Stärkung der starken Buslinien in der Stadt Amberg, Verbesserung der schwachen sowie ein optimierter Anschluss an die Bahn. Das ist in groben Skizzen das, was der neue Nahverkehrsplan des Zweckverbands Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS) für das Stadtgebiet von Amberg erreichen soll. Denn obwohl der Gesamtplan sowohl die Stadt als auch den Landkreis umfasst, müssen die beiden kommunalen Einheiten als Partner im ZNAS getrennt über die Neuordnungen in ihren Zuständigkeitsbereichen abstimmen. Am Donnerstag stellte Jonas Hüsam vom verbundenen Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) die Stärken- und Schwächenanalyse sowie die gewünschten Veränderungen für die Stadt im Amberger Verkehrsausschuss vor.
Was läuft gut im Amberger Busverkehr?
Die Vorzeigelinie im Amberger Stadtgebiet ist der 401er, der zwischen Bahnhof und Bergsteig verkehrt. Die Busse sind nach den Erhebungen des VGN fast zu jeder Tageszeit sehr gut ausgelastet, erst in den Nachtstunden lässt hier die Nachfrage nach. Der Erfolg des 401ers liegt nach Einschätzung von Michael Schittko (CSU) unter anderen daran, dass viele Bewohner des Milchhofviertels, die kein Auto besitzen, zu den Einkaufsmärkten auf den Franzosenäckern fahren. Gut gebucht sind auch die Busse, die ins Dreifaltigkeitsviertel fahren, wo rund 7000 Menschen wohnen.
Wo liegen die erkennbaren Schwachpunkte?
Konkurrenzlos schlecht angenommen wird nach wie vor die Altstadtlinie 415, die ohnehin nur auf Probe läuft. Aber auch der Eisbergbus (412) wird trotz hoher Bevölkerungsdichte fast überhaupt nicht genutzt. Gleiches gilt für den 406er, der über die Katharinenhöhe ins Drillingsfeld und dann weiter zum Gewerbegebiet West an der Fuggerstraße fährt, bevor er über das Max-Reger-Gymnasium und das Kurfürstenbad zurück zum Bahnhof gelangt. "Die Zahlen sind schon teilweise erschütternd", kommentierte das am Donnerstag Veronika Niklaus, die als Bewohnerin der Frühlingstraße jeden Tag die leeren Busse an sich vorbei fahren sieht. Nach Erkenntnissen des VGN ist hier einfach die Umlaufzeit zu lang. Der Bus fährt zu viele "Schlenker". Wer beispielsweise von der Fleurystraße zum Bahnhof will, bekommt eine umfangreiche und zeitintensive Stadtrundfahrt geboten, bevor er an sein Ziel gelangt.
Was soll sich ändern?
Grundsätzlich müssen nach Einschätzung des neuen Nahverkehrsplans die Verbindungen direkter und damit schneller werden – schlenkerfrei. "Wir wollen möglichst die Direttissima", sagt Ulrich Schaller, der Leiter der Stabststelle Mobilität bei der Stadt Amberg. Das zeigt sich unter anderem an der bisherigen Linie 406, die dann auf möglichst direktem Weg über die Katharinenhöhe ins Drillingsfeld verkehren soll. Dort wendet der Bus und fährt zum Bahnhof zurück. Mit der Option, später einmal, wenn die Eglseer Straße entsprechend ausgebaut ist, auch Alt-Eglsee anbinden zu können. Grundsätzlich wird es auch eine intensivere Verschränkung der Amberger Citybus- und Überlandlinien geben. So fährt der Citybus beispielsweise nach Poppenricht oder Ammerthal, einzelne Fahrten werden bis in den Landkreis Schwandorf verlängert. Umgekehrt bedienen die Regionallinien beispielsweise Ammersricht.
Wo gibt es weiteren Änderungsbedarf?
Die Anbindung der großen Amberger Industriegebiete und -werke ist schon länger ein Wunsch gewesen. Auch hier bessert der neue Nahverkehrsplan nach. So soll unter anderem das Amberger Siemenswerk besser per Bus erreicht werden können. Generell gilt: Der Takt soll sich ändern. So ist für den Innenbereich samt der großen Wohnviertel der Stadt ein 30-Minuten-Takt vorgesehen. Im Außenbereich, der hauptsächlich aus den Amberger Stadtdörfern besteht, wird immer noch ein Stunden-Takt erreicht. Gewollt ist auch eine besseren Verschränkung mit dem Fahrplan der Deutschen Bahn. Das Problem hier besteht laut Jonas Hüsam vom VGN, dass man den Busverkehr entweder mit der Fahrrichtung Nürnberg oder mit Regensburg synchronisieren könne. "Die Abfahrtszeiten liegen hier leider sehr ungünstig." Neu wird auch sein, dass schwache Verkehrszeiten der Linien künftig verstärkt über Rufbusse abgedeckt werden sollen.
