Amberg
03.07.2026 - 11:00 Uhr
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Bergfest-Kolumne: Amberg ist der Auftakt fürs Bergfest-Hüpfen

Mariahilfberg, Annaberg, Frohnberg und Mausberg: Bergfest-Fans müssen die Namen dieses Quartetts auswendig runterbeten können, findet die Autorin. Für sie ist Amberg der Auftakt fürs Bergfest-Hüpfen.

Ein kulinarischer Hochgenuss auf dem Mariahilfberg: eine Berg-Brotzeit mit Bratwürsten, Kraut, viel Senf, Stangerl und Obazdn. Bild: san
Ein kulinarischer Hochgenuss auf dem Mariahilfberg: eine Berg-Brotzeit mit Bratwürsten, Kraut, viel Senf, Stangerl und Obazdn.

Als Sulzbach-Rosenbergerin braucht man eigentlich kein Bergfest in Amberg. Man hat schließlich sein eigenes – und noch dazu ein sehr schönes. Kurze Werbeeinblendung: Annabergfest ist heuer vom 18. bis 26. Juli. Doch zurück zum Amberger Bergfest. Nun, es steht bei den Sulzbach-Rosenbergern im Bergfest-Ranking nicht unbedingt vorne dran – viel zu eng, ein wenig kompliziert (erst zum Bäcker, dann zu den Bratwürsten), eine überschaubare kulinarische Auswahl (kein Gyros, keine Pasta) und nirgends eine anständige Freifläche, auf der die Kinder die obligatorischen Papierflieger starten lassen können, ohne dass sich diese gleich beim ersten Abheben in den Baumkronen verheddern (da landen sie früher oder später sowieso).

Ob Mariahilfberg oder Annaberg, ob Frohnberg oder Mausberg: Ein Bergfest ist ein Fest voller Rituale. Im Lieblingszelt ist die Bierbank nicht ganz so hart wie anderswo, schmeckt das Bier doppelt so gut. Die Bratwürste gibt's grundsätzlich nur von einem bestimmten Stand, weil der halt einfach die allerbesten hat. Gilt in Amberg übrigens auch für die Backwaren. Der Bergfest-erprobte Magen ist längst an ungewöhnliche kulinarische Kombinationen gewöhnt: Obazda und/oder Knoblauchcreme zu Bratwürsten mit Kraut und Senf satt, eine Schaumrolle als Dessert und die gebrannten Mandeln als Snack auf dem Nachhauseweg.

"Gehen wir auf den Berg?": Diese Frage ist so herrlich selbsterklärend. Kein "Wer, wann, wo, warum, weshalb", jeder weiß Bescheid. Selbst Menschen, die das ganze Jahr über keinen Fuß auf den Mariahilfberg setzen, drängt es Ende Juni/Anfang Juli zu diesem besonderen Fleckchen Erde. In Amberg ist das letzte Bergfest-Wochenende angebrochen. Höchste Eisenbahn also für alle, die noch nicht dort waren, hinauf zu spurten. Nach dem Bergfest ist aber auch vor dem Bergfest. Schlag auf Schlag geht's weiter mit kurzen Verschnaufpausen dazwischen: Annaberg in zwei Wochen, Frohnberg im August und Mausberg im September.

Wer alle vier schafft, hat quasi den kleinen Bergfest-Führerschein. Der große wäre, auch die kleineren Bergfeste noch mitzunehmen: Johannisberg in Freudenberg (heuer schon vorbei), Kreuzberg in Axtheid-Berg bei Vilseck (nicht zu verwechseln mit dem Kreuzberg bei Hahnbach) und Eggenberg in Ensdorf, jeweils im September. Der Bergfest-Sommer ist gerade erst angebrochen. Und er fühlt sich fantastisch an. Denn ein Sommer ohne Bergfeste wäre wie Heiligabend ohne das Christkind.

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