26.09.2021 - 21:03 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger CSU feiert das Direktmandat für Susanne Hierl

Um 18.01 Uhr verziehen sich bei der CSU-Wahlparty Gesichter schmerzhaft, als die Prognose der ARD sowohl für die Union als auch für die SPD 25 Prozent anzeigt. Eine Stunde später haben die Christsozialen dann doch noch Grund zum Jubeln.

Applaus und Blumen für Susanne Hierl (Mitte), die als Nachfolgerin von Alois Karl das Direktmandat im Bundestagswahlkreis Amberg-Neumarkt wieder für die CSU gewonnen hat. Hierl verbrachte den ersten Teil des Wahlabends in Amberg, wo die CSU in der Alten Kaserne ihre Wahlparty abhielt.
von Markus Müller Kontakt Profil

Zufrieden sind sie bei der CSU in Amberg und Amberg-Sulzbach nicht mit den Ergebnissen, die bei der Wahlparty in der Alten Kaserne über die Leinwand flimmern. Nach zuletzt wieder anziehenden Umfrageergebnissen hatte man schon auf mehr Zuspruch gehofft.

Doch zumindest beim Direktmandat für den Wahlkreis 232 Amberg-Neumarkt wird es keine Zitterpartie. Die einlaufenden Erststimmen-Ergebnisse fallen alle so klar für die CSU-Direktkandidatin Susanne Hierl aus, dass sie sichtlich aufatmet.

Die Parteimitglieder klatschen lautstark, als die Amberger CSU-Vorsitzende Michaela Frauendorfer an Susanne Hierl einen Blumenstrauß überreicht, ihr zum Direktmandat gratuliert. Das hatte zuletzt 16 Jahre lang Alois Karl (CSU) inne. "Ihr habt es mir einfach gemacht", ruft die sichtlich gerührte Neumarkter CSU-Kreisvorsitzende Hierl den Ambergern und Amberg-Sulzbachern zu. "Ich freue mich auf die nächsten vier Jahre. Wir rocken das."

So ganz habe sie den Erfolg allerdings selbst noch nicht realisiert. „Ich weiß auch nicht, wie lange das braucht.“ Als immer mehr Parteimitglieder auf sie zukommen, ihr gratulieren, sie umarmen, ein Foto mit ihr machen wollen, bricht sich die Erkenntnis wohl langsam Bahn.

Bei den Verantwortlichen der Partei vor Ort sorgt das Unions- und speziell das CSU-Gesamtergebnis für erste Überlegungen zu den Gründen für die Einbußen. Der Amberg-Sulzbacher Kreisvorsitzende Harald Schwartz, zugleich Landtagsabgeordneter, sieht zwei große Ursachen für das Ergebnis: das Personalangebot – womöglich auch über den Spitzenkandidaten hinaus – und die Themensetzung. „Die geschah teilweise von außen, teilweise aber auch durch uns.“ Jetzt gelte es erst einmal zu schauen, auf welche Parteien sich denn die Stimmen ehemaliger CSU-Wähler verteilt hätten, wer also als Alternative wahrgenommen werde. Von der SPD sei dort, wo er, Schwartz, im Wahlkampf mit den Bürgern ins Gespräch gekommen sei, nie die Rede gewesen. „Mit Ausnahme von Scholz.“

Die Amberger CSU-Kreisvorsitzende Michaela Frauendorfer kann angesichts unklarer Hochrechnungszahlen zunächst nur einen „Minimalerfolg“ herauslesen: „Das es ausgeschlossen ist, dass eine Regierung unter Beteiligung der Linken zustande kommt.“

Oberbürgermeister Michael Cerny beurteilt die Verluste in Bayern als nicht so dramatisch. Seine Hoffnung, dass doch noch „eine vernünftige, unionsgeführte Bundesregierung rauskommt“, erhält durch die im Laufe des Abends eintreffenden weiteren Zahlen aber zunächst einmal keine Nahrung.

Das Endergebnis im Wahlkreis 232 lässt tatsächlich noch länger auf sich warten. "Das ist ein Massenthema bei der Briefwahl", erklärt gegen 21.20 Uhr der stellvertretende Kreiswahlleiter Martin Schafbauer. Das Ende der Auszählung sei aber absehbar.

Als das Endergebnis feststand, war Susanne Hierl „sehr zufrieden“ damit. „Mit so einem deutlichen Vorsprung hatte ich nicht gerechnet“, sagte sie auf AZ-Nachfrage. Ganz fassen werde sie den Erfolg wohl frühestens, wenn sie am Dienstag in Berlin in ihrer neuen Wirkungsstätte stehe.

Ein Porträt der CSU-Direktkandidatin Susanne Hierl

Amberg

 

 

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