Update 17.04.2019 - 16:31 Uhr
Altenstadt an der WaldnaabOberpfalz

Dank Schüler sicher zur Schule

"Wir brauchen junge Leute, die Verantwortung übernehmen", sagte Polizeioberrat Bernhard Huber. Das tun die 84 neuen Schulbus- und Schülerlotsen, die in der Mittelschule Altenstadt in ihr Amt eingeführt werden.

Schulbuslotsin Tina Schösser liest in ihrem nagelneuen Einsatzpass. In dem grünen Heftchen sind ihre Einsatzorte festgehalten. Außerdem gibt er Auskunft über einige wichtige Regeln der Straßenverkehrsordnung.
von Redaktion ONETZProfil

Höheres Verkehrsaufkommen und mehr Hektik im Straßenverkehr sorgten für ein erhöhtes Sicherheitsrisiko. "Als Polizei versuchen wir natürlich, immer präsent zu sein. Aber allein können wir das nicht abdecken", meinte Polizeioberrat Bernhard Huber. Hier kommen die Schüler - meistens aus den sechsten Jahrgangsstufen - ins Spiel. "Der Einsatz von Schülerlotsen führt zu einer erheblich höheren Sicherheit", bestätigt Huber. 2500 Schulweghelfer sind auf Oberpfälzer Straßen unterwegs. Im Landkreis Neustadt sind es 286. Dank ihnen sei der letzte tödliche Unfall auf dem Schulweg bereits 14 Jahre her. "Junge Schutzengel" nennt Landrat Andreas Meier die Schüler. Ihre Anerkennung sprach auch die Schulrätin des Staatlichen Schulamts Neustadt-Weiden, Margit Walter, aus. Die Schüler zeigten Engagement im Sinne der Gemeinschaft.

Nicht jeder eigne sich für das Amt. Neben der Zustimmung der Eltern und dem Einverständnis der Schulen sollten die Freiwilligen mindestens 13 Jahre alt sein. Wichtig sei auch ihr Bewusstsein darüber, dass sie von nun an als Vorbilder gesehen werden. Kriminalhauptkommissarin und Verkehrserzieherin Manuela Weidhas tritt meist selbst an die Schulen heran, um passende Jugendliche zu finden.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, steht der Ausbildung nichts mehr im Wege. In zwölf Unterrichtseinheiten während der Schulzeit werden den Schülern die Gefahren im Straßenverkehr erklärt. Der Fokus liegt auf dem richtigen Verhalten an Straßenübergängen oder Schulbushaltestellen. Auch das korrekte Handeln bei einem Unfall und die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung gehören zum Lernstoff. Abgeschlossen wird die Ausbildung durch eine praktische und eine theoretische Prüfung. "Die war aber gar nicht schwer", sagte Maximilian Wallmeyer. Der Schüler der Mittelschule Vohenstrauß erreichte den zweiten Platz des Schülerlotsen-Kreisentscheides. Simon Grötsch (Platz eins), Maximilian Wallmeyer (Platz zwei) und Pascal Zeidler (Platz drei) dürfen im Mai beim Bezirksentscheid in Cham antreten. Die besten können sich hier wiederum für den Landesentscheid qualifizieren.

Nach einem bunten Rahmenprogramm mit Stelzenakrobatik, Tanzeinlagen und Chorgesang, das die Mittelschule Altenstadt organisiert hatte, erhielten die Schüler von der Polizei ihren Einsatzpass. Der Einsatzort der Schul- und Schulbuslotsen ist jeweils ihre Schule oder der Schulbus, der sie zur Schule bringt. Die Ehrenamtlichen helfen den jüngeren Schülern, sicher in die Schule zu kommen oder lösen Konflikte, die im Schulbus entstehen. Das ist nicht immer eine leichte Aufgabe. "Wenn man ein bisschen kleiner ist, kann man auch mal von Größeren geschubst werden", erzählte Wallmeyer. "Aber man ist ja dafür da, Hilfe zu holen." Tina Schösser freut sich auf ihre Aufgabe als Schulbuslotsin. "So kann man Leuten helfen und man steht nicht als Petze da", meinte die Schülerin derMittelschule Vohenstrauß.

84 Schüler der Grund-, Mittel- und Förderschulen des Landkreises Neustadt WN werden in der Mittelschule Altenstadt in ihr Amt als Schülerlotsen oder Schulbusbegleiter eingeführt.
Simon Grötsch (links) wird als Bester und Maximilian Wallmeyer (Mitte) als Zweitbester des Schülerlotsen-Kreisentscheids geehrt. Der dritte Platz geht an Pascal Zeidler. Der Konrektor der Mittelschule Neustadt, Karl Haubner, nimmt für ihn in Vertretung den Preis entgegen.
Neongelbe Warnwesten und Trillerpfeife. Drei Schüler der Mittelschule Altenstadt führen die Ausrüstung der Schülerlotsen bei einer Stelzenperformance vor.
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Auch Erwachsene können als Schulweghelfer oder Schulbusbegleiter mithelfen. Bei Interesse bei der Polizeiinspektion melden. Je nach Anzahl der Interessenten und Bedarf werden gemeinsame Unterrichtsstunden oder Einzelschulungen angeboten. Nach der Einweisung wird dann der Einsatzort mit der Schule und Gemeinde vereinbart. Voraussetzung: Kenntnisse über Verkehrsregeln und Erfahrung im Umgang mit Kindern.

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