16.02.2020 - 11:03 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg plant erste Siedlung für Tiny-Houses

Weniger kann manchmal so viel mehr sein. Diese Erfahrung durfte am Freitag die CSU-Fraktion machen. Sie besuchte die Zinipi GmbH in Fiederhof, wo sie Geschäftsführer und Inhaber Tom Scheimer über die sogenannte Tiny-Houses informierte.

Vor einem Tiny-House-Modul der Firma Freiraum in Fiederhof erklärt Geschäftsführer Tom Scheimer (Vierter von links) der CSU-Fraktion das Prinzip dieser in Deutschland neuen Wohnform.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Grund für den Besuch der CSU-Fraktion beim Tiny-House-Hersteller Zinipi GmbH in Fiederhof war die Tatsache, dass der Bauausschuss am kommenden Mittwoch über ein neues Baugebiet an der Kennedystraße zu entscheiden hat, wo dieser Wohnform erstmals in Amberg Raum gegeben werden soll.

Drei gewöhnliche Bauplätze sollen laut Oberbürgermeister Michael Cerny an der Kennedystraße in sechs bis acht Parzellen für Tiny-Houses umgewandelt werden. "Wir wollen aber keinen Campingplatz da aufmachen", schob Cerny entsprechenden Überlegungen einen Riegel vor. Es sollen hier schon fest Menschen wohnen, die aber diese neue Lebensform umsetzen wollen. "Wie sollen wir das gestalten, umsetzen, gibt es Vorgaben oder keine?", sagte der Oberbürgermeister.

"Momentan explodiert das Thema", sagte Tom Scheimer, der diese an sich zutiefst amerikanische Idee in Deutschland umsetzt. Allerdings nimmt er laut eigenen Angaben mehr und mehr Abstand vom Begriff Tiny-Houses. "Wir bauen hier mehr Modul-Häuser", erklärte er das Konzept von Zinipi. Diese Module könnten kombiniert, die dadurch entstehenden Häuser entsprechend größer oder kleiner gestaltet werde. Und trotzdem könne so ein Zinipi-Haus dann auch irgendwann beliebig versetzt werden.

Dazu gehöre es aber auch, dass Bauplätze nicht mehr gekauft oder sehr langfristig gepachtet werden. "Dann läuft die Pacht eben über zehn Jahre." Das Problem derzeit sei aber vielmehr, dass das geltende Baurecht eigentlich nicht auf die Tiny- oder Modul-Häuser angewendet werden könne. "Kein Haus entspricht hier den Baunormen."

Zwei Dinge sind laut Tom Scheimer noch wichtig: Der Gedanke, den eigenen Wohnraum reduzieren zu wollen. "Und es geht auch um Gemeinschaft." Ein gemeinsames Waschhaus, ein Raum für die Gartengeräte, ein Platz für Feste und Versammlungen - das sei eben auch der Gedanke hinter dieser neuen Wohnform, die mit einem Grundstück von 150 bis 200 Quadratmeter anzusetzen sei. Die CSU-Vertreter zeigten sich bei dem Ortstermin begeistert, trotzdem machte der Oberbürgermeister eines deutlich: "Wir können uns nicht vom Baurecht verabschieden."

So kam es zu der Siedlung für Tiny-Houses

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