31.07.2019 - 09:31 Uhr
AmbergOberpfalz

Alpakas mit Herz - Amberger erzählen vom Leben mit den flauschigen Mini-Kamelen

Neugierig streckt Anubis seinen Hals aus, kommt mit der weichen Nase ganz nah an Anita Spangler heran. Es könnte sich ja eine Leckerei in ihrer Tasche verbergen. Trotz aller Neugier ist das schwarze Alpaka fast schon scheu.

Anita und Michael Spangler aus Amberg haben die flauschigen Alpakas in ihr Herz geschlossen. Ein Leben ohne die MIni-Kamele können sie sich nicht mehr vorstellen.
von Autor EWAProfil

„Anubis ist der Nervöse in der Herde“, sagt Anita Spangler, während sie die Hoffnungen des flauschi- gen Tieres erfüllt und ihm ein Leckerli gibt. „Alpakas sind ja eigentlich keine Kuscheltiere, auch wenn sie so aus- sehen, sondern Fluchttiere. Lässt man sie jedoch einfach so sein, wie sie sind, dann kommen sie von selbst auf einen zu. Das ist jedes Mal wieder ein unbeschreibliches Erlebnis.“ Anubis, der neugierige, junge Alpaka-Wallach, ist Anitas jüngste Geburtstagsüberraschung. Denn während sich andere Paare Schmuck oder Blumen schenken, gibt es bei den Spanglers im-mer öfter ein Mini-Kamel. „Den Raiman zum Beispiel hab ich Anita zu unserem ersten gemeinsamen Valentinstag geschenkt“, erzählt Michael, von allen nur Mike genannt, und lacht. „Sie war wohl erst einmal ganz schön enttäuscht, als ich ohne Blumenstrauß aufgetaucht bin. Aber dann habe ich ihr das Foto vom Alpaka gezeigt und sie hat gestrahlt.“

Freunde fürs Leben. Anita und Michael Spangler lieben ihre vierbeinigen Alpakas.

Er streichelt dem hellbraunen Andentier, das inzwischen ebenfalls neugierig den Kopf ausstreckt, seinen flauschigen Hals. Und dann kommen sie auch schon alle, eines nach dem anderen. Ole ist der Tollpatsch Da ist Baileys, der Vernünftige, und Ole, der Tollpatsch. Über den Zaun schauen Clara und Coco, Liselotte und ihr kleines Fohlen Lucy. Sie leben auf der Weide nebenan in der Stutenherde. Dort haben sie vor den übermütigen Alpaka-Wallachen ihre Ruhe und können sich um den kuscheligen Nach- wuchs kümmern. „Anfangs wussten wir ja gar nicht, was man alles mit Alpakas machen kann“, erzählt Anita, während Anubis nach weiteren Leckerlis in ihrer Tasche Ausschau hält. „Wir haben ganz viele andere Höfe angeschaut, sind da-für sogar nach Tirol oder Thüringen gefahren …“ Die beiden machten sich bei anderen Züchtern schlau, lasen viel und machten ihren Sachkundeausweis. „Den braucht man nämlich, wenn man auch Alpaka-Wanderungen anbietet“, erklärt Mike und holt schon mal die Halfter. „Anfangs haben wir nur ab und zu Freunde und Bekannte mitgenommen“, erzählt Anita und lacht. „Das hat sich aber bald so rumgesprochen, dass immer mehr Leute kamen und fragten, ob sie nicht auch mal eine Alpaka-Wanderung machen dürften.“ Inzwischen sind die Spanglers schon mehr als ein Geheimtipp.

Unzählige Anfragen

Bereits 360 Facebook-Nutzer haben ihre Seite „Alpakas mit Herz“ gelikt. Sie können sich vor Anfragen kaum noch retten, immer mehr Fans der flauschigen Mini-Kamele kommen zu ihnen, um mit Alpakas an der Leine durch den Wald zu spazieren oder sie für ein Fotoshooting auszuleihen. Jeder kriegt seinen Liebling „Eine Alpaka-Wanderung beginnt bei uns damit, dass die Gäste die Tiere erst einmal auf der Weide kennenlernen“, erklärt Mike. „Danach, wenn sich jeder sein Lieblingsalpaka ausgesucht hat, geht es auch schon ins Grüne. Am Anfang werden meistens noch jede Menge Selfies gemacht, doch schon bald kommen die Leute richtig runter und fangen an, die Natur zu genießen …“ Nicht umsonst werden die einfühlsamen und intelligenten Andentiere inzwischen auch zu Therapiezwecken eingesetzt. Die Wirkung, die von ihren flauschigen Freunden ausgeht, genießen auch Anita und Mike jeden Tag wieder aufs Neue. „Oft sitzen wir einfach nur auf der Bank auf der Weide und beobachten unsere Alpakas“, sagt Mike. Und Anita schwärmt: „So finden wir die absolute Ruhe.“

Alpaka-Wanderungen sind nicht nur idyllisch, sondern bei den Gästen auch heiß begehrt.
Alpaka - was ist das eigentlich?:

Alpakas (wissenschaftlich: Vicugna pacos) gehören zur Familie der Kamele und zur Ordnung der Paarhufer. Ursprünglich kommen die Tiere aus Peru, Bolivien und Chile. Schon vor rund 5 000 Jahren wurden Alpakas von den Inkas für ihre feine Wolle geschätzt. Auch heute noch erfreut sich die-se großer Beliebtheit. In Südamerika wird Alpaka-Wolle sogar als „Vlies der Götter“ bezeichnet. Ein ausgewachsenes Alpaka hat eine Rückenhöhe von rund 80 bis 100 Zentimetern und bringt zwischen 65 und 80 Kilogramm auf die Waage. Sie ernähren sich vor allem von Blättern und frischem Gras, im Winter wird auch Heu gefüttert. Das Fell der Alpakas ist von Natur aus sehr lang und meistens braun oder grau, ab und zu aber auch hell und apricot-farben. Bei guter Haltung können die Tiere bis zu 25 Jahre alt werden. Braune Kulleraugen, kuscheliges Fell, sanftmütiges Wesen – nicht umsonst bezeichnen viele Menschen ihre erste Begegnung mit einem Alpaka als „Liebe auf den ersten Blick“. Auch Anita und Michael Spangler aus Amberg hat es vor einigen Jahren so richtig erwischt. Aus der Liebe auf den ersten Blick wurde bald eine ganz große Leidenschaft. Inzwischen besitzen die beiden insgesamt acht eigene Mini-Kamele. „In jedes einzelne unserer Alpakas haben wir uns eigentlich sofort verliebt“, sagt Anita glücklich. „Die haben alle ihren ganz eigenen Charakter.“ So verschieden die kleinen Geschwister der Lamas auch sein mögen, eins haben alle gemeinsam: den absoluten Flauschfaktor.

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