18.05.2018 - 17:02 Uhr
Oberpfalz

Mit 8000 Gläubigen quer durch Bayern [Aktualisierung] Angekommen bei sich und in Altötting

Sie sind angekommen, die Altötting-Pilger aus dem Bistum Regensburg. Zu den rund 8000 Fußwallfahrern, die am Samstagvormittag auf dem Kapellplatz der oberbayerischen Stadt eingezogen sind, gehörten auch viele Gläubige aus den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Neustadt, Tirschenreuth und Schwandorf.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Sie waren am Donnerstag in Regensburg gestartet und drei Tage lang - quer durch Niederbayern - rund 111 Kilometer betend und singend nach Altötting gezogen. Am ersten Tag wurden die Pilger von Regenschauern kräftig durchgewaschen. Die Nacht verbrachten sie bei hunderten Familien, die ihre Häuser öffneten. Am Freitag absolvierten die Wallfahrer die längste Etappe: 49 Kilometer von Mengkofen nach Massing, Abmarsch: 3 Uhr. Tagsüber schien meistens die Sonne vom weiß-blauen Hinmel. Am Samstagmorgen überquerten die Wallfahrer bei Altötting den Inn.

Mit einiger Verspätung begann dann gegen 10.45 Uhr die große Pilgermesse in der Basilika. Heuer gedachten die Wallfahrer besonders des Heiligen Bruders Konrad, des bescheidenen und gütigen Klosterbruders aus Altötting, der 1934 heiliggesprochen wurde. Die Kirche habe damals ganz bewusst einen Gegenentwurf zum Nationalsozialismus präsentiert, erklärte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. „Gegen die Braunhemden stellten sie den Kapuzinermönch mit seiner braunen Kutte.“

"Grantige Pilger gibt es nicht", sagte ein 80-Jähriger aus dem Landkreis Tirschenreuth, der heuer zum 25. Mal mit dabei war, mit einem Augenzwinkern. "Das fröhliche Miteinander ist eine der Besonderheiten der Wallfahrt." Pilgerpfarrer Hannes Lorenz aus Nabburg (Kreis Schwandorf) hatte mit einem Team von Seelsorgern und Ehrenamtlichen die Gebete, Gesänge und Meditationen ausgewählt. Dazu gehörte der Sonnengesang des Franz von Assisi genauso, wie ein Statement zur aktuellen Kreuz-Diskussion.

"Ohne Kreuz geht es nicht", lautete das Motto dieser 189. Fußwallfahrt. Es war bereits lange vor der von Ministerpräsident Markus Söder ausgelösten Kontroverse um das Aufhängen von Kreuzen in staatlichen Einrichtungen ausgewählt worden. Das Kreuz sei ein Zeichen der Liebe, betonte Lorenz. Es sei nur zu begrüßen, dass es auch in Behörden sichtbar sei. Allerdings dürfe das Kreuz nicht zu Wahlkampfzwecken missbraucht werden. Lorenz forderte die Gläubigen auf, darauf zu achten, dass in den Behörden nicht nur Kreuze Einzug halten, sondern auch Liebe und Barmherzigkeit.

Im vergangenen haben drei Redakteure der Amberger Zeitung die Fußwallfahrt drei Tage lang begleitet und in einem Live-Blog quasi rund um die Uhr von ihren Erlebnissen berichtet. Weitere aktuelle Bilder gibt es auf den Seiten der Pilgerbetreuung Altötting.

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