19.07.2021 - 11:55 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg klettert mit Inzidenz 33,2 bundesweit auf Platz fünf

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Vorbei mit der Sieben-Tage-Inzidenz von 0,0. In Amberg ist Corona zurück. Mit neuer Heftigkeit und in seiner Delta-Variante. Was das bedeutet und welche Änderungen für Schüler in Kraft treten, erklärt der Leiter des Gesundheitsamtes.

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 33,2 klettert die Stadt Amberg auf den bundesweiten Rang fünf.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

33,2 – eine Sieben-Tage-Inzidenz, die den Ambergern ganz deutlich vor Augen führt, dass die Corona-Pandemie noch nicht vorbei ist. Im Gegenteil: Sie kehrt nach einer kurzen Verschnaufpause mit neuer Wucht und in Form der noch ansteckenderen Delta-Variante zurück. "Das Infektionsrisiko ist immer noch sehr hoch", sagt Dr. Roland Brey, der Leiter des Amberger Gesundheitsamts. Er hofft, dass sich jetzt noch mehr Menschen gegen Corona impfen lassen.

Mit einer Inzidenz von aktuell 33,2 hat sich die Stadt Amberg in der Statistik des RKI innerhalb weniger Tage von Null auf bundesweit Platz fünf aller Städte und Landkreise katapultiert. Dabei sind es in absoluten Zahlen "nur" 14 Menschen, die sich in den vergangenen sieben Tagen mit Corona infiziert haben. 14 Neuinfektionen sind es übrigens auch im Landkreis Amberg-Sulzbach. Doch dank der deutlich größeren Einwohnerzahl errechnet sich hier eine Sieben-Tage-Inzidenz von 13,6. Eine Überraschung sind die wieder steigenden Zahlen für Roland Brey aber nicht. "Das hat sich abgezeichnet", sagt er und verweist auf die Lockerungen der Vergangenheit, auf mehr Veranstaltungen, mehr Kontakte sowie die Gefährlichkeit der Delta-Variante.

Delta seit Mai in Amberg

Wie die aktuellen Untersuchungen des Gesundheitsamts ergeben haben, ist Delta bereits seit Mai in unserer Region angekommen. Von daher geht man davon aus, dass alle Neuinfektionen inzwischen von der Delta-Variante verursacht sind. Für 23 Infektionen im Juli gilt daher der Mutationsverdacht. "Wie immer sind bei den Neuinfektionen Reiserückkehrer zu verzeichnen", nennt Roland Brey eine Ursache für wieder steigende Corona-Werte. Italien, Griechenland, Spanien oder auch Ziele in Deutschland werden unter anderem genannt. In Amberg kommt hinzu, dass sich hier eine Familie und ihr Umfeld angesteckt hat. Wobei sich die eigentliche Ursache für die Ansteckung in diesem Fall nicht mehr finden ließ. "Das zeigt aber auch, dass unsere Suche nach Kontaktpersonen funktioniert", sieht Brey auch die positive Seite.

Immer aber waren es laut Roland Brey nicht geimpfte Personen, die das Coronavirus befallen hat. Sein Appell geht daher in eine Richtung: Wer es bisher versäumt hat, sich gegen Corona impfen zu lassen, sollte das bitte unbedingt tun. Diesen Aufruf sendet er auch ausdrücklich an Menschen, die einer Impfung skeptisch gegenüberstehen. Er kann ihre Zweifel durchaus verstehen, weiß aber auch: "Eine Impfung ist das Einzige, das uns jetzt hilft." Zumal das Infektionsgeschehen bei uns jetzt wieder dazu führe, dass Menschen im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Schüler müssen wieder Masken tragen

Während das öffentliche Leben vom erneuten Anstieg erst einmal nicht berührt wird – erst ab einer Inzidenz von 50 und höher greifen wieder verschärfte Maßnahmen, leiden die Mädchen und Buben in den weiterführenden Schulen schon jetzt daran. Sie müssen ab einer Inzidenz von 25 (an drei Tagen hintereinander) wieder während des Unterrichts eine Maske tragen. Diese Maßnahme gilt ab Mittwoch. Ob die Inzidenz von 33,2 schon der Vorbote für eine neue Welle ist, kann Roland Brey nicht abschätzen. Er fürchtet aber, dass es so sein könnte. "Wenn ich mir die Bilder aus England anschaue, ist das kein gutes Omen", so Brey. Trotzdem hofft er – wie wir alle – darauf, dass die Sieben-Tage-Inzidenz am Ende dieser Woche wieder sinkt. Damit die Sommerferien nicht wieder zu Coronaferien werden.

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Dr. Roland Brey, Leiter des Amberger Gesundheitsamts

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