In der Oberpfalz hat sich der Tourismus im Jahr 2019 regional unterschiedlich entwickelt - insgesamt aber weniger dynamisch als in Bayern und deutschlandweit. Bei den Gästeankünften verzeichnete die Oberpfalz mit knapp 2,16 Millionen einen Zuwachs von 1,3 Prozent, bei den Übernachtungen mit gut 5,4 Millionen ein Plus von 0,2 Prozent. Getragen wurde der Anstieg dank der ungebrochenen Attraktivität Regensburgs mit dem neu eröffneten Museum der Bayerischen Geschichte. Hier legten die Gästeankünfte um 5,5 und die Zahl der Übernachtungen um 4 Prozent zu.
Amberg im Minus
Mit einem leichten Plus bei den Gästeankünften schloss auch die Tourismusregion Oberpfälzer Wald ab, die die Landkreise Tirschenreuth, Neustadt/WN und Schwandorf sowie die Stadt Weiden umfasst. In den dortigen Hotels und Gasthöfen checkten 432.564 Urlauber ein (+0,6 Prozent). Weil sie im Durchschnitt mit 2,6 Tagen etwas kürzer blieben als zuletzt, sank die Zahl der Übernachtungen um 0,5 Prozent auf 1.124.784. Die Bettenauslastung betrug 30,7 Prozent. Spürbar ins Minus rutschte die Tourismusregion Bayerischer Jura, zu der die Stadt Amberg und der Landkreis Amberg-Sulzbach gehören. Dorthin kamen 562.415 Gäste (-3,2 Prozent), sie sorgten für 1.191.658 Übernachtungen (-1,8 Prozent). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 2,1 Tagen, die Bettenauslastung bei 32,1 Prozent.
Dagegen legt Deutschland insgesamt weiter zu. Im vergangenen Jahr wurden mit 495,6 Millionen Übernachtungen so viele gezählt wie nie zuvor - der zehnte Übernachtungsrekord in Folge, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden berichtete.
Die Steigerung zu 2018 betrug 3,7 Prozent, wobei die Zahl der Übernachtungen aus dem Inland (+3,9 Prozent) etwas stärker zulegte als die der Ausländer (+2,5 Prozent). Seit 2009 ist die Zahl der Übernachtungen um über ein Drittel gestiegen. Mit Ausnahme des Krisenjahres 2009 steigen die Übernachtungszahlen seit 2003. Die Gewerkschaft NGG nahm dies zum Anlass, vor einer Ausweitung der Arbeitszeit zu warnen. "Die 1,7 Millionen Beschäftigten der Branche arbeiten längst an der Belastungsgrenze. Wer jetzt nach längeren Arbeitszeiten ruft, setzt die Gesundheit derer aufs Spiel, die den Zehn-Jahres-Boom erwirtschaftet haben", erklärte der Vorsitzende Guido Zeitler .
Erstmals über 40 Millionen
In Bayern überstieg die Zahl der Gäste erstmals die 40 Millionen-Marke Gäste nach Bayern, die Zahl der Übernachtungen überschritt zum ersten Mal die Marke von 100 Millionen. Das sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger am Montag in München. Drei Viertel der Gäste kamen aus Deutschland. Auf den ersten drei Plätzen liegen nahezu gleichauf Österreicher, US-Bürger und Niederländer, von denen jeweils eine knappe Million den Weg nach Bayern fand.
Alle wollen nach Oberbayern
Allerdings gibt es ein großes Ungleichgewicht: Fast die Hälfte der Gäste - knapp 19 Millionen - besuchten München und Oberbayern. Die übrigen sechs Regierungsbezirke teilten sich den Rest, an Nummer zwei Schwaben mit sechs Millionen Gästen. Das liegt daran, dass Schloss Neuschwanstein als eines der international bekanntesten deutschen Reiseziele in Schwaben liegt. Städtetourismus ist nach wie vor im Trend: Nicht nur in München, auch in Bamberg, Regensburg und Passau wurden deutlich mehr Touristen gezählt.
In vielen ländlichen Regionen dagegen waren die Gästezahlen sogar rückläufig, so in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, im niederbayerischen Bad Griesbach oder in Lindau am Bodensee. Dementsprechend profitieren viele Landgasthöfe auch nicht von der Entwicklung: "Die Verlierer sind die Wirtshäuser", stellte Angela Inselkammer fest, die Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga in Bayern. Das Bruttoeinkommen vieler traditioneller Wirte "sinkt permanent", wie die Dehoga-Chefin klagte.
Wirtschaftsminister Aiwanger will dem nicht tatenlos zusehen. Der Freie Wähler-Chef forderte eine Steuersenkung für Hotels und Gaststätten: Schnellimbisse müssten nur sieben Prozent Umsatzsteuer zahlen, Wirtshäuser dagegen 19 Prozent, kritisierte Aiwanger. Er forderte den Bund auf, die Steuersätze anzugleichen: "Sieben Prozent für alle."













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