25.07.2019 - 17:42 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger 24-Stunden-Schwimmen auch bei 15. Mal ein Erfolg

Vor 34 Jahren hatte Horst Kreuz von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft die Idee, ein 24-Stunden-Schwimmen zu organisieren. Bei der Siegerehrung zur 15. Auflage verabschieden er und Hubert Wagemann sich nun als Organisatoren.

Der Rekord von 1986 wurde beim diesjährigen 24-Stunden-Schwimmen nicht geknackt. Mit der Teilnehmerzahl ist der Vorsitzende des Stadtverbands, Norbert Fischer, aber dennoch „sehr zufrieden“ und spricht von einer „stolzen Zahl“. „Da werden nicht viele in Deutschland besser sein.“ Zur Siegerehrung kamen Organisatoren und Sponsoren im Rathaus zusammen.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Den Vorsitzenden des Stadtverbandes und damaligen Kulturamtsleiter Norbert Fischer musste Horst Kreuz damals nicht lange von seinem Vorschlag überzeugen. Fischer ist bis heute begeistert von der Aktion. „Die Zusammenarbeit mit der DLRG war immer toll. Es gibt nur wenige so engagierte Menschen“, dankte er Kreuz und Wagemann nun für deren jahrelangen Einsatz.

„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagte Kreuz im Rathaus. „Doch zum Glück kommen junge nach.“ Mit Bernd Parlow, stellvertretender DLRG-Vorsitzender, ist bereits ein Nachfolger gefunden.

15 Mal wurde das 24-Stunden-Schwimmen nun schon von der DLRG, dem Stadtverband für Sport und den Stadtwerken im Hockermühlbad ausgerichtet. In all den Jahren schwammen insgesamt 36 430 Teilnehmer 47 507 Kilometer. 61 000 Euro gingen an einen guten Zweck. 4000 Euro davon in diesem Jahr.

Und die kommen der Wasserwacht Amberg zugute. „Die Spende werden wir in eine neue Rettungs-Puppe investieren“, erzählte Daniel Musall von der Wasserwacht. Die soll wasserfest sein. „Damit wir realistisch üben können.“ Über das Geld freuen sich die Verantwortlichen sehr. „Wir sind immer auch als Helfer beim 24-Stunden-Schwimmen“, erzählte Michaela Grüter. „Das alles zeugt von der guten Zusammenarbeit mit der DLRG. Da ist keine Konkurrenz, sondern ein Miteinander.“

Zu den „Vätern des Erfolges“ des 24-Stunden-Schwimmens in Amberg zählt Norbert Fischer neben Horst Kreuz und Hubert Wagemann auch Bäderleiter Günter Schwarzer und den Geschäftsführer der Stadtwerke, Stephan Prechtl. Das sehen die beiden scheidenden Organisatoren genauso: „Ohne Bad wäre das alles nicht möglich. Und das wird uns immer kostenfrei zur Verfügung gestellt“, freute sich Kreuz. So verliehen er und Wagemann die Ehrennadel des DLRG in silber an Stephan Prechtl sowie die goldene an Günter Schwarzer.

Unmachbar wäre die Veranstaltung aber auch ohne die Sponsoren und vielen Helfer. 120 waren es und das sind laut Fischer „immer wieder die gleichen“. Die Bereitschaft zu helfen werde nicht größer, bedauerte er, umso dankbarer sei er denen, die mit anpacken. Seinen Dank sprach auch Bürgermeister Martin Preuß aus, dabei wandte er sich gleichwohl an die Anwohner, die in den besagten 24 Stunden so viel Verständnis für den erhöhten Lärmpegel zeigen.

Über 4000 Euro darf sich die Amberger Wasserwacht freuen: Daniel Musall, Horst Kreuz, Norbert Fischer, Michaela Grüter, Hubert Wagemann und Bürgermeister Martin Preuß (von links).

Siegerehrung im Amberger Rathaus

2112 Teilnehmer stiegen beim 24-Stunden-Schwimmen im Amberger Hockermühlbad ins Wasser. Insgesamt legten sie eine Strecke von 2735,8 Kilometern zurück.

  • Jüngste Teilnehmerin: Elisa Schanderl (4); 200 Meter
  • Jüngster Teilnehmer: Mortiz Lichtenegger (5); 100 Meter
  • Älteste Teilnehmerin: Dr. Elisabeth Hartl (89); 200 Meter
  • Ältester Teilnehmer: Hermann Meier (91); 1 Kilometer
  • Längste Strecke (weiblich): Michaela Schimpfhauser (15); 16,4 Kilometer
  • Längste Strecke (männlich): Ralf Doschat (55); 48,1 Kilometer
  • Schwimmstärkster Verein: Aqua Vitalis Kümmersbruck mit 28 Teilnehmern; 141,5 Kilometer
  • Schwimmstärkste Schule: Max-Josef-Grundschule mit 163 Teilnehmern; 127,6 Kilometer

Drei Fragen an Ralf Doschat

21 Stunden war Ralf Doschat im Wasser. Mit 48,1 Kilometern legte der 55-Jährige die weiteste Strecke beim 24-Stunden-Schwimmen zurück. Er arbeitet im Jobcenter und gibt Kurse bei der Schwimmschule Aqua Vitalis.

ONETZ: Herr Doschat, was war Ihr Antrieb und haben Sie sich speziell vorbereitet?

Ralf Doschat: Ich wollte einfach mal schauen, wieviel ein 55-Jähriger noch leisten kann. Ab Januar bin ich zweimal in der Woche 2000 Meter geschwommen. Ab Mai dann zweimal pro Woche 10 000 Meter.

ONETZ: Wieviele Pausen waren drin?

Ralf Doschat: Ich habe zwei größere Pausen mit Brotzeit gemacht, in denen ich mich auch abgetrocknet und umgezogen habe. Und noch ein paar Pinkelpausen. (lacht)

ONETZ: Haben Sie sich ein persönliches Ziel gesteckt und ab wann wurde es richtig hart?

Ralf Doschat: Ich wusste ja, wie schnell ich ungefähr bin. Dann habe ich mir ausgerechnet, dass ich zwischen 45 und 50 Kilometern schaffen will. Ab 20 oder 25 hab ich den Automatikgang eingelegt.

Amberg

 

 

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