25.03.2019 - 19:13 Uhr
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Paar schwer enttäuscht von Burg Wernberg

Im Oktober unterschreibt ein Paar den Vertrag für die Hochzeitsfeier im Sommer auf Burg Wernberg. Dann wird publik: Das Hotel schließt. Das Paar ist wütend. Es kritisiert die Informationspolitik von Burg Wernberg und ihrem Geschäftsführer.

Burg Wernberg.
von Eva-Maria Hinterberger Kontakt Profil

Die Nachricht verbreitete sich am Sonntag wie ein Lauffeuer: Der Hotel- und Restaurantbetrieb auf Burg Wernberg, die von Conrad Electronic auf 99 Jahre gepachtet wurde, wird eingestellt. Der neue Betreiber Pre.Di.Ma wird dort ab Juli eine Klinik zur Behandlung von Burnout- und Stress-Symptomen betreiben. Das bestätigte Burg Wernberg am späten Montagnachmittag in einer Pressemitteilung. Vor allem für Brautpaare, die nach dem 1. Juli auf der Burg heiraten wollten, ist das ein Schock: Sie brauchen eine neue Location.

Hotel Burg Wernberg soll Klinik werden

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"Wir sind ehrlich gesagt stinksauer auf die Familie Conrad, denn diese hält sich fein zurück, während Herr Lehberger, der Gastgeber, den Ärger und die Sorgen der Brautpaare abbekommt", schreibt eines der betroffenen Paare per E-Mail an die Redaktion. Die beiden kommen aus der Nähe von Nürnberg und wurden am Freitag von Johannes Lehberger, General Manager auf Burg Wernberg, per Telefon darüber informiert, dass die im Sommer geplante Hochzeitsfeier nicht stattfinden kann. Gebucht gewesen sei das "komplette Paket": Standesamtliche Hochzeit am Freitag mit Feier im kleinen Kreis, am Samstag die Trauung unter freiem Himmel und anschließend eine Party.

Flüge gebucht, Ringe graviert

"Es ist bereits alles bestellt (vieles natürlich mit Datum), die Flüge und Hotels für die Gäste gebucht, Flitterwochen sind gebucht, die Ringe sind graviert und wir dachten unser größtes Problem wäre der Hochzeitstanz ... weit gefehlt", schreibt das enttäuschte Paar. Nun steht es wenige Monate vor der Hochzeit ohne Location da: "Natürlich, irgendein Gasthof hätte mit Sicherheit noch Zeit, aber wenn man seine Hochzeit auf Burg Wernberg plant, möchte man nicht mit irgendeinem Wirtshaus vorlieb nehmen, sonst hätte man das von Anfang an so geplant."

Kommentar: Aus für Leuchtturm in der Region

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Zwar habe Lehberger eine andere Location oder aber ein Alternativtermin auf Burg Wernberg angeboten, aber der Gasthof kommt aus oben genannten Gründen für das Paar nicht infrage. Der neue Termin ist kaum realisierbar: Fotografin, Band und Sängerin sind seit über einem Jahr gebucht und haben keine freien Termine mehr. Zudem müsste das Paar neue Einladungskarten drucken, eine neue Hochzeitskerze anfertigen lassen. Die Ringe sind graviert - mit dem ursprünglichen Datum. "Ob wir den alternativen Termin der Burg Wernberg in Anspruch nehmen, ist fraglich, da das Vertrauen komplett verloren gegangen ist und wir Angst haben, am Hochzeitstag alleine da zu stehen, weil eventuell das komplette Personal die Burg bereits verlassen hat."

Keine Vorwürfe gegen Lehberger

Das Paar betont auch, dass es Lehberger keine Vorwürfe macht. "Er tut, was in seiner Macht steht, um die Situation zu retten." Auch würde Burg Wernberg dem Paar finanziell entgegen kommen, wenn es sich für den Alternativtermin entscheidet. Aber: Der Betrag, der dem Paar als entgegenkommen signalisiert wurde, würde nicht einmal reichen, um der Fotografin den Ausfall zu zahlen.

Enttäuscht sind die beiden auch von der Informationspolitik auf Burg Wernberg: "Wir haben im Oktober letzten Jahres unseren Vertrag unterzeichnet, wir halten es für nahezu ausgeschlossen, dass Herr Conrad zu dem Zeitpunkt noch nichts von dem Verkauf wusste", heißt es in der Mail. Zudem habe es am Telefon geheißen, die Hochzeit könne wegen dringender Baumaßnahmen nicht stattfinden. Über das Internet habe das Paar erfahren, dass das Hotel geschlossen wird. "Wir stehen vier Monate vor der Hochzeit vor dem Nichts - vielen Dank Herr Conrad!"

2011 stand die Hochzeitsfeier von Tanja und Harald Ederer auf dem Büchlhof auf der Kippe

Presseinfo der Burg Wernberg im Originalwortlaut:

In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Burg Wernberg einen exzellenten Ruf weit über die Grenzen der Oberpfalz hinaus erarbeitet und ist zu einem Leuchtturm für Hotellerie und Spitzengastronomie in Ostbayern geworden. Im Mittelpunkt stand dabei stets die Gastronomie mit ihrer mehrfach ausgezeichneten Sterneküche. Mit den Küchenchefs Jürgen Benker, Christian Jürgens und Thomas Kellermann an der Spitze wurden insgesamt fünf Guide Michelin-Sterne nach Wernberg geholt.

Basierend auf diesem exzellenten Ruf soll sich mit der Pre.Di.Ma.-Group ab 01.07.2019 das Leistungsangebot auf Burnout- und Stressbewältigung richten. Diese Themen betreffen mit Unternehmern, Politikern und Menschen aus der Mitte unserer Gesellschaft nicht selten Leistungsträger. Gerade dieser Zielgruppe wird auf Burg Wernberg neben einer hochwertigen Küche und exklusivem Ambiente künftig auch die Möglichkeit zur aktiven Auseinandersetzung mit und der Bewältigung von Burnout-Symptomen ermöglicht. Mit Pre.Di.Ma. konnte ein kompetenter neuer Träger gewonnen werden, der mit seinem Leistungsportfolio und einem erfahrenen Trainer-Team überzeugt. Der Hotel- und Gastronomiebetrieb geht bis 30.06.2019 in gewohnter Form weiter.

Prevention. Diagnostics. Management. – Diese drei Schwerpunkte zeichnen die Arbeit der Pre.Di.Ma.-Group aus, die in ihrem Leistungsportfolio jahrzehntelange Managementerfahrung in der Gesundheitswirtschaft mit klinischem Know-How verknüpft. Neben Maßnahmen für das Betriebliche Gesundheitsmanagemt unterstützt Pre.Di.Ma Unternehmen mit Consulting und Management im Bereich Gesundheitswirtschaft. Darüber hinaus betreibt die Gesellschaft eine Privatklinik in Baden-Württemberg und entwickelt derzeit neben Wernberg an drei weiteren Standorten Kliniken zur Behandlung von Patienten mit Stress- und deren Folgeerkrankungen. Wernberg soll in diesem Konzept eine herausragende Stellung einnehmen.

Damit soll dem bisherigen Angebot in vollem Umfang weiter Rechnung getragen werden.

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