06.07.2021 - 15:55 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Unternehmen zahlt hohen fünfstelligen Betrag an Betrüger

Fette Beute für Betrüger: Ein Unternehmen aus Amberg ist auf eine dreiste Betrugsmasche hereingefallen. Eine Mitarbeiterin der Firma hat einen hohen fünfstelligen Betrag an Kriminelle nach Großbritannien überwiesen.

Ein Amberger Unternehmen ist Opfer der sogennanten "CEO-Fraud"-Masche geworden.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Das Unternehmen sei bereits am 1. Juli Opfer des sogenannten "CEO-Fraud" geworden, heißt es. Beim CEO-Fraud (CEO steht für Chief Executive Officer) handelt es sich laut Polizei um ein Betrugsphänomen, das auch unter dem Namen "Fake-President-Fraud/-Trick" oder "Chef-Masche" bekannt ist. Die Täter geben sich dabei als Chef oder Geschäftsführer eines Unternehmens, als Vorstandsmitglied, Anwalt oder als Beschäftigter einer Behörde, zum Beispiel der Bafin, aus. So getarnt, bitten sie einen überweisungsberechtigten Mitarbeiter des Unternehmens (Buchhaltung, Finanzabteilung) per E-Mail oder Telefon, eine größere fünf- bis achtstellige Summe, typischerweise für eine Unternehmensübernahme, ins Ausland (insbesondere China, Hongkong, Polen, Tschechien oder Ungarn) zu überweisen. Zur Betrugsvorbereitung und -durchführung setzen die Täter laut Polizei sogenanntes "Social Engineering" und "Technical Engineering" ein. Dafür nutzen sie Informationen, die Unternehmen in Wirtschaftsberichten, im Handelsregister, auf ihrer Homepage oder in Werbebroschüren veröffentlichen. Die Täter legen ihr Augenmerk insbesondere auf Angaben zu Geschäftspartnern und künftigen Investments.

Opfer dieser Betrugsmasche wurde nun ein Unternehmen aus Amberg. Ein bislang unbekannter Täter erstellte sich eine geringfügig von der E-Mail-Adresse des Geschäftsführers abweichende Fake-E-Mail-Adresse und kontaktierte eine Mitarbeiterin des Unternehmens. Anschließend verlangte der Täter, der sich als Geschäftsführer ausgab, die Ausführung einer Überweisung auf ein Konto in Großbritannien. Dass es sich um eine fingierte Nachricht eines Betrügers handelte, konnte die Mitarbeiterin nicht erkennen.

Die Kriminalpolizeiinspektion Amberg hat die Ermittlungen in diesem Fall übernommen. Die Polizei warnt eindringlich vor der technisierten Betrugsmasche. Nicht nur größere Unternehmen sollten Vorkehrungen treffen, um nicht getäuscht und somit Opfer der Betrüger zu werden. Die Polizei rät:

  • Überprüfen Sie die E-Mails auf Absenderadresse und korrekte Schreibweise
  • Halten Sie Rücksprache mit der Geschäftsleitung oder dem Vorgesetzten
  • Verifizieren Sie Zahlungsaufforderungen unbedingt über Rückruf oder schriftliche Rückfrage beim genannten Auftraggeber. Verwenden Sie bei der Beantwortung, der Rückfrage und Überprüfung aber nicht die angegebene Telefonnummer oder E-Mail-Adresse des Absenders, sondern entnehmen Sie diese dem internen Kommunikationsplan
  • Achten Sie darauf, welche Informationen über Ihr Unternehmen öffentlich sind und wo und was Sie und Ihre Mitarbeiter im Zusammenhang mit Ihrem Unternehