29.11.2020 - 18:46 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg-Sulzbach: Fehlende Coronawerte erschweren Prognose für Schulen

Am Samstag 14 neu gemeldete Coronafälle in Amberg und 35 im Landkreis Amberg-Sulzbach, am Sonntag dann in beiden Fällen keine Neuinfektion? Das kann nicht stimmen.

Wenn in Klassenzimmern der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht hergestellt werden kann, ist in Bayern für Corona-Hotspots ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200 nach dem 1. Dezember ein Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht vorgesehen. Ob und wie die Region Amberg-Sulzbach davon betroffen sein wird, ist derzeit unklar.
von Markus Müller Kontakt Profil

Der Blick auf die Homepage des Landesamtes für Gesundheit (LGL), das inzwischen wieder täglich die neuen Coronazahlen für Bayern veröffentlicht, zeigte am Sonntag Erstaunliches: In zwölf Landkreisen bzw. kreisfreien Städten enthielt die Tabelle in der Spalte „Fälle Änderung zum Vortag“ nur einen Strich. Darunter auch die Oberpfälzer Kommunen Amberg, Amberg-Sulzbach und Schwandorf. Also keine neuen Fälle, nachdem in den vergangenen Tagen immer auf einem stabil hohen Niveau gemeldet worden war? Unwahrscheinlich. Eine Datenpanne? Schon eher.

Die Homepage erhielt zwar keine Erklärung zu diesem konkreten Fehlen von Werten, doch allgemein ist dort beschrieben, wie die einschlägigen Daten generiert werden: aus Fällen, „die dem LGL über den elektronischen Meldeweg durch die bayerischen Gesundheitsämter mitgeteilt wurden“. Und da könne es „in seltenen Fällen von technischen Übermittlungsproblemen einzelner Stadt-/Landkreise zu vorübergehenden Abweichungen“ kommen.

Neue Inzidenz mit alten Zahlen

Was auch immer die ausbleibende Aktualisierung verursacht hatte: Die LGL-Technik blieb ungerührt und errechnete sich mit den Fallzahlen nach dem Samstagsstand einen neuen 7-Tage-Inzidenzwert. Der lag für Amberg bei 154 und für Amberg-Sulzbach bei 177. Genau wie auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts, die am Sonntag ebenfalls keine neuen Fälle für die Stadt und den Landkreis anzeigte.

Am Samstag hatte ein Zuwachs von 14 Fällen in Amberg den Inzidenzwert auf 185 (+5) anwachsen lassen. In Amberg-Sulzbach ließen 35 Neuinfektionen die 7-Tage-Inzidenz auf 207 sinken (-8). Zudem wurde hier ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit Corona gemeldet. Die Gesamtzahl beträgt jetzt 64 (in Amberg 5).

Dass es keinen validen 7-Tage-Inzidenz-Wert für Sonntag gibt, erschwert auch eine Prognose, wie es ab Dienstag mit den Schulen weitergeht. Nach den Vorgaben der Staatsregierung soll in Regionen mit einer Inzidenz über 200 für Schüler ab der 8. Klasse ein Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht verordnet werden.

Nicht vor dem 7. Dezember?

Nach den Informationen, die am Wochenende kursierten, scheint es in den Schulen zwei Denkrichtungen zu geben, wie das in der Praxis aussehen dürfte. Die eine geht davon aus, dass der Hybrid- bzw. Wechselunterricht am Tag nach der Überschreitung des Grenzwertes beginnt. Die andere vermutet, dass unabhängig von der Entwicklung der Inzidenzzahlen eine Teilung der Klassen nicht vor dem 7. Dezember erfolgen wird.

Auf der Homepage des Kultusministeriums war dazu am Sonntagabend die Erklärung zu finden: „Die Schulen erhalten eine gewisse Vorlaufzeit, um geeignete Maßnahmen zur Einführung des Mindestabstands bzw. zur Umstellung auf das Wechselmodell zu ergreifen. Schüler und Eltern werden jeweils so rasch wie möglich informiert. Dies gilt auch für die Kreise, in denen die 7-Tage-Inzidenz am 1. Dezember bereits bei mindestens 200 liegt. Die Pflicht zur Sicherstellung des Mindestabstands gilt ab dem auf die Überschreitung des Inzidenzwerts folgenden Tag.“

Wie sich die Corona-Situation am Freitag darstellte

Amberg

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Markus Müller

Können Sie da einen konkreten Fall benennen? / Markus Müller, AZ-Redaktion

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