Amberg
20.10.2022 - 16:18 Uhr

35-Jähriger geht mit Frühstücksmesser auf Mithäftling los

Mitten in der Nacht wurde der Häftling renitent. In der Justizvollzugsanstalt Amberg attackierte er seinen Zellengenossen mit einem Frühstücksmesser und verletzte den Mann am Hals.

Ein 35-Jähriger musste sich vor dem Amtsgericht verantworten. Bild: Oliver Berg/dpa
Ein 35-Jähriger musste sich vor dem Amtsgericht verantworten.

Der aus dem nördlichen Kreis Amberg-Sulzbach stammende 35-Jährige hat seit langem ein Drogenproblem. Das führte in der Vergangenheit zu kriminellen Taten, die der Beschaffung von Rauschgift dienten. Das Resultat waren acht Vorstrafen, die wiederholt mit Haftaufenthalten geahndet wurden. "Von Bewährung brauchen wir deshalb hier nicht zu reden", wurde jetzt unterstrichen, als der Mann von Polizisten vor Amtsrichterin Sonja Tofolini geführt wurde.

Es gab einen Vorwurf, der später mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft eingestellt wurde. "Weil diese Ahndung nicht mehr ins Gewicht fallen würde", wie die Begründung lautete. Der 35-Jährige hatte im Mai vergangenen Jahres völlig ansatzlos auf einen Verkaufswagen eingetreten, der in einem Ort bei Sulzbach-Rosenberg stand. Als zwei Polizeibeamte erschienen, wurden sie von dem Mann übel beleidigt.

Schnitt am Hals

Die zweite Anklageschrift war wesentlich massiver. Sie rückte eine gefährliche Körperverletzung ins Blickfeld, die sich ereignet hatte, als der 35-Jährige zum Ende des vergangenen Jahres mal wieder im Gefängnis eine Freiheitsstrafe absitzen musste. In der Amberger Justizvollzugsanstalt teilte er die Zelle mit einem 43-Jährigen.

Zwischen beiden Gefangenen hatte es offenbar immer wieder mal Meinungsverschiedenheiten gegeben. Sie eskalierten, als der 35-Jährige in der Nacht zum 1. Dezember 2021 ein Frühstücksmesser in die Hand nahm, damit auf seinen eben erwachenden Mithäftling losging und dem Mann einen Schnitt am Hals beibrachte.

Haftstrafe verlängert

Im Prozess vor Richterin Tofolini wurde nicht näher darauf eingegangen, wie dieses Frühstücksmesser aussah und auf welche Weise der Täter zu diesem als Waffe umfunktionierten Besteckgegenstand kam. "Er hat mich hinten am Hals erwischt", hörte die Vorsitzende vom Opfer und vernahm ferner, dass "der Schnitt nicht allzu tief war." Noch eines hatte der 43-Jährige in Erinnerung: "Er war psychisch auffällig, wie in einem Ausnahmezustand."

Der Beschuldigte legte zwar generell ein Geständnis ab. Weitere Fragen aber mochte der 35-Jährige nicht beantworten. 15 Monate Haft verlangte die Staatsanwaltschaft, neun Monate Freiheitsentzug hielt der Verteidiger für ausreichend. Richterin Tofolini verlängerte den Aufenthalt des bereits hinter Gittern sitzenden Mannes um ein weiteres Jahr. Eine Drogentherapie hatte er heuer abgebrochen. Weitere Versuche in Richtung Entzug möchte der 35-Jährige nicht starten.

 
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