05.10.2021 - 11:26 Uhr
Albersrieth bei WaldthurnOberpfalz

Aus altem Weiher in Albersrieth wird ein Garten für alle Generationen

Am Tag der Deutschen Einheit zeigt sich, was in einem Dorf durch Zusammenhalt, Engagement und Fleiß erreicht werden kann. In Albersrieth haben vom Schüler bis zum Rentner alle angepackt.

Pfarrer Norbert Götz segnet den Albersriether Generationengarten.
von Franz VölklProfil

Durch ein beispielloses Miteinander ist im 209-Seelen-Ort Albersrieth ein Generationen-Begegnungsgarten entstanden, der nun der Bestimmung übergeben und von Pfarrer Norbert Götz gesegnet wurde. Einen besseren Tag hätten sich die Verantwortlichen um Dorfvorsitzenden Andreas Bodensteiner nicht aussuchen können, bei herrlichem Sonnenschein und der Musik der „Frischen Pfiffermuse“ waren viele Einheimische und auswärtige Gäste zum Festakt gekommen.

Aus einem doch etwas in die Jahre gekommenen alten Dorfweiher wurde ein Generationengarten, der sogar einen kleinen Bachlauf beinhaltet. Beeindruckend, mit welcher Freude die vielen Mädchen und Buben das Areal auch an diesem Tag nutzten. Die Albersriether Jugend hatte sich zu einem Chor formiert und sang davon, dass sie vor Jahren bei einer kleinen „Friday-for-Future-Demo“ für einen Spielplatz beim Bürgermeister demonstriert hatten. Sie präsentierten nun bei der Segnung zur Freude aller das Lied „Eitz is unser Spielplotz dou“.

Idee vor fünf Jahren umgesetzt

Nachdem vor 13 Jahren den Dorftreff eingeweiht worden war, hatte die Dorfgemeinschaft gefordert, für die vielen jungen Familien im Ort einen Spielplatz zu errichten, erklärte der Dorfvorsitzende. Bodensteiner dankte Renate und Andreas Danzer, ohne deren Grundstücksverkauf dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre und die auch kostenlos die Granitsteine für die Trockenbauwand zur Verfügung gestellt haben. Vor fünf Jahren setzten die Verantwortlichen die Idee des Dorfrats zur Errichtung eines Spielplatzes um, eine knappes Jahr später wurde das Grundstück erworben und nutzbar gemacht. Im September 2018 sei eine Projektbeschreibung „Errichtung eines Generationengartens“ über das Forum Neustadt Plus und danach beim sogenannten Leader-Förderantrag beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eingereicht worden.

Die Gesamtkosten der Maßnahme liegen bei 86.127 Euro, wobei der Ort 32.632 Euro an Eigenleistungen (613 Arbeits- und 1992 Maschinenstunden) erarbeitete und somit 53.485 Euro an Rechnungen übrig blieben. Der Zuschuss durch das Leader-Förderprogramm waren 24.745 Euro, der Marktgemeinde blieb ein Eigenanteil von 28.740 Euro. „Mein Dank gilt hier allem, die ihren Beitrag in welcher Form auch immer geleistet haben. Ein Whats-App-Aufruf genügte und die Helfer waren da“, schwärmte Bodensteiner vom Zusammenhalt. Den Landwirten und den einheimischen Lohnunternehmen gelte ein besonderer Dank, da sie Maschinen wie Rüttelplatte, Hoflader, Frontlader, Teleskoplader, Betonmischer, Kompressor oder auch Minibagger sowie Gebäude zur Lagerung der Spielgeräte unentgeltlich zur Verfügung gestellt hatten. Ungeduldig warteten viele der kleiner Besucher, bis sie an die Rutschen, Schaukeln und Wippe oder mit der Seilbahn sausen konnten.

Aktives Dorf

NEUN2727-Koordinatorin Doris Völkl sagte, Albersrieth sei ein aktives Dorf für alle Generationen, wobei durch diese neue Anlage auch Gerätschaften für Erwachsene zum Einsatz kommen und so Bewegung für jung und alt gefördert werde. Architekt Meißner zeigte die planerischen Aspekte auf. „Hier wurde alles von der Idee bis zum fertigen Generationengarten perfekt umgesetzt.“ Linda Weismeier von Landratsamt Neustadt/WN freute sich über die gelungene familienfreundliche Einrichtung im Dorfzentrum.

Bürgermeister Josef Beimler würdigte auch die sehr kooperative Zusammenarbeit mit allen Behörden. Diese ländliche Initiative, die ein Teil von Leader sei, sei nur mit diesem enormen Zusammenhalt der Dorfs möglich, schwärmte SPD-Landtagsabgeordnete Annette Karl. Es funktioniere nichts, wenn man nur daheim sitze und jammere. CSU-Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger nannte den Generationengarten nach dem 2008 erbauten Dorftreff eine Fortsetzung der „Erfolgsgeschichte Albersrieth“ und ergänzte: „Hier wird Dorfkultur aktiv gelebt.“

Die Auftragsvergabe für den Generationengarten im Waldthurner Marktrat

Waldthurn
Die jungen Albersriether bedanken sich mit einem Lied für den neuen Generationengarten.
Dorfvorsitzender Andreas Bodensteiner beim Festakt zur Segnung des Albersriether Generationengartens.
Bürgermeister Josef Beimler beim Festakt zur Segnung des Albersriether Generationengartens.
Dorfvorsitzender Andreas Bodensteiner (rechts) bei der Festansprache zur Segnung des Albersriether Generationengartens.
NEUN2727-Koordinatorin Doris Völkl beim Festakt zur Segnung des Albersriether Generationengartens.
Hintergrund:

Gesamtkosten der Maßnahme

  • Generationengarten kostete 86.127 Euro
  • Ortschaft Albersrieth erarbeitete 32.632 Euro an Eigenleistungen (613 Arbeits- und 1992 Maschinenstunden)
  • Zuschuss durch das Leader-Förderprogramm 24.745 Euro
  • Eigenanteil der Marktgemeinde 28.740 Euro

 

 

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