22.05.2019 - 11:05 Uhr
AmbergOberpfalz

"Amberger Prügelattacken-Täter" abgeschoben

Einer der Verurteilten der Amberger Prügelattacke ist in der Nacht auf Mittwoch nach Afghanistan abgeschoben worden. Er hatte Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Blick auf die Anklagebank am Tag der Urteilsverkündung. Einer der vier jungen Männer hat nun Berufung eingelegt.
von Eva-Maria Hinterberger Kontakt Profil

(ehi/jum) Einer der "Amberger Prügelattacken-Täter" ist vergangene Nacht nach Afghanistan abgeschoben worden. Das gab Bayern Innenminister Joachim Herrmann am Mittwochmorgen in einer Pressemitteilung bekannt. Das Flugzeug sei am Dienstagabend gegen 22 Uhr vom Flughafen Düsseldorf gestartet und am Mittwochmorgen in Kabul gelandet, heißt es weiter.

Prügel-Attacke: Angeklagter legt Berufung ein

Amberg

"Damit haben wir unsere Ankündigung nach dem Strafurteil am 10. Mai 2019 schnell umgesetzt und für Tatsachen gesorgt", erklärte Herrmann laut Mitteilung. Er kündigte an, "die Linie der konsequenten Abschiebung von Straftätern weiter fortzusetzen". "Jemand, der hier um Asyl ersucht, aber gleichzeitig massiv gegen Gesetze verstößt und beispielsweise andere verletzt, hat hier nichts mehr zu suchen." Speziell für solche Fälle hat der bayerische Innenminister eine beim Landesamt für Asyl und Rückführungen angesiedelte Task-Force eingesetzt.

"Unmittelbar nach dem Urteilsspruch haben wir nahtlos die Abschiebungshaft erwirkt", ergänzte der Minister. "Alle an diesem Verfahren beteiligten Behörden haben äußerst effektiv und erfolgreich zusammengearbeitet." Der abgeschobene 18-jährige Afghane wurde vom Jugendschöffengericht aufgrund der Angriffe auf Passanten wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Er hatte kurz darauf jedoch Berufung gegen das Urteil eingelegt. Dieser Schritt ist aber kein Hinderungsgrund für eine Abschiebung. Der Angeklagte hätte theoretisch auch schon vor dem Prozess abgeschoben werden können, wenn die Amberger Staatsanwaltschaft zugestimmt hätte. Dies hat sie nicht getan, möglicherweise um das Verfahren nicht zu gefährden. Nun ist die Zustimmung aber offensichtlich erfolgt.

Bezüglich des in Amberg zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilten Iraners erklärte Herrmann, dieser werde seine Strafe in einem bayerischen Gefängnis absitzen. Unmittelbar nach Verbüßung der Strafe soll er direkt in den Iran abgeschoben werden. Wir berichtet können die beiden anderen Schläger aus Amberg derzeit nicht abgeschoben werden. Für den einen hat das Bundesamt für Asyl und Migration wegen seiner Minderjährigkeit ein Abschiebeverbot erteilt, der andere ist als Vater eines deutschen Kindes geduldet.

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