26.11.2019 - 14:46 Uhr
AmbergOberpfalz

Alternative Planung für die Amberger Bergwirtschaft fiel im Wettbewerb bereits durch

Die Diskussion um die Sanierung der Bergwirtschaft nimmt wieder Fahrt auf. Die IG Unser Berg gibt bekannt, dass sie 3182 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt hat. Und sie präsentiert eine - nicht so neue - Alternative.

Nach einer längeren Pause nimmt die Diskussion rund um die Sanierung der Bergwirtschaft jetzt wieder an Fahrt auf. Während die IG Unser Berg eine vermeintliche Alternative zu Investor Michael Fellner präsentiert, verweist der Gewerbebau-Geschäftsführer auf das Ergebnis des Wettbewerbs.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Laut IG Unser Berg, die ein Bürgerbegehren gegen die Sanierungspläne des Investors Michael Fellner für die Bergwirtschaft anstrebt, stehe mit der Regensburger Brauerei Bischofshof durchaus eine Alternative bereit. In einem Gespräch mit Vertretern der Brauerei, die sich übrigens im Eigentum der Diözese Regensburg befindet, sei ihnen versichert worden, dass Bischofshof nach wie vor zu seinem Sanierungsangebot steht, schreibt die IG in ihrer Pressemeldung.

Entscheidung im Wettbewerb

Dazu muss man wissen, dass die Entscheidung für Michael Fellner in einem Bieterverfahren gefallen ist, das die städtische Gewerbebau im Auftrag der damals mangels Kirchenverwaltung für den Mariahilfberg zuständigen Pfarrei St. Martin vorgenommen hat. Wie sich Gewerbebau-Geschäftsführer Karlheinz Brandelik auf Anfrage von Oberpfalz-Medien erinnert, waren in diesem Bieterverfahren vier oder fünf Teilnehmer - unter anderem auch die Brauerei Bischofshof.

"In diesem Verfahren waren bestimmte Kriterien angesetzt und bekannt", sagt Brandelik. "Es war jedem klar, was die Kirchenverwaltung will." Das Konzept der Brauerei Bischofshof sei aber bereits deutlich in der Vorrunde durchgefallen. "Es hat es einfach nicht geschafft." Vielmehr habe sich am Ende eine Rangfolge ergeben und zwei der Bewerber seien in die nächste Auswahlrunde gekommen. Bischofshof sei da nicht dabei gewesen - weil das Konzept nach Einschätzung des Auswahlgremiums nicht tragfähig genug war. "Die Bewertung ist völlig neutral erfolgt", sagt Brandelik mit dem Hinweis, ein geforderter Punkt sei die Nachhaltigkeit des Projekts gewesen. "Ich verstehe jetzt nicht, warum die nachtarocken", äußert er in Richtung Bischofshof. "Ein Verfahren ist ein Verfahren." Und aus dem sei eben Michael Fellner als Sieger hervorgegangen und nicht Bischofshof.

Die Brauerei sei seines Wissens auch - im Gegensatz zu den Behauptungen der IG Unser Berg - von der Entscheidung gegen sie durch die Kirchenstiftung informiert worden. Aber auch Bischofshof-Geschäftsführerin Susanne Horn hatte im Gespräch mit Oberpfalz-Medien gesagt: "Wir haben bis heute nichts gehört." Das kann sich Karlheinz Brandelik aber nicht vorstellen.

Bischofshof war sehr enttäuscht

Susanne Horn, die seit Sommer Geschäftsführerin der bischöflichen Brauerei ist, kennt die Causa Bergwirtschaft natürlich. Zum einen, weil sie selbst aus Hahnbach stammt, zum anderen, weil sie sich eigener Aussage nach umfassend vom kaufmännischen Leiter Karl Beck hat informieren lassen. "Wir haben uns sehr viel Mühe gegeben, gemeinsam mit der Pächterfamilie Erras ein umfassendes Konzept für die Bergwirtschaft zu entwickeln", sagt Susanne Horn. "Und wir waren sehr, sehr enttäuscht", kommentiert sie das Abschneiden der Brauerei im Wettbewerb. Unabhängig davon sei das Interesse von Bischofshof natürlich ungebrochen.

Amberg

"Aber wenn man uns heute fragen würde, müssten wir uns das alles natürlich noch einmal gründlich anschauen", schränkt sie die Aussage ein, Bischofshof könnte von jetzt auf gleich loslegen. "Wir würden uns gerne einbringen und uns damit beschäftigen", so Horn. "Aber nicht auf Teufel komm raus." Das stellt übrigens auch Gewerbebau-Geschäftsführer Karlheinz Brandelik nicht in Abrede. "Die Bergwirtschaft ist eine sehr gut gehende Gaststätte. Natürlich will ein Pächter so etwas nicht verlieren", zeigt er Verständnis für die Bischofshof-Position. Brandelik verweist aber auf das Ergebnis des Wettbewerbs, das einen ganz anderen Sieger hervorgebracht habe.

Nicht in dem Maße

Bischofshof habe auch eine Sanierung und Erweiterung der Bergwirtschaft vorgehabt, sagt derweil Susanne Horn. "Aber natürlich nicht in dem Maße, wie das Herr Fellner macht - wir hätten lediglich die Terrasse dem Gastraum zugeschlagen." Grundsätzlich gelte für Bischofshof: "Wir haben Interesse, aber wir müssten die Prämissen noch einmal besprechen."

Mit Verwunderung reagierte derweil der Kirchenpfleger der seit Juli wieder amtierenden Kirchenstiftung für den Mariahilfberg auf den erneuten Vorstoß der IG Unser Berg. "Ich stelle mir langsam die Frage, für wen die das machen", kommentiert Franz Mertel auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Ihm persönlich sei übrigens kein Konzept der Bischofshof-Brauerei bekannt. Aber auch Mertel verweist darauf, dass der Wettbewerb am Ende einen Sieger gefunden habe, nämlich Michael Fellner.

Planung neue Bergwirtschaft am Mariahilfberg.
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