Wo wird noch diskutiert?
Da der Nahverkehrsplan bisher nur ein Entwurf ist, läuft derzeit die politische Diskussion in den Gremium. Je nach Wohnort setzen sich die Stadträte natürlich für "ihr" Viertel ein. So bemängelt Dieter Amann (SPD), dass mit der neuen Linienführung des 406er Busses die beiden Bushaltestellen in der Othmayrstraße im Katharinenviertel wegfallen sollen. Dadurch seien viele Bewohner gezwungen, weite Fußwege zur nächsten Haltestelle auf sich zu nehmen. Dem widerspricht allerdings Jonas Hüsam. Grundsätzlich gelte für den sogenannten Innenbereich, zu dem die Othmayrstraße gehört, dass der Weg zur nächsten Haltestelle nicht weiter als 300 Meter sein darf. Die neue Eisberg-Linie 402 werde entsprechend eine Haltestelle für diesen Bereich erhalten. "Es wird ja nicht automatisch attraktiver, wenn wir es so lassen, wie es jetzt ist", kommentierte Oberbürgermeister Michael Cerny in der Sitzung des Verkehrsauschusses den Vorschlag von Amann, erst dann etwas zu verändern, wenn auch der Anschluss von Alt-Eglsee möglich ist.
Was wird das alles kosten?
"Ziel muss es sein, dass alles besser angenommen wird", gibt der Oberbürgermeister die Richtung vor. Denn die Veränderung kostet. Der VGN rechnet mit Mehrkosten von 1,6 bis 2,7 Millionen Euro für die Umsetzung des neuen Nahverkehrsplans. Das ist viel Geld, das die Stadt und der Landkreis als Gesellschafter des Zweckverbands Nahverkehr nicht so ohne weiteres aufbringen können. Dafür muss nach Einschätzung von Michael Cerny dann schon ordentlich etwas vorangehen. Allerdings rechnet der VGN damit, zusätzlich Geld über mehr Fahrgäste und vor allem öffentliche Zuschüsse vom Bund oder Freistaat einnehmen zu können. Davon würden die beiden Partner des ZNAS natürlich profitieren.
Wann geht es los?
Wo es möglich ist und die Änderungen eher im geringfügigen Bereich vorgenommen werden müssen, wird schon 2024 begonnen – vorausgesetzt natürlich, der ZNAS segnet das Projekt ab. Größere Veränderungen können erst dann gemacht werden, wenn die Linienbündel neu ausgeschrieben werden. Das ist für das Bündel 1, das die Stadt betrifft, erst 2026 der Fall. Bis dahin muss das Konzept aber zu 100 Prozent stehen, da die einzelnen Ausschreibung über acht bis neun Jahre laufen werden. "Wir können nicht einfach nach ein oder zwei Jahren etwas ändern", so OB Michael Cerny. Daher plädierte er dafür, lieber vorsichtig zu starten und im Bedarfsfall Leistungen nachträglich zuzubuchen bei den beteiligten Busunternehmen. Der Verkehrsausschuss stimmte am Ende einstimmig für den vorgelegten Entwurf, das letzte Wort hat aber der Stadtrat.






















Amberg hat einen wunderschönen Busbahnhof. Aber der Umsteigeweg zu den Zügen ist dann nur für eine Richtung optimal. Die Züge der Relation Nürnberg Hbf - Schwandorf halten am Hausbahnsteig. Wer zu diesem Zug muß oder mit diesem Zug ankommt, hat einen schönen ebenen Weg. Wer nach Nürnberg will oder aus Schwadorf kommt, muß erst einmal über den gesamten Hausbahnsteig laufen. Der ist oft gut besetzt und dann durch den am östlichen Ende gelegenen Bahnsteigtunnel auf den Bahnsteig für Gleis 2 und 3.
Es gibt den Fußgängertunnel zwischen dem Busbahnhof und der Ruoffstraße. Der ist sogar in einem benutzbaren und vorzeigebaren Zustand. Aber ihm fehlt die Treppe zum Bahnsteig Gleis 2 und 3. So etwas war bis in die 60'er-Jahre, als es noch eine Bahnsteigsperre gab, sinnvoll. Für die Reisenden nach Nürnberg und aus Schwandorf wäre das heute optimal. Ist es wirklich nicht kurzfristig möglich, eine simple Treppe aus dem Tunnel zum Bahnsteig zu bauen? Ich weiß, barrierefrei ist das nicht.
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