Amberg
28.07.2026 - 15:32 Uhr
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Amberger Stadtrat lehnt mit Mehrheit die Fahrradstraße durch den Stadtteil Wagrain ab

Eine Fahrradstraße quer durch den Amberger Stadtteil Wagrain sollte geschaffen werden. Nach diversen Runden in städtischen Gremien ist die Fahrradstraße jetzt zum Prüffall geworden. Sicher ist: Eine Fahrradstraße wird es dort nicht geben.

Nun gehört es inzwischen durchaus zu unseren Leidenschaften hier, über Fahrradstraßen zu schreiben. Oder vielmehr: über "die" Fahrradstraße. Nämlich über die, die den Radverkehr von der vielbefahrenen Bayreuther Straße/B299 in Amberg weg, hin in die parallel dazu verlaufende Hammermeisterstraße im Ortsteil Wagrain bewegen sollte. Diese geplante Fahrradstraße wurde inzwischen in den städtischen Gremien rauf- und runtergenudelt, wurde mehrfach verändert und stand kürzlich sogar plötzlich vor dem Aus. Am Montag war sie Thema im Stadtrat. Und es darf versprochen werden: Das Ende vom Lied der Fahrradstraße ist noch nicht erreicht.

Wir erinnern uns: Am Anfang stand die Idee der Stabsstelle Mobilität, eine "richtige" Fahrradstraße quer durch den Wagrain nach Ammersricht zu schaffen. Mit roten Markierungen an jeder Kreuzung, mit Vorfahrt für Radler, mit entsprechenden Schildern und öffentlichen Zuschüssen. Dann wurde umgeplant, nun sollte es ohne Markierungen und Subventionen gehen. Und in der letzten Sitzung des Bauausschusses wollte plötzlich fast niemand mehr überhaupt eine richtige Fahrradstraße haben. Eher so eine Art, auf der man halt besonders achtsam mit Radlern umgeht.

90 Verkehrsschilder

Wir springen in den Stadtrat am Montag. Dort stand die Fahrradstraße light jetzt erneut zur Abstimmung. Die CSU-Fraktion hatte durch die Vorlage eines alternativen Sieben-Punkte-Plans schon einmal deutlich gemacht, dass sie der Version der Stabsstelle Mobilität nicht zustimmen werde. Fraktionssprecher Christian Schafbauer redete von "schwierigen Rahmenbedingungen" wie rund 90 Verkehrsschilder, die für eine solche Fahrradstraße montiert werden müssten und dass die Anwohner das Geld dafür lieber für das Flicken von Schlaglöchern verwendet sehen würden.

"Wir wollen nicht, dass der Entwurf verwässert wird", hielt Claudia Ried (Grüne) dagegen. Denn an sich könnten Radfahrer ja heute schon auf der Hammermeisterstraße fahren, statt die Bayreuther Straße entlang. "Das tun sie aber nicht." Mangels Attraktivität dieser Alternative. Ihr Vorschlag, den Rudolf Scharl (Liste Amberg) bereits im Bauausschuss gemacht hatte: Tun wir es halt einfach mal für eine bestimmte Zeit und schauen dann, ob die Fahrradstraße angenommen wird – oder eben nicht. "Es sind doch nur Schilder", wies Claudia Ried auf den doch geringen "Schaden" hin, der dadurch angerichtet würde.

Lieber Verbesserungen am Radweg

Dem stimmte auch Tobias Winter (Linke) zu, der darauf hinwies, es seien doch schon Geld und Zeit in der Planung gebunden gewesen. "Man braucht einfach mal den Mut, es zu machen", so Winter. Anders sieht es der fraktionslose Dieter Mußemann. Für ihn ist und bleibt die Route an der Bayreuther Straße die Vorrangstrecke von Amberg nach Ammersricht. Daher sei er zwar für strukturelle Verbesserungen in der alternativen Hammermeisterstraße, doch er positionierte sich gleichzeitig gegen eine vorfahrtsberechtigte Fahrradstraße dort. Lieber solle man schauen, ob man nicht am Radweg entlang der Bayreuther Straße noch Verbesserungen machen könne. "Eventuell kann man die beiden Fahrradwege auf beiden Seiten zu einem breiteren zusammenlegen."

Nun waren in der durchaus engagierten Diskussion die einen dafür, die anderen dagegen. Dafür wegen der massiven Attraktivitätssteigerung (Martin Frey, Liste Amberg) oder weil es eigentlich keinen geeigneteren Punkt in der Stadt gebe, um endlich mal eine "richtige" Fahrradstraße zu schaffen (Klaus Mrasek, ÖDP). Andere waren genauso überzeugt davon, dass es falsch wäre, eine Fahrradstraße am Wagrain zu schaffen. Weil man schon absehen könne, dass das kein Erfolg wird (Florian Fuchs, SPD) oder man lieber darauf hinweisen solle, dort als Verkehrsteilnehmer "achtsam" miteinander umzugehen (Stefan Ott, CSU).

24 Stadträte dagegen

Am Ende musste die Abstimmung zeigen, in welche Richtung es weitergehen soll. 24 StadträtInnen waren dagegen, nur 12 dafür, eine Fahrradstraße zu bauen. An die Verwaltung ging der Auftrag, den Sieben-Punkte-Plan der CSU-Fraktion bezüglich der Machbarkeit und der Kosten zu prüfen. Die sieben Punkte sind: 1. Verzicht auf die Ausweisung einer Fahrradstraße; 2. Markierung der Fahrradroute durch Fahrbahnsymbole; 3. Umsetzung der Neugestaltung Kugelfang/Langangerweg (gemeint ist hier die Schaffung von zusätzlichen Parkplätzen bei der Germania).

4. Asphaltierung des östlichen Weges am Ammersrichter Obstanger; 5. Rote Fahrbahnmarkierungen an der Bayreuther Straße; 6. Fernradwegkennzeichnungen (Beschilderung und digital); 7. Prüfung der Radwegsituation entlang der B299 und St2238. Nach der Prüfung dieser sieben Punkte durch die Verwaltung dürfte die Nicht-mehr-Fahrradstraße am Wagrain die nächste Runde in den städtischen Gremien drehen.

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