01.10.2019 - 15:54 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Stadtrat votiert einstimmig für Bauleitplanung auf dem Mariahilfberg

Einstimmig und mit viel Unverständnis für die IG Unser Berg stellte der Stadtrat am Montagabend die Weichen für die Bauleitplanung in Sachen Bergwirtschaft. Viel Lob gab es hingegen für den Entwurf des Architekten Georg Zunner.

So könnte die Bergwirtschaft nach der Sanierung und der Erweiterung aussehen.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Gerade Helmut Wilhelm (Grüne) gilt als absolut unverdächtig, wenn es um die Gefahr geht, er könne für die Zerstörung des Mariahilfbergs eine Lanze brechen. Wilhelm ist Mitglied der Freunde des Mariahilfbergs, drei Jahre lang war er sogar Vorsitzender des Vereins, der sich den Erhalt und Schutz des Amberger Wahrzeichens zum Ziel gesetzt hat. Trotzdem sagte er am Montagabend wörtlich im Stadtrat: "Ich finde es absolut unerklärlich, wie die IG Unser Berg zur Forderung kommt, die Aufstellung des Bebauungsplans abzulehnen."

Mit dieser Meinung stand er im Gremium übrigens nicht allein. Vielmehr teilte er sie mit den 36 anderen Stadträten, die in der Sitzung anwesend waren und die exakt für den Beschlussvorschlag des Baureferenten votierten, in Sachen Neubau der Bergwirtschaft eine förmliche Bauleitplanung in Form eines Bebauungsplans einzuleiten. Samt darin eingeschlossener Beteiligung aller relevanten öffentlichen Stellen und vor allem der Bevölkerung. Einzig Eberhard Meier (Freie Wähler) bemängelte, man hätte hier im Vorfeld einen Termin für die Bürger machen sollen, bei dem die Planung vorgestellt und umfassend alle Fragen beantwortet werden. Damit hätte man sich womöglich den Ärger erspart, den man jetzt habe.

Vor die Aussprache und die Abstimmung der Räte hatte die Geschäftsordnung des Stadtrats eine umfangreiche Erläuterung des Sachstands durch den zuständigen Baureferenten Markus Kühne gesetzt. Kühne ging darin unter anderem noch einmal auf die Planungsgeschichte ein, die in der ersten öffentlichen Präsentation eines Modells der "neuen" Bergwirtschaft im Oktober 2018 ihren Anfang hatte. Nach einigen Änderungen in der Planung - die zuletzt im Mai im Bauausschuss öffentlich vorgestellt wurde - folgte im Juli der eigentliche Bauantrag des Investors Michael Fellner.

"Der Antragsteller hat einen Anspruch auf Erteilung der Baugenehmigung, wenn die Erschließung gesichert ist und öffentliche Belange nicht beeinträchtigt werden", sagte Kühne. Ob das so ist, darüber entscheidet das Bauleitverfahren inklusive naturschutzrechtlicher Beurteilung, Emissionsprüfung und nicht zuletzt der Einschätzung des Denkmalschutzes an dieser hochsensiblen Stelle des Mariahilfbergs. Unter anderem sei zu prüfen, so heißt es in der öffentlich zugänglichen Beschlussvorlage, ob durch den Neubau die Störung des sensiblen Lebensraums von Fledermäusen und Nachtinsekten bewirkt werde. Auf Nachfrage von Hans-Jürgen Bumes (Grüne) erläuterte Kühne weiter, dass mit der Sanierung auch die wilde Parkerei im Umfeld der Gaststätte endlich ein Ende finden soll.

Nur der Pächter soll direkt neben dem alten Mesnerhaus parken können - dazu kommen zwei Behindertenparkplätze. Der Rest soll das Auto hinter der Schranke abstellen, die heute ständig geöffnet ist. Was zum Teil zu wilden Parkorgien rund um die Loretto-Kapelle führt. Michaela Frauendorfer (CSU) fand darauf sehr deutliche Worte in Richtung der IG Unser Berg. "Es muss immer fair bleiben", forderte sie von deren Akteuren. Und nicht auf Fake-News beruhen, wie es leider bei der IG oft der Fall sei. "Ich finde das keinen guten Weg", sagte sie in Richtung der IG-Mitglieder, die zum Teil im Zuschauerraum saßen.

"Wir sind weit von den Horrorvisionen entfernt, die hier verbreitet werden", begründete Frauendorfer ihre uneingeschränkte Zustimmung zur vorgelegten Planung. "Dass man so voreingenommen ist, das kann ich nicht nachvollziehen." "Der Berg ist der Brennpunkt des Amberger Lebens", zeigte Hans-Jürgen Bumes (Grüne) kleines Verständnis für Skeptiker der Planung. "Aber die Bauleitplanung klärt hier alle offenen Fragen", beruhigte er sie .

Amberg
Stadtrat Helmut Wilhelm (Bündnis 90/Die Grünen).
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