23.07.2021 - 20:12 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Kripo gelingt Schlag gegen Kinderpornoszene

Der Amberger Kriminalpolizei ist ein gewaltiger Schlag gegen Kinderpornographie gelungen. Wie aus Polizeikreisen verlautet, hat eine Anzeige eine wahre Ermittlungslawine ausgelöst.

Symbolbild.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Seit mehreren Monaten ermittelt die Kriminalpolizeiinspektion Amberg in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Amberg verdeckt gegen eine Vielzahl von Verdächtigen. Sie stehen unter anderem im dringenden Verdacht, Kinderpornographie besessen oder verbreitet zu haben. Dabei wurden von den Ermittlern jetzt zwei Großverfahren aufbereitet und der Staatsanwaltschaft übergeben.

Wie die Pressestelle der Kripo mitteilt, untersuchten die Amberger Ermittler ursprünglich wegen einer Anzeige bei der Polizei in diesem Jahr eine Chatgruppe in einem Messenger-Dienst etwas näher. Durch die Auswertung eines Mobiltelefons durch digitale Forensiker gelang es offenbar im Anschluss, weitere Chat-Gruppen ausfindig zu machen, in denen kinder- und jugendpornographische sowie tierpornographische, gewaltverherrlichende und volksverhetzende Inhalte eingestellt wurden.

Zwei Großverfahren entstanden

Hieraus entstanden laut Polizei zwei umfangreiche Großverfahren mit intensiver Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizeiinspektion Amberg und der Staatsanwaltschaft Amberg. Im Zuge dessen wurden die „Laufwege“ der versendeten Bilder und Videos nachverfolgt, woraus sich noch weitere Verdächtige feststellen lassen konnten. Insgesamt ermittelte die Amberger Kripo eigenen Angaben nach seit Aufnahme der Ermittlungen in den vergangenen fünf Monaten über 1.600 Tatverdächtige. Diese stammen aus dem gesamten Bundesgebiet. Einzelne wurden sogar im Ausland, wie zum Beispiel USA, Schweiz, Österreich und Frankreich ermittelt.

Die Ermittlungsarbeit hat ein Volumen von mehreren hunderttausend DIN-A4-Seiten, die der Staatsanwaltschaft jetzt in 21 großen Umzugskartons übergeben wurden. „Die Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie hat in den letzten Jahren stark zugenommen und beschäftigt uns deutlich in vielen Ermittlungsverfahren. Neben Menschen mit pädophilen Neigungen, sind es häufig auch Kinder und Jugendliche, die achtlos derartiges Material in Gruppenchats verschicken und sich damit regelmäßig strafbar machen. Deshalb richtet sich unser Appell ganz besonders auch an die Eltern, ihre Kinder für dieses Thema zu sensibilisieren“, sagt der stellvertretende Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Amberg, Peter Krämer.

Folgenschweres Fehlverhalten

Ausdrücklich weist die Polizei darauf hin, dass das Verbreiten und der Besitz von kinderpornographischen Schriften ein folgenschweres Fehlverhalten von jungen Menschen ist, die nicht wissen, was sie tun. Mittlerweile wird diese Tat als Verbrechen mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr eingestuft. Der vorsätzliche Besitz eines solchen Bildes als Chatgruppenmitglied reiche da aus. Somit sei die Einstellung von Verfahren wegen Geringfügigkeit oder gegen Auflagen künftig ausgeschlossen.

Dazu Erster Kriminalhauptkommissar Krämer weiter: „Wir verfolgen solch abscheuliche Taten intensiv mit allen rechtlich möglichen Mitteln, damit auch die Täter, die auf widerlichste Weise Geld verdienen, mit voller Härte bestraft werden können. Das hat bei uns oberste Priorität.“

In Mai durchsuchte de Polizei unter anderen die Wohnung eines Amberg-Sulzbachers

Amberg
Info:

Polizeiaktion: Dein Smartphone - Deine Entscheidung

  • Kindern werden heutzutage immer früher Smartphones zur Verfügung gestellt - selbst unter 10-Jährige sind als Nutzerinnen und Nutzer keine Seltenheit mehr. Dabei werden auch die bekannten Messenger-Dienste als „Klassen-Chats“ genutzt. Auf diesem Weg finden inkriminierte Inhalte problemlos und ungefiltert den Zugang zu Kindern und Jugendlichen. Oft werden diese ohne Gedanken zu den Folgen weiterversendet.
  • Das Polizei-Projekt „Dein Smartphone - Deine Entscheidung“ hat das Ziel, Schülerinnen und Schüler über die strafrechtlichen Aspekte zu informieren und die daraus resultierenden möglichen Folgen zu erläutern.
  • Nicht nur die Kinder und Jugendlichen werden im Rahmen des Projekts informiert, sondern auch insbesondere die Eltern. Diese übernehmen einen wichtigen Erziehungsauftrag bei der Entwicklung der Medienkompetenz ihrer Kinder.

"Die Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie hat in den letzten Jahren stark zugenommen und beschäftigt uns deutlich in vielen Ermittlungsverfahren."

Erster Kriminalhauptkommissar Peter Krämer

Erster Kriminalhauptkommissar Peter Krämer

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