12.05.2021 - 11:08 Uhr
AmbergOberpfalz

Wenn der Amberger Erzberg zum Müllberg verkommt

An manchen Tagen hat Herbert Schmidt überhaupt keine Freude an "seinem" Erzberg. Dann ärgert er sich, dass er hier eigens Bänke aufgestellt und die ehemalige Deponie der Luitpoldhütte zu einem attraktiven Naherholungsgebiet gemacht hat.

Herbert Schmidt auf der ehemaligen Deponie der Luitpoldhütte, die ihm gemeinsam mit einem Partner gehört. Leider muss er hier oft große Mengen an Müll wegräumen, was ihn sehr stört.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Es ist der berühmte Vorführeffekt. Just an dem Tag, an dem Herbert Schmidt, der Teil-Besitzer des Erzbergs, zeigen will, wie verschmutzt dieser immer wird, ist er beinahe blitzblank sauber und aufgeräumt. "Normalerweise liegen hier zerbrochene Bierflaschen drin", sagt Herbert Schmidt und zeigt auf einen der großen Steinhaufen, die auf der ehemaligen Abraumdeponie der Luitpoldhütte aufgestapelt sind. Trotzdem ist natürlich auch an diesem Tag Müll da. Eine angebrochene Tüte mit Erdnüssen, volle und leere Plastiktüten und natürlich die beinahe schon obligatorischen und immer vollen Hundebeutel liegen am Boden.

Bänke für Besucher aufgestellt

Vor einigen Jahren hat Herbert Schmidt große Teile des Erzbergs aus der damaligen Konkursmasse der Luitpoldhütte gekauft. 23 Hektar, durchzogen von den alten Stollen, in denen über Jahrhunderte Eisenerz gefördert wurde. Inklusive der alten Deponie, die kurz zuvor aufwendig saniert worden war. "Das hier war mein Leben", sagt der fast 70-Jährige, der ganz in der Nähe in Neuricht wohnt und auch aufgewachsen ist, warum er diesen Schritt gegangen ist. Obwohl er wusste, dass hier viel Arbeit und wenig Ertrag auf ihn warten. Mit viel Liebe zum Detail hat Herbert Schmidt in den vergangenen Jahren die alte Deponie mit ihrem herrlichen Blick über Amberg zu einem beliebten Naherholungsgebiet ausgebaut. Aus Baumstämmen hat er Bänke gesägt, zusätzlich lädt ein kleines Bankerl am Fuße der Deponie zum Sitzen und Schauen ein.

"Die haben mir schon gesagt, dass ich das Gelände einzäunen muss, wenn es nicht besser wird."

Erzberg-Eigentümer Herbert Schmidt befürchtet negative Folgen für alle

Herbert Schmidt will, dass die Menschen kommen und dieses einzigartige Flair genießen. "Aber sie sollen ihren Müll wieder mitnehmen!" Denn das ist, was den Forstwirt und Energieunternehmer so richtig ärgert: Dass hier gefeiert wird und dann der ganze Abfall liegen bleibt. Pizzaschachteln, Reste von Fast-Food, Plastik- und zerdepperte Bierflaschen hat er in den vergangenen Monaten und Jahren geduldig beiseite geräumt. Immer wieder ist es dabei auch zu extremen Fällen gekommen, so erzählt er und zeigt auf den großen Felsbrocken, der am Fuß der Deponie liegt. "Die werden einfach den Berg runter gerollt", erklärt Herbert Schmidt. Das ist nicht nur sehr gefährlich für die Menschen, die unten vorbei gehen. Es verursacht auch Schäden an der Einzäunung des Regenüberlaufbeckens.

Holzbank über Abhang geworfen

Auch die Holzbank, die hier oben steht, wurde schon den steilen Abhang zur Kleingartenanlage hinuntergeworfen. Und immer wieder wird hier – ganz in der Nähe der teilweise verdorrten Bäume, die aber aus Naturschutzgründen absichtlich stehen bleiben sollen – Feuer geschürt. Abgesehen davon, dass das natürlich nach der Sperrstunde an so exponierter Stelle auch der Polizei auffällt, schlagen inzwischen die Untere Naturschutzbehörde sowie das Landesamt für Umwelt Alarm. "Die haben mir schon gesagt, dass ich das Gelände einzäunen muss, wenn es nicht besser wird", zeigt Herbert Schmidt die Folgen für den dann nicht mehr vorhandenen Erholungswert der Deponie und seinen Geldbeutel auf.

Schon aus diesem Grund unternimmt Schmidt alles, um das zu verhindern und diese wunderschöne Fläche offen halten zu können. Sein Dank geht daher ausdrücklich an die Amberger Polizei, die seit einiger Zeit hier regelmäßig vorbeifährt und nach dem Rechten schaut. "Seither schaut es auch nicht mehr so aus", stellt Herbert Schmidt zufrieden fest. Trotzdem räumt er immer noch regelmäßig den Müll weg. "Bitte nehmt Euer Zeug wieder mit, wenn ihr hier oben wart", appelliert Herbert Schmidt an die Amberger. Denn er will, dass der Ort, an dem er praktisch sein ganzes Leben verbracht hat, für alle Bürger zu einem Platz der Ruhe und Erholung wird. Mit ein bisschen Disziplin wäre das auch überhaupt kein Problem.

Die illegale Feuerstelle auf dem Erzberg sorgt für Verdruss bei Eigentümer und Unterer Naturschutzbehörde.
Teilweise werden die großen Felsbrocken den Abhang hinunter geworfen. Das ist sehr gefährlich.

Erst jüngst schlug die Polizei auf dem Erzberg zu

Amberg

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