20.11.2020 - 08:33 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Einzelhandelskonzept: SPD spricht von "Schön-Schauerei"

Die SPD in Amberg sieht Klärungsbedarf. Sie sieht sich wegen der von ihr angestoßenen Diskussion um das Einzelhandelskonzept in der Stadt in ein schiefes Licht gerückt. Fraktionschefin Birgit Fruth findet deutliche Worte.

SPD-Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Bei den Haushaltsberatungen im Stadtrat hatte die SPD das seit 2011 gültige Einzelhandelskonzept zur Disposition gestellt. Die Reaktionen darauf wollen Fraktionschefin Birgit Fruth nicht ganz einleuchten. "Warum die CSU in dieser Sache so emotional über uns herfiel und die sachlichen Argumente gar nicht wahrnahm, verstehe ich nicht", schreibt sie in einer Stellungnahme auf die Berichterstattung.

Die SPD vermisst die Würdigung ihrer Argumentation. Ihre Fraktion sei immer ein "Hüter der Altstadt, gerade auch des Einzelhandels" gewesen, sagt Fruth. "Sollte man nicht so fair sein und Dinge, die über Jahre so vor sich hindümpeln und eben nicht den erwünschten Effekt erzielen, zu hinterfragen?" Das Einkaufsverhalten der Amberger habe sich dramatisch verändert, gleichzeitig habe sich die Innenstadt dramatisch gewandelt. "Ob es uns nun gefällt oder nicht, der Online-Handel wird auch in Zukunft noch mehr greifen. Die Straßenzüge sind voll von Filialisten, die wenigen familiengeführten Läden sind an einer Hand abzuzählen", führt die SPD-Fraktionssprecherin aus. Sie verweist auf etliche Initiativen zur Stärkung des innerstädtischen Einzelhandels. Dennoch habe die Stadtspitze auf der grünen Wiese Einkaufsmagneten zugelassen. "Dass das zum Nachteil einer Innenstadt gereicht, das müsste selbst damals schon klar gewesen sein."

Diese Entwicklung gefalle auch der SPD nicht. "Wenn man es denn ändern möchte, mehr Schutz für unsere innenstadtrelevanten Sortimente zu erlangen, dann erwarte ich mir mehr Mut und konkrete Maßnahmen unserer Stadtspitze", erklärt Fruth. Und weiter: "Dann erwarte ich von einem OB, dass er rausfährt zu Aldi, Lidl, Norma und Co. und sich den Bossen entgegenstellt und die Körbe mitsamt innenstadtrelevanter Ware rausschiebt! Dann muss ein Verbot von Non-Food-Produkten eben auch durchgesetzt werden."

Solange es rund um die Stadt in jedem Markt alles zu kaufen gebe, was der Kunde auch in der Innenstadt erhalte, sei ein solches Einzelhandelskonzept nur "Schön-Schauerei dem Einzelhandel gegenüber, ein Papiertiger". Die SPD verwahre sich dagegen, als Sargnagel des Einzelhandels betitelt zu werden. CSU-Fraktionsvorsitzender Matthias Schöberl hatte in der Haushaltssitzung gesagt: "Wenn man in der Corona-Zeit einen Sargnagel in die Innenstadt schlagen will, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um das Einzelhandelskonzept abzuschaffen."

Der Bericht über den Schlagabtausch im Stadtrat

Amberg

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