21.06.2019 - 16:47 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg schwimmt wieder 24 Stunden

Knapp 45 Millionen Meter haben die Teilnehmer in 33 Jahren zurückgelegt. Somit sind sie einmal um den Erdball geschwommen. Bestand hat bis heute der Teilnehmerrekord von 1986 - ob dies heuer beim 24-Stunden-Schwimmen getoppt werden kann?

Frühmorgens um 5 Uhr dem Sonnenaufgang entgegen. Vor zwei Jahren verzeichnete das 24-Stunden-Schwimmen 2440 Teilnehmer, die insgesamt 3092 Kilometer im Becken des Hockermühlbads zurücklegten.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Als Horst Kreuz von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) vor mehr als 33 Jahren ins Kulturamt gegangen war und dem damaligen Kulturamtsleiter vorgeschlagen hatte, ein 24-Stunden-Schwimmen im Hockermühlbad zu organisieren, war Norbert Fischer sofort von dieser Idee angetan - und ist es bis heute.

Für den Stadtverband für Sport würdigte er bei der Vorstellung der 15. Auflage der beliebten Breitensportveranstaltung am Freitag und Samstag, 19. und 20. Juli, das Engagement vieler Beteiligter. "Man kann mit Fug und Recht sagen, das ist eine Erfolgsgeschichte, die in Amberg ihresgleichen sucht." Das 24-Stunden-Schwimmen sei die größte Breitensportveranstaltung in der Stadt.

Mit Zahlen wartete Horst Kreuz, der die Veranstaltungen bislang mit Hubert Wagemann organisiert hatte, auf. Seit 1986 nahmen insgesamt 34 318 Schwimmer teil. Sie legten knapp 45 Millionen Meter zurück, "sind also einmal rund um die Erde geschwommen". Errungen wurden in den 15 Veranstaltungen von den Ambergern zwölf Bundessiege, was Kreuz als beachtlich wertete. Schließlich stünden bei dieser Aktion bundesweit 50 Städte im Wettbewerb, darunter auch Schwimmerhochburgen wie Meiningen und Wuppertal, "wo viele Leistungssportler antreten".

Amberg

Der Teilnehmerrektor bei der Premiere mit 4004 Schwimmern wurde übrigens bis heute nicht übertroffen. "Wir schwimmen für einen guten Zweck", verkündete Kreuz. Bislang wurden 57 000 Euro gespendet. Mit der Spende in diesem Jahr wird die Wasserwacht Amberg bedacht, worüber deren Vorsitzende Michaela Grüter sehr erfreut ist. "Als kleines Dankeschön unterstützen wir die DLRG heuer mit zwei Bahnen." Gemeint ist damit, dass die Wasserwacht heuer an zwei Bahnen im Einsatz sein werde, um die Aufsicht zu stellen und die Bahnen, die die Schwimmer zurücklegen zu zählen.

Insgesamt werden beim 24-Stunden-Schwimmen rund 100 Helfer im Einsatz sein. Norbert Fischer würdigte in diesem Zusammenhang auch das Engagement des Technischen Hilfswerks, das für die Nachtstunden eine Lichtgiraffe aufstellt. "Ohne die Lichtgiraffe könnten wir aus Sicherheitsgründen kein Nachtschwimmen anbieten." Fischer lobte außerdem den Einsatz der Sponsoren, allen voran die Stadtwerke als Badbetreiber. "Sie stellen das Bad kostenlos zur Verfügung und übernehmen die Verpflegung der rund 100 Helfer."

Der Vorsitzende des Stadtverbands für Sport bedauert, dass Kreuz und Wagemann aufhören, das 24-Stunden-Schwimmen zu veranstalten. Er freute sich aber, dass ein Nachfolger gefunden wurde: Bernd Parlow, stellvertretender DLRG-Vorsitzender.

Und der stellte gleich eine Neuerung vor: Die Veranstaltung ist im digitalen Schwimm-Zeitalter angekommen. Dafür hat DLRG-Mitglied Rainer Kratzer ein Erfassungstool für die Schwimmdaten kreiert. Laut Parlow können sich die Teilnehmer vorab im Internet (www-amberg.dlrg.de) online anmelden und die ausgegebene Startnummer dann mitbringen. Zudem stehen während der Veranstaltung Terminals zur Verfügung, um sich ebenfalls online zu registrieren. Man könne aber auch noch ganz konventionell zum Personal gehen und sagen, dass man schwimmen möchte. Die digitale Variante erleichtere es den Helfern auch, die Urkunden auszugeben. Zudem werde auf zwei Bahnen die Schwimmleistung digital erfasst.

Auf viele Teilnehmer hoffen nicht nur die Organisatoren, sondern auch Bürgermeister Martin Preuß. "Ich wünsche mir, dass der Teilnehmer-Rekord von 1986 geknackt wird." Er dankte den Anwohnern, die mit großem Verständnis auf die Veranstaltung ("Da ist der Lärmpegel ja auch in der Nacht hoch") reagieren.

Info:

Buntes Rahmenprogramm

Der Startschuss für das 24-Stunden-Schwimmen fällt am Freitag, 19. Juli, um 9 Uhr, wenn Vertreter der Stadt, der Sponsoren und der DLRG die ersten Bahnen im Hockermühlbad schwimmen. Danach sind bis 12 Uhr die Schulen an der Reihe. Diese haben sich nach Angaben von Helga Powalla vom städtischen Schul- und Sportamt bereits mit circa 600 Schülern angemeldet. Danach können alle anderen Interessierten bis Samstag, 20. Juli, um 9 Uhr schwimmen. Angeboten wird zudem ein buntes Rahmenprogramm von 15 bis 23 Uhr, das Musik, Zumba, Badehosengymnastik, Kanu-Vorführungen, Wasserkraken, Laufband und Aqua-bubble-Bälle beinhaltet. Laut Powalla können bei der Veranstaltung auch Sportabzeichen im Schwimmen abgelegt werden.

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