12.04.2021 - 12:12 Uhr
AmbergOberpfalz

27-Jähriger Betrüger schrammt knapp am Gefängnis vorbei

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Er ist dabei, seine Schulden abzuzahlen. Es wird allerdings lange dauern, bis der als Betrüger entlarvte 27-Jährige all das beglichen hat, was er sich durch leicht durchschaubare Winkelzüge ergaunerte.

Wenn ein 27-Jähriger sich nicht an die gerichtlichen Auflagen hält, schließen sich hinter ihm die Gefängnistüren.
von Autor HWOProfil

Vor dem Schöffengericht in Amberg saß ein Mann, der um keinen Preis wieder hinter Gitter wollte. Die Lage für ihn war anfangs alles andere als gut. Doch nach einem von Verteidiger Andreas Lösche erbetenen Rechtsgespräch wurde deutlich, dass es doch noch eine Chance gab. Denn Lösche hatte hinter verschlossenen Türen ein umfassendes Geständnis seines Mandanten angekündigt. Das ersparte einen langen Prozess.

Was danach von dem 27-Jährigen zugegeben wurde, waren zwei Serien von Betrügereien, die sich in Amberg und Schwandorf abspielten. Der Mann, offenbar immer in Geldschwierigkeiten, hatte zunächst Reisen gebucht. Zwei davon trat er nicht an und blieb Stornogebühren schuldig. Die dritte Reise führte nach Ägypten. Sie wurde zwar angetreten, doch dann wartete der Veranstalter vergebens auf sein Geld.

Was Staatsanwalt Frank Gaßmann in seiner Anklageschrift verlas, zog sich noch einige Zeit hin. Es ging um illegale Kontoabhebungen und um ein Bankdarlehen in Höhe von 7600 Euro, das im Stadium des Betrugsversuchs endete. Der 27-Jährige schloss zwei Kaufverträge für Autos ab und erhielt die Fahrzeuge im Wert von über 20 000 Euro auch ausgehändigt. Doch als kein Geld kam, gingen sie an die Händler zurück.

Machenschaften fliegen auf

Die betrügerischen Machenschaften flogen meist nach kurzer Zeit auf. Länger dauerte es bei einem Mietvertrag, den der erst in Schwandorf und dann in Amberg wohnende Angeklagte abschloss. Als nach drei Monaten noch immer nichts bezahlt war, erstattete der Vermieter Anzeige.

Die Betrügereien geschahen in den Jahren 2018 und 2019. Unterdessen hat der 27-Jährige einen Job, der ihm ein festes Einkommen sichert. Davon zahlt er regelmäßig seine Schulden ab. Für das Schöffengericht galt es von daher abzuwägen. Denn deutlich wurde auch, dass der 27-Jährige schon einmal wegen mehrerer Diebstähle hinter Gittern saß und kurz vor den nun zur Debatte stehenden Betrugsdelikten eine viermonatige Haftstrafe mit Bewährung wegen einer Computerbetrügerei erhalten hatte.

Mehr aus dem Gerichtssaal

Amberg

Aus rechtlichen Gründen mussten die Richter zwei Strafen bilden. Für eine der Serien gab es 15 Monate Haft, wobei die vier Monate aus der Vorverurteilung einbezogen wurden. Für die zweite Betrugsserie verhängte das Schöffengericht zwei Jahre Freiheitsstrafe. Angesichts einer "erkennbar positiven Zukunftsprognose" wurden beide Ahndungen zur Bewährung ausgesetzt.

Etliche Auflagen

"Eigentlich haben Sie das nicht verdient", ließ Richterin Kathrin Rieger erkennen. Für seinen weiteren Weg bekam der 27-Jährige Auflagen mit. Er muss 2500 Euro an die Amberger Tafel zahlen, hat einen vom Gericht angeordneten Wertersatz von 3200 Euro zu leisten und muss fünf Jahre lang straffrei bleiben. Sonst schließen sich für über drei Jahre die Tore einer Haftanstalt hinter ihm. "Das", unterstrich die Richterin, "sollte Ihnen nun wirklich zur Warnung dienen."

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