03.08.2018 - 17:01 Uhr
AmbergOberpfalz

Aichner hört endgültig auf

Die Überraschung hält sich in Grenzen, schließlich hat Werner Aichner bereits angekündigt, mit Ablauf der Saison 2017/2018 von allen Ämtern zurückzutreten. Beim FC Amberg müssen sie sich aber jetzt wieder einmal einen neuen "Vorsitzenden" suchen.

Werner Aichner, Hubert Kirsch und Helmut Schweiger (von links) stehen für die erfolgreichsten Jahre des FC Amberg. Mit Aichner tritt jetzt der Letzte aus diesem Trio ab.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Genau genommen hat Werner Aichner, der langjährige Abteilungsleiter Fußball beim TV 1861 - so lautet die korrekte Bezeichnung für den Vorsitzenden des FC Amberg - schon im Juli 2017 alle seine Ämter niedergelegt. Große Verabschiedung samt Blumenstrauß für die Gattin, die dem Verein ebenfalls als Schatzmeisterin gedient hatte, bei der Jahreshauptversammlung inklusive. Aber am 6. März 2018 war er schon wieder da. Da war sein Herzensverein, den er selbst aus den Trümmern des alten 1. FC Amberg gebildet hatte, bereits im freien Flug.

Anfang vom Ende

Die Mannschaft spielte da noch in der Bayernliga Nord, nachdem sie in der Saison 2015/16 sogar in der höchsten Amateurklasse, der Regionalliga, angetreten war. Zu diesem Zeitpunkt aber war es schon absehbar, dass der Abstieg unvermeidlich werden würde. Es sollte ein Neuanfang in der Bezirksliga gemacht werden. Werner Aichner selbst begründete seine erneute Rückkehr an die Spitze der Fußballer mit der tiefen Verbundenheit und dem Verantwortungsgefühl gegenüber dem FC. "Die Vorkommnisse und Geschehnisse in den letzten Monaten und Wochen haben mich jedoch zu einem Umdenken bewogen, speziell nach dem Rücktritt des gewählten Abteilungsleiters Wolfgang Gräf", sagt er damals wörtlich. Was Aichner meinte, war das Auseinanderfallen des FC Amberg, der dank der finanziellen Mittel, die vor allem Helmut Schweiger in die Fußballer gesteckt hatte, bis in die Regionalliga gekommen war.

Da hatten sich die Hoffnungen des Funktionsteams um Schweiger nicht erfüllt, der sportliche Erfolg plus seine Anschubfinanzierung würden den Fußball in der Stadt auf eine breitere finanzielle Basis bringen. Schweiger hatte sich schlicht in seiner Einschätzung vertan, sein Geld würde weiteres Geld auf den Plan rufen, er verkündete daraufhin seinen Rückzug. Am Ende stand Werner Aichner wieder ziemlich allein da und organisierte den Neubeginn des FC in der Bezirksliga. Ruhe wollte er in den Verein bringen und vor allem dafür sorgen, dass die Jugendarbeit weitergeht.

Werner Aichner, der in der Vergangenheit oft angefeindete, redete mit Spielern und Trainern, organisierte Sponsoren und bürgte persönlich für die Restsaison 2017/2018. Tatsächlich gelang es ihm, für die neue Saison ausreichend Geld, einen Trainer für die erste Mannschaft sowie Spieler zu organisieren. Auch die Jugendarbeit des Vereins kehrte in ruhiges Fahrwasser zurück. Damit hatte er seine Mission erfüllt, auch wenn der Start in die neue Klasse für den "neuen" FC Amberg eher holprig vonstatten gegangen ist: zwei Spiele, ein Unentschieden, eine Niederlage.

Provisorische Führung

Es herrsche wieder Ruhe beim FC Amberg und Werner Aichner machte seine Ankündigung vom Frühjahr wahr und übergab am Montag sowohl die kommissarische Leitung als auch das operative Geschäft mit allen Unterlagen der Fußballabteilung an den Vorsitzenden des Hauptvereins, Thomas Bärthlein. Entsprechend der Hinweis auf der Internetseite: "Geführt wird die Abteilung von der Vorstandschaft des TV 1861 Amberg e. V. unter dem aktuellen Vorsitz von Thomas Bärthlein. Der Trainings- und Spielbetrieb findet im Stadion Am Schanzl in Amberg statt."

Thomas Bärthlein selbst bedauert den Rücktritt von Werner Aichner zu diesem Zeitpunkt, versteht den Senior des Amberger Fußballs aber, dass er nun endgültig in den Ruhestand gehen will. Über die nähere Zukunft wollte der Vorstand des Vereins am Donnerstag entscheiden. Wie Bärthlein am Freitag sagte, soll im Oktober oder November ein neuer sportlicher Leiter für den FC Amberg vorgestellt werden. Bis dahin übernehme ein provisorisches Team die Führung.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp