Amberg
02.07.2021 - 11:42 Uhr

Amberger Pfarrer Josef Frey feiert 50-jähriges Priesterjubiläum

„Es war für mich nicht einfach, die Berufung zum Priesteramt zu erkennen“, gesteht Pfarrer Josef Frey. In sein erfülltes Leben als Priester und Seelsorger gab er zu seinem 50-jährigen Priesterjubiläum Einblick.

Pfarrer Josef Frey feiert am Samstag in seiner Ruhestandspfarrei Hl. Dreifaltigkeit sein 50-jähriges Priesterjubiläum. Bild: ads
Pfarrer Josef Frey feiert am Samstag in seiner Ruhestandspfarrei Hl. Dreifaltigkeit sein 50-jähriges Priesterjubiläum.

Pfarrer Josef Frey feiert Samstag, 3. Juli, um 17 Uhr bei der Abendmesse in der Dreifaltigkeitskirche sein 50-jähriges Priesterjubiläum. Anschließend ist ein Sektempfang am Kirchplatz geplant. Am Tag genau vor 50 Jahren wurde Pfarrer Frey am 3. Juli 1971 im Dom zu Regensburg von Bischof Rudolf Graber zum Priester geweiht. „Ich bin Gott noch immer unendlich dankbar für meine Berufung zum Priester und überrascht von seiner Gnade“, sagt der Priesterjubilar.

Er ist 1942 in Mintraching als erstes Kind eines Bauingenieurs geboren, nach ihm kamen zwei Schwestern. Als einziger Sohn sollte er das Ingenieurbüro seines Vaters übernehmen, aber der Weg zum Abitur über das Gymnasium in Weiden und Regensburg seien nach seinen Aussagen gescheitert. Seine Eltern waren traditionelle Christen, die ihren Glauben mit dem sonntäglichen Kirchenbesuch und der Beichte und Kommunion praktizierten. „Allerdings scheint es, dass der damalige Pfarrer von Mintraching, Andreas Birner, meine religiöse Ader schon sehr früh erkannt hat“, vermutet Frey.

Immer die schönsten Mädchen ausgesucht

Er kann sich ganz genau erinnern, als es ihn nach Ende seiner schulischen Laufbahn in Regensburg auf dem Weg zum Bahnhof in den Dom ging, wo er sein Leben Gott anbot: „Mach du aus meinem Leben, was du willst.“ Die Antwort habe nicht lange auf sich warten lassen, denn überraschend sei Pfarrer Birner zu ihm nach Hause gekommen und habe rundheraus gefragt, ob er Priester werden wolle, denn dann wüsste er etwas für mich, erinnert sich Frey. „Ohne zu überlegen, sagte ich ja. So habe ich meine Berufung ‚erscheitert‘, wie es Bischof Klaus Hämmerle von Aachen einmal ausdrückte“, erzählt der Priesterjubilar.

Er besuchte dann das Spätberufenen-Gymnasium in Waldram, das er 1965 mit dem Abitur abschloss. Josef Frey erinnert an eine häufige Aussage seiner Schwester zur damaligen Zeit: „Josef wird einmal kein Priester, denn beim Tanzen sucht er sich immer die schönsten Mädchen aus“. „Wie man sich irren kann“, ergänzt der Priesterjubilar. Denn er ging mit dem Abitur in der Tasche in das Priesterseminar nach Regensburg und begann gleichzeitig das Studium der katholischen Theologie und Philosophie.

Zum Freisemester ging es nach Tübingen, wo damals Professor Dr. Josef Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI, Dogmatik lehrte. Josef Frey hat nach seinen Aussagen gerade in Tübingen die Studentenunruhen erlebt, aber auch in seiner Priesterausbildung in Regensburg in der nachkonziliaren Zeit das sinkende Ansehen der Priester in der Gesellschaft zu spüren bekommen. „Wenn wir am Sonntag im Chorrock vom Priesterseminar in den Dom zur Messe gegangen sind, wurden wir von der Bevölkerung angepöbelt“, erinnert sich der Priester. Schließlich wurde Josef Frey 1971 im Dom St. Peter in Regensburg zum Priester geweiht.

Angst und Zweifel

„Es war ein unbeschreibliches Glücksgefühl für mich, aber in meinem Herzen waren sowohl Zweifel, ob ich auch würdig bin für diesen Dienst. Und ich hatte auch Angst, ob ich die Aufgaben als Priester und Seelsorger bewältige. Und so sagte ich zu Gott: ‚Du hast mich zum Priester berufen, du kennst meine Schwächen und meinen Charakter, so musst du dafür sorgen, dass alles gut wird‘.“ Bald darauf lernte er durch den Schweizer Priester Toni Weber die Fokolarbewegung kennen: „Deren Spiritualität haben mir Halt und Formung im Glauben gegeben, die mein Wirken als Priester und Seelsorger prägten.“ „Ich kann Gott nur danken für seine Gnade und all die Menschen, die mich begleitet und getragen haben in meinem Dienst als Priester und Seelsorger über 50 Jahre. Ich wundere mich, wie schnell die Zeit vergangen ist, die erfüllt war vom Wirken für die Menschen und für die Kirche. Bis heute ist es nie leicht gewesen, ein Mitglied der Kirche Jesu Christi zu sein, aber Gott leitet und begleitet sie mit dem Heiligen Geist. Er hat ja versprochen, dass sie nicht untergeht, auch heute nicht in dieser Umbruchzeit“, betont Pfarrer Frey.

Nach der Feier seines Priesterjubiläums in der Pfarrei Dreifaltigkeit feiert Pfarrer Frey sein Priesterjubiläum in Schamhaupten bei Altmannstein (Landkreis Eichstätt) in der Pfarrkirche St. Georg am Sonntag, 4. Juli, um 18 Uhr, wo er 30 Jahre als Priester und Seelsorger gewirkt hat, und am 11. Juli, um 10.30 Uhr in seiner Heimatpfarrei in St. Mauritius in Mintraching (Landkreis Regensburg).

Amberg28.06.2021
Info:

Fokolar-Bewegung

  • Gegründet: 1943 in Trient von Chiara Lubich (1920-2008)
  • Fokolar-Bewegung ist innerhalb der katholischen Kirche entstanden
  • Weltweit zählt die Bewegung nach eigenen Angaben rund 140 000 Mitglieder und etwa zwei Millionen so genannte Freunde
  • Neben katholischen Christen lassen sich etwa 50 000 Christen aus anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften von der Spiritualität der Bewegung prägen.
  • Rund 30 000 Angehörige anderer Religionen suchen die Möglichkeit des Austauschs über gemeinsame Werte und Ziele
  • Spiritualität der Einheit: Gründet in der Bibel in einer Aussage im Johannes-Evangelium: „Alle sollen eins sein“
  • Ziel: Auf allen Ebenen und in allen Bereichen Respekt und Toleranz stärken; Beitrag zu mehr Geschwisterlichkeit und Einheit in der Welt geben
 
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