Der Personalausschuss des Kreistags habe die Weichen dafür gestellt, berichtet Landrat Richard Reisinger im Gespräch mit der Redaktion. Die zwei zusätzlichen IT-Stellen für die Schulen würden aber, "erst relevant, wenn der neue Haushalt 2019 wirksam wird". Hintergrund sei, dass der Landkreis Mitglied im Berufsschulzweckverband und bei den anderen Schulen Sachaufwandsträger zu 100 Prozent ist. Angesichts der jetzt aufgelegten Förderprogramme "müssen wir die Digitalversorgung der Schulen koordinieren", gibt Reisinger den Weg vor. Das sei "ganz wichtig, denn sonst gibt es lauter Insellösungen. Und da ist sehr schnell auch Geld fehlinvestiert".
Um dies zu vermeiden gelte es, zeitnah entsprechende Konzepte für alle Schulen zu entwickeln - "natürlich unter Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse der Schulart". Das habe der Kreis den Schulleitern auch so signalisiert. "Die freuen sich darauf, denn das entlastet auch den Systembetreuer, der oft nur stundenweise freigestellt ist." In dieser Zeit, so ganz "nebenbei" sei die nötige Arbeit aber gar nicht machbar. Für die zwei neuen Stellen sucht der Landkreis EDVler mit Software-Erfahrung. Diese würden in Sulzbach-Rosenberg angesiedelt, "in Schulnähe, wahrscheinlich im LCC, dann stehen sie den Schulen zur Verfügung".
Positive Resonanz bei Lehrern
Dabei vertrete der Landkreis eigentlich nicht die Auffassung, "dass das alles in den Aufgabenbereich, die Finanzlast der Kommunen fällt", merkt Reisinger an: "Wir würden uns wünschen, dass das Personal der Freistaat rekrutiert." Andererseits müsse man dem Land aber auch zugute halten, dass es sage, die Kommunen seien Sachaufwandsträger von A bis Z. "Da ist halt auch die EDV dabei." Dafür gebe es nun die Digitalisierungsprogramme. "Wichtig ist für uns vor allem, dass wir das zusammen mit den Lehrerschaften gestalten", betont der Landrat. Seine Erfahrung: "Da stoßen wir auf positive Resonanz."
Allerdings sieht Reisinger auch einen gewissen Digitalisierungs-Hype. Dabei stelle sich aber jeder "etwas anderes unter Digitalisierung vor". Eigentlich habe die ja schon längst Einzug ins tägliche Leben gehalten. Reisinger ist überzeugt davon, "dass der zielgerichtete Einsatz durch den Lehrer, auch im Zeitalter von Alexa, die empathische, engagierte Zuwendung eines Pädagogen, wohl auch durch die Digitalisierung nie ersetzbar und hinfällig sein wird." Vielleicht bräuchten die Kinder sogar "ein bissl weniger an Digitalisierung und ein Mehr an menschlicher Zuwendung und Kommunikation". Reisinger ist mit dieser Ansicht gern "sehr unmodern" - schließlich sei er persönlich sogar "sehr EDV-affin und nutze selbst auch alles mögliche", was die neue Technik biete.
"Das läuft schon"
Am Geld, so fügt Reisinger gleich noch hinzu, werde die Digitalisierung der Schulen "nicht scheitern". Dabei könne man durchaus nutzen, was diese selbst schon entwickelt haben. "Die sind schon miteinander vernetzt, da gibt's einheitliche Lernplattformen, da müssen wir nichts Neues erfinden." Der Landkreis müsse hier also "nicht der Pilot sein" und das Rad neu erfinden, "weil da das Risiko des Scheiterns auch groß ist". Insgesamt signalisiert Reisinger beim Thema Digitalisierung Zuversicht: "Das läuft schon."
Medienkompetenz
Wie steht es um die Begeisterung der Lehrer für die Digitalisierung der Schulen? Das sei natürlich auch eine Generationenfrage, meint Landrat Richard Reisinger, schränkt aber ein: „Es wäre zu pauschal, zu sagen, je jünger umso leichter. Es gibt da ja richtig Füchse, auch unter den Älteren.“
Lehrer seien solche Umstellungen mittlerweile gewohnt, nachdem sich Stunden- und Lehrpläne ständig änderten – genau wie Schularten und Jahrgangsstufen. Deshalb träten die Pädagogen „den Neuerungen jetzt schon mit großer Gelassenheit entgegen“, ist Reisingers Erfahrung: „Es dauert oftmals in der Verwaltung länger, Digitalisierungsprozesse einzuführen – das sag’ ich jetzt auch selbstkritisch.“
Die teilweise große Begeisterung für neue Technik sieht Reisinger allerdings auch mit durchaus gemischten Gefühlen. Er nennt das „Whiteboard“, eine digitale Tafel, als Beispiel: „Ich hab’ schon Chemieunterricht erlebt, wo die Formeln am Whiteboard richtig gut entwickelt werden: Für sowas ist ein Whiteboard da.“ Aber klar sei auch: „Das passt nicht zu jedem Unterricht.“
Manches müsse man den Schülern übrigens gar nicht erst beibringen, da seien sie den Erwachsenen teilweise auch voraus. „Das Technische haben die Jungen schon drauf.“ An anderer Stelle aber gebe es Nachholbedarf – etwa beim „richtigen Umgang“ mit der Digitaltechnik, sagt Reisinger und nennt das Stichwort Medienkompetenz. (eik)













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