28.08.2021 - 16:31 Uhr
AmbergOberpfalz

20-Jähriger gibt vor Gericht "verbotenes Rennen" in Amberg zu

Sie tauschten die Autos und drehten eine Stadtrunde. Mit flottem Tempo und von der Polizei beobachtet. "Ein verbotenes Kfz-Rennen", wie bei einem Termin vor dem Amtsgericht befunden wurde. Für einen 20-Jährigen wird's nun teuer.

Nur vor roten Ampeln stoppten die beiden jungen Leute ihr Autorennen in Amberg. Nun räumte ein 20-Jähriger vor dem Amtsgericht ein, beteiligt gewesen zu sein.
von Autor HWOProfil

Die Polizisten, mit einem Zivilfahrzeug unterwegs, kannten das schon: Zwei Autos auf dem Ring um die Amberger Altstadt, Geschwindigkeiten zwischen 80 und 90 Stundenkilometern, kurze Stopps an roten Ampeln, Gespräche durch die Wagenfenster. Dann drehten Reifen durch und quietschten. Es war 1.10 Uhr am 31. Oktober vergangenen Jahres, als die Ordnungshüter das Szenario beobachteten und schließlich ihre Stoppkelle zum Einsatz brachten.

Die Beamten holten eine Frau und einen Mann aus den Fahrzeugen, hielten den Tatbestand eines verbotenen Kfz-Rennens für gegeben und veranlassten Zweierlei: Sie stellten die Führerscheine sicher und beschlagnahmten beide Autos. Die Pkw wurden später wieder herausgegeben, doch die Fahrerlaubnis-Dokumente blieben bei den Akten.

Beteiligte Frau akzeptiert Strafbefehl

Die weibliche Teilnehmerin an der nächtlichen Altstadtumrundung bekam mehrere Monate danach einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft und akzeptierte ihn. Ihr männlicher Partner saß nun vor Jugendrichterin Michaela Frauendorfer. Sie erfuhr, dass beide ihre Wagen getauscht hatten und von einem Parkplatz westlich der Fachhochschule aus aufgebrochen waren. Auf diesem Areal hatten sich zuvor junge Leute mit ihren fahrbaren Untersätzen getroffen.

Zunächst zeigte sich der 20-Jährige nicht sehr einsichtig. An der Seite von Anwalt Edgar Leibl machte er geltend, eher unerfahren am Steuer gewesen und in einem Wagen mit für ihn ungewohnter Automatik-Schaltung gesessen zu sein. Das erstaunte die Richterin. Sie erfuhr außerdem, dass es "vorher keine Absprachen" gegeben haben soll. Dann erschien einer der damals eingesetzten Polizisten. Mit seinem Kollegen hatte er sich auf die Spur der Raser gesetzt und beide an einer Tankstelle kontrolliert. "Vollgas, quietschende Reifen, weit mehr als die erlaubten 50 Stundenkilometer", berichtete er.

1500 Euro und Führerscheinentzug

"Es spricht einiges dafür, dass es sich um ein Rennen handelte", beschrieb Jugendrichterin Michaela Frauendorfer ihre bis dahin gewonnenen Eindrücke und fügte hinzu: "Ich pflege bei so etwas durchzugreifen. Besonders dann, wenn keine Einsicht erkennbar ist." Daraufhin besprach sich der Angeklagte mit seinem Verteidiger und gab das verbotene Rennen zu. Die Vorsitzende verhängte 1500 Euro Geldstrafe und zog den Führerschein, der seit der flotten Stadtrunde im Oktober 2020 sichergestellt ist, für weitere drei Monate ein.

Im Prozess gab es noch einen zweiten Vorwurf, den Staatsanwalt Jakub Uhlik erhoben hatte. Im September vergangenen Jahres soll der 20-Jährige auf der Regensburger Straße erst stadtauswärts und kurze Zeit später stadteinwärts bis zum Kreisverkehr beim Nabburger Tor mit hohem Tempo in seinem Auto unterwegs gewesen sein. Das beobachteten mehrere Leute, darunter auch ein Polizist während seiner Freizeit. Auch da war von Geschwindigkeiten "bis zu 100 Stundenkilometern und quietschenden Reifen" die Rede.

Zweiter Vorwurf nicht zu belegen

Der Gesetzgeber sagt, dass auch ein Verkehrsteilnehmer, der allein unterwegs ist, ein illegales Rennen veranstalten kann. In diesem Fall aber wäre die Beweisführung schwierig geworden. Denn der 20-Jährige beharrte darauf: "Ich bin das nicht gewesen. Zu dieser Zeit war ich daheim." Das ließ sich schwer entkräften. Von daher rückte der Staatsanwalt von diesem Anklagepunkt ab. Zu einer Ahndung kam es deshalb nicht.

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