Wegen wochenlanger Corona-Beschränkungen sind auf Bayerns Straßen von Januar bis Juni weniger Menschen zu schaden gekommen als im ersten Halbjahr 2019. Der Zahl der Verkehrsunfälle ging um 21,3 Prozent oder mehr als 40 000 auf 161 235 zurück, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Donnerstag. In der Oberpfalz zeigt sich das gleiche Bild: Hier betrug das Minus sogar 21,6 Prozent. Nach 18 351 Unfällen im ersten Halbjahr 2019 waren es im selben Zeitraum 2020 nur 14 383 Unfälle auf Oberpfälzer Straßen.
Verletzt wurden bayernweit von Januar bis Juni 24 781 Menschen, das entspricht einem Rückgang von 21,1 Prozent. Die Zahl der Getöteten ging von 241 auf jetzt 216 zurück. Auch hier ist das Minus in der Oberpfalz nochmals größer: 1948 Verletzte bedeuten für den Bezirk einen Rückgang um beinahe 30 Prozent. Unfalltote hat es zwischen 1. Januar und 30. Juni 2020 18 gegeben, nach 27 im Vorjahr - ein minus von 33,33 Prozent.
"Das liegt natürlich vor allem an den Beschränkungen rund um die Corona-Krise, wodurch deutlich weniger Verkehrsteilnehmer auf den Straßen unterwegs waren", erklärte Herrmann bei der Präsentation. Er betonte aber auch: "Jeder Unfall und Getötete ist einer zu viel." Gestiegen ist die Zahl der bei einem Verkehrsunfall getöteten Kinder: In der ersten Hälfte 2019 waren es vier, dieses Jahr schon sechs.
Auffällig ist auch: Im ersten Halbjahr starben 26 Menschen auf Bayerns Straßen, weil sie nicht angegurtet waren - 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Ins Auge fällt auch die Zunahme tödlicher Verkehrsunfälle bei überhöhter Geschwindigkeit: Dabei kamen bayernweit 76 Menschen ums Leben - 27 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
In den meisten Bereichen zeigen sich aber Rückgänge: Die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss ging um gut 12 Prozent auf 1977 zurück, 19 Personen wurden dabei getötet. Die Zahl der Unfälle unter Drogeneinfluss sank um gut 13 Prozent auf 231. Die Entwicklung in der Oberpfalz passt auch in diesem Punkten gut zum gesamten Freistaat: Auch hier sinken die Werte bei Drogen- und Trunkenheitsfahrten. Eine Besonderheit gibt es aber: Entgegen dem Trend ist die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer im Bezirk deutlich gestiegen: Im ersten Halbjahr 2019 kamen drei Motorradfahrer bei Unfällen ums leben. 2020 waren es im selben Zeitraum bereits 8.















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