26.04.2019 - 19:01 Uhr
AmbergOberpfalz

ADFC-Testfahrt auf dem Fünf-Flüsse-Radweg: Schlaglöcher und Engstellen

Dass es Probleme gibt, wusste der ADFC: Beschwerden waren Anlass für seine Testfahrt auf dem Fünf-Flüsse-Radweg von Amberg nach Hartmannshof. Wie viel hier im Argen liegt, hat die Radl-Experten dann aber doch überrascht.

Viel zu eng ist es für die Radler in Amberg an der Kreuzung bei der Obersdorfer Brücke: Ein Fahrradanhänger käme hier nicht durch.
von Heike Unger Kontakt Profil

(eik) Gerls Fazit ist hart: "So kann man mit Touristen nicht umgehen." Damit spielt er darauf an, dass der Fünf-Flüsse-Radweg eine sehr beliebte Strecke für kurze, aber auch längere Radtouren ist. Die Minuspunkte, die er und seine acht Mit-Test-Radler aufgedeckt haben, will der ADFC nicht um der reinen Kritik willen anbringen - der Verein will Verbesserungen erreichen. Und hat die Ergebnisse seiner Tour, in Wort und Bild dokumentiert, an die zuständigen Stellen der Stadt Amberg und des Landkreises geschickt. In Erwartung einer Antwort.

Im vergangenen Jahr hatten sich etliche Radler beim ADFC über den Zustand des Fünf-Flüsse-Radwegs beschwert: Das war der Anlass für den Verein, zumindest eine Etappe, die von Amberg nach Hartmannshof, einmal selber abzufahren, um Schwachstellen aufzudecken. Ganz bewusst geschah das jetzt, also noch relativ früh im Jahr, wie Gerl sagt: "Damit die Bauämter noch Zeit haben, etwas zu machen, bevor die Saison auf dem Fünf-Flüsse-Radweg zu Pfingsten losgeht." Auch wenn man wegen der Beschwerden gewusst habe, dass es einiges zu tun gibt, waren Gerl und seine Mit-Radler doch "überrascht, wie viel wir entdeckt haben". Aber, wie der ADFC-Repräsentant hinzufügt: "In der Gruppe sieht man auch mehr."

70 Kilometer haben die ADFC-Radler zurückgelegt. Und sich dabei öfter mal geärgert: Zu enge Wege, Baustellen-Sperrungen ohne ersichtlichen Grund, schlechte oder fehlende Beschilderung, Schlaglöcher, durch Unrat versperrte Passagen, fehlende Umleitungen für Radler, Wege, die im Nichts enden, holpriges Pflaster oder schlechte Streckenführung - es ist einiges zusammengekommen an Kritikpunkten. Die hat Gerl inzwischen zu Papier gebracht, hat aufgeschrieben, was die Fünf-Flüsse-Radler nervt und fast alles auch gleich mit Fotos illustriert.

Das kleine Geheft hat er inzwischen an die Stadt Amberg und das Landratsamts weitergeleitet - mit der Aufforderung, für Abhilfe zu sorgen. Bislang habe er noch keine Antwort bekommen, sagt er. Aber er werde auch nicht nachgeben. Im Gegenteil. "Wir werden im Sommer mal nachschauen", kündigt er eine Kontroll-Tour des ADFC an. Und im nächsten Jahr werde der Verein auch eine zweite Etappe im Landkreis prüfen - die von Amberg nach Emhof.

Im Blickpunkt:

Anmerkungen zur Strecke

Und noch ein paar allgemeine Anmerkungen hat der ADFC Amberg zur Strecke:

Die Route durch Rosenberg sei auf dem Pflaster dort holprig, "die Verkehrsführung ist unsinnig" - denn der Radler muss hier zweimal abbiegen.

Auch durch Sulzbach geht es über holpriges Pflaster. "Kein Einheimischer käme auf die Idee, so durch Sulzbach zu radeln", kritisiert 2. ADFC-Vorsitzender Franz Gerl. Seiner Meinung nach böte sich eine Route am alten E-Werk und beim Bahnhof an - mit weniger Höhenmetern. Es genüge ein Hinweisschild zur Route durch die Altstadt. Das typische Radler-Lokal sei der Kreuzerwirt. "Da kommt der Radtourist in jedem Fall vorbei", sagt Gerl. Und die Radverkehrsführung Oed-Hartmannshof wäre besser auf dem vorhandenen, ausgebauten Fußweg oder durch Oed.

In Sulzbach an der Hofgartenstraße gibt es keine durchgängig grüne Ampel für Fußgänger und Radler. Die Insel dazwischen ist für eine Gruppe zu klein.

In Sulzbach neben dem ehemaligen Kaufhaus Storg ist der Radwegweiser defekt. Der Wegweiser auf der Insel oben ist falsch platziert, urteilt der ADFC. Der Radler müsste zweimal über Bordsteine und denAutoverkehr queren.

In Rosenberg in der Lohe sei die Radumleitung nach rechts ins Industriegebiet irreführend, kritisiert der ADFC. Es geben keine Baustelle auf dem Weg zum Tafelberg, die dies rechtfertigen würde.

In Witzlhof fehlt eine Übersichtstafel für die Übernachtungsmöglichkeiten in Amberg.

In Amberg am Ziegeltorplatz steht des Hinweisschild zur Tourist-Info gegen die Einbahn-Richtung. Der Radtourist müsste bis zur Kasernstraße schieben.

in Amberg am Bahnhof/Multifunktionsplatz fehlt ein Hinweisschild Richtung Marktplatz.

In Amberg an der Kreuzung Bahnhofstraße/Ziegelgasse ist die Weiterfahrt für den Radverkehr gesperrt (Kanalbauarbeiten). Ein Rad-Schild auf der linken Seite weist aber eindeutig zum Marktplatz. Für die Radler ist eine spezielle Umleitung nicht ausgeschildert. Die für den allgemeinen Verkehr führt zum Ziegeltor. "Bei der gegenwärtigen Situation bietet sich für Radler eine Umleitung ab dem Maxplatz durch das Vilstor, über Vils-, Wein- und Georgenstraße an", findet Franz Gerl.

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