Amberg
02.07.2026 - 14:42 Uhr
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Bergfest-Kolumne: Viele Wege führen auf den Berg, man muss sie nur finden

Den Mariahilfberg sollte jeder, der nach Amberg kommt, besucht haben. Das wurde unserer Autorin von allen Seiten gesagt. Zwei Mal scheiterte der Versuch kläglich. Heuer zum Bergfest wollte sie es ein drittes Mal versuchen.

"Du musst auf den Mariahilfberg", das rieten viele der Kollegen unserer Autorin Stefanie. Zwei Mal scheiterte der Versuch kläglich. Jetzt zum Bergfest startete sie einen neuen Versuch. Archivbild: Petra Hartl
"Du musst auf den Mariahilfberg", das rieten viele der Kollegen unserer Autorin Stefanie. Zwei Mal scheiterte der Versuch kläglich. Jetzt zum Bergfest startete sie einen neuen Versuch.

Ich war noch nie auf dem Bergfest, bis jetzt. Ich bin Nicht-Ambergerin, nicht mal Oberpfälzerin sondern gebürtige Oberfränkin und weiß noch, als ich das erste Mal nach Amberg kam. Ich fragte nach den Highlights der Stadt, nach dem, was ich unbedingt sehen musste. Was ich von jung und alt hörte: "Du musst auf den Mariahilfberg." Ah ja, diese Kirche, die ich immer vom Bahnhof aus sah. Sah nett aus.

Ich saß mit meinen Eltern, die zu Besuch waren, im Auto. Es war ein dunkler kalter Novemberabend. Regen lag in der Luft. Ich hatte das Navi an. Es ging den Mariahilfbergweg hoch. Klang richtig. Doch ein Schild “Durchfahrt verboten” stoppte uns. Es musste doch noch einen anderen Weg geben. 20 Minuten gurkte ich am Fuß des Berges herum, durch Wohnsiedlungen, vorbei an schönen Häusern, aber ans Ziel kam ich nie. Das Navi lenkte mich immer wieder zu Wegen, die ich nicht passieren durfte. Ich hätte es vielleicht versucht, aber meine Eltern hatten wohl Angst um das Auto. Wir brachen den Versuch ab.

Zweimal gescheitert

Zweiter Versuch: Diesmal ein grauer verregneter Dezembertag. Ich ging mit Freunden zu Fuß. Wir schafften es immerhin zum Schwammerl. Ich genoss kurz die Aussicht, bis meine Freundin sagte: “Ich glaube, ich habe meine Brille verloren.” Statt weiterzugehen, und den Blick in die Weite zu richten, kehrten wir um, Blick auf dem nasse Laub. Irgendwo hier müsse sie doch sein. Leider nicht. Seitdem hat meine Freundin eine neue Brille.

Jetzt stand das Bergfest an. Ich wollte jetzt wirklich wissen, was alle damit meinten, dass der Berg so schön sei. In der heißesten Juni-Woche suchte ich mir den Mittwochmittag aus. Sonne gebe es garantiert. Dachte ich. Es war der erste verregnete Tag seit langem. Wir nahmen das Auto. Das gleiche Dilemma wie beim ersten Mal. Links rum, rechts rum. Überall "Durchfahrt verboten". Nach 20 Minuten fanden wir den Weg hoch, trafen auf den Parkeinweiser, der uns wieder runter schickte. Unten irgendwo halb-illegal parken, schnell in den Bus und wieder hoch.

Es ist sehr schön

Oben sitzen wir dann auf einer Bierbank. Der Regen hat nachgelassen. Der Wind rauscht in den Bäumen, die Vögel zwitschern. Es ist ruhig. Keine Menschenmassen, die grölen, nur lockeres Geplauder, entferntes Lachen. Der Duft von Gebratenem in der Luft. Ich nehme einen Schluck vom alkoholfreien Bier, beiße von meiner veganen Bratwurst ab und denke mir: Stimmt, hier auf dem Berg ist es doch sehr, sehr schön.

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