die Note 6: Amberg bei der Lebenserwartung, Amberg-Sulzbach und Neustadt/WN sowie die Stadt Regensburg bei der Kinderzahl. Duster sieht es aus bei den Zensuren für die Kinderbetreuung: Hier erhalten alle Landkreise eine 6.

Die Gruppe der 20 bundesweiten Schlusslichter wird vom niedersächsischen Holzminden angeführt. Auf dem letzten Platz steht Gelsenkirchen. Allein sechs der am schlechtesten bewerteten Landkreise und kreisfreien Städte liegen in Nordrhein-Westfalen, vier in Niedersachsen, drei im Saarland. Aus Ostdeutschland sind es nur noch fünf, davon drei in Sachsen-Anhalt.

2006 lagen von den Schlusslichtern 19 von 20 zwischen Rügen und dem Erzgebirge, 2011 waren es noch 14. Da habe sich einiges verschoben, sagte der Direktor des Berlin-Instituts, Reiner Klingholz. Dem Aufbau Ost folge ein Abstieg West: "Deutschlands Armenhaus ist jetzt das Ruhrgebiet."

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