2021 haben in Bayern 443 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben verloren, 41 weniger als im Jahr davor - und das trotz eines im zweiten Corona-Jahr wieder erhöhten Verkehrsaufkommens und einer um zwei Prozent auf 10,5 Millionen gestiegenen Zahl an zugelassenen Fahrzeugen. "Der positive Trend setzt sich fort, wir sind beim Thema Verkehrssicherheit auf dem richtigen Weg", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Vorstellung der Daten in München. Wie nachhaltig die Entwicklung sei, werde man aber erst nach dem Ende der Corona-Schutzmaßnahmen erkennen können, schränkte er ein.
Leicht angestiegen ist im vergangenen Jahr die Zahl der registrierten Verkehrsunfälle. Sie erhöhte sich um 3,9 Prozent auf 359 002. Dabei ging die Zahl der Unfälle mit Personenschäden leicht zurück. Es gab nicht nur weniger Todesopfer, sondern mit 56 683 auch 0,9 Prozent weniger Verletzte. Dabei verursachten Senioren über 65 Jahre etwas weniger Unfälle, junge Erwachsene dagegen etwas mehr.
Viele Geschwindigkeitskontrollen
Ein Viertel aller tödlichen Unfälle waren Folge überhöhter Geschwindigkeit. Gerade in verkehrsärmeren Zeiten werde häufig zu schnell gefahren, berichtete Herrmann. "Eine freie Straße darf keine Einladung zum Rasen sein", betonte er. Die Polizei werde deshalb ihre Geschwindigkeitskontrollen auf hohem Niveau fortsetzen. 2021 gab es wegen zu hohen Tempos 348 837 Anzeigen (+8,7 Prozent) und 785 605 Verwarnungen (+13 Prozent).
Auch Alkohol am Steuer blieb eine häufige Unfallursache. Laut Herrmann wurden vergangenes Jahr 4825 Unfälle unter Alkoholeinfluss verursacht, 29 Menschen starben dabei. In fünf Fällen sei Drogenkonsum Auslöser eines tödlichen Verkehrsunfalls gewesen. Auf 2017 gestiegen ist die Zahl der sogenannten Ablenkungsunfälle. Dahinter verbirgt sich im Regelfall die verbotene Handy-Nutzung am Steuer. Herrmann ging von einer hohen Dunkelziffer aus. Bei den nachgewiesenen Fällen starben 16 Menschen, 1024 wurden verletzt. Zudem wurden mehr Verstöße gegen die Gurtpflicht festgestellt, insgesamt 31 738. 59 Menschen starben, weil sie nicht angeschnallt waren.
Mit 289 (Vorjahr 317) gab es die meisten Verkehrstoten auf Landstraßen. Innerorts kamen 104 Menschen ums Leben (123), auf Autobahnen 50 (44).
Weniger Fahrradunfälle
Besondere Sorge bereite ihm die überproportional hohe Zahl getöteter Motorradfahrer, erklärte Herrmann. Zwar sei deren Zahl auf 108 gesunken (Vorjahr 127), doch sei dies immer noch fast ein Viertel aller Verkehrstoten.
Trotz des pandemiebedingten Fahrradbooms ging die Zahl der Fahrradunfälle leicht zurück. Diese hatten 63 Todesopfer (Vorjahr: 68) und 16 039 Verletzte (17 205) zur Folge. 37 Prozent der Fahrradunfälle geschahen ohne Beteiligung eines motorisierten Fahrzeugs, mehr als die Hälfte war von den Radlern selbst verursacht - zumeist durch nicht angepasste Geschwindigkeit. Kaum ins Gewicht fielen vergangenes Jahr dagegen Unfälle mit E-Scootern. Die Polizei registrierte 842 Unfälle mit 638 Verletzten, die meist alkoholisiert waren.















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