07.05.2020 - 18:41 Uhr
Oberpfalz

75 Jahre Kriegsende sind ein Grund zu erinnern und zu lernen

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Die Niederlage des NS-Regimes am 8. Mai 1945 war ein Segen für Deutschland - und für die Welt. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Franzosen schwenken die Nationalflaggen der Alliierten, während sie vor dem "Arc de Triomphe" auf der Straße gehen und die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 08. Mai 1945 feiern.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Auch 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gibt es allen Grund, sich an die Schrecken, an den Horror, an die Verbrechen im deutschen Namen zu erinnern - vor allem aber der Opfer dieser Verbrechen zu gedenken. Und: Es gilt daraus zu lernen, gerade heute, da im Bundestag Vertreter einer Partei sitzen, für die die NS-Herrschaft ein "Fliegenschiss" und der 8. Mai 1945 ein Tag der "absoluten Niederlage, ein Tag des Verlustes von großen Teilen Deutschlands und des Verlustes von Gestaltungsmöglichkeit" ist.

Es ist ein Segen, dass das NS-Regime seine Gestaltungsmöglichkeit verlor, auch wenn das Revisionisten wie Alexander Gauland nicht wahrhaben wollen. Der 8. Mai 1945 ist ein Tag der Befreiung, für die Opfer und für all jene, die dem NS-Regime nicht nachgelaufen sind und nicht nachtrauern. Das, was den 8. Mai 1945 groß macht, ist, dass mit dem Sieg über das NS-Regime auch die Kraft zur weltweiten Versöhnung verbunden war. Selbst mit den Deutschen - ganz im Geist der allgemeinen Menschenrechte.

Noch im Juni 1945 wurde die Idee der Vereinten Nationen erfolgreich wiedergeboren. Im Dezember 1948 wurden nacheinander die "Konvention zur Verhütung und Bestrafung des Völkermords" beschlossen und am Tag darauf, dem 10. Dezember, die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" verkündet. Und, fünf Jahre und einen Tag nach Kriegsende, am 9. Mai 1950, als weite Teile Europas noch in Trümmern lagen, verkündete der französische Außenminister Robert Schuman seine Vision zur Einigung Europas.

Heute ist diese Vision Realität. Diesen Geist des Miteinanders gilt es hochzuhalten und zu verteidigen, hier in Europa und in aller Welt. Das ist ein Gebot der Menschlichkeit. Diese ist gerade jetzt mehr denn je durch Populismus und Nationalismus bedroht. Dabei ist Menschlichkeit in den Zeiten der Corona-Pandemie notwendiger als je zuvor.

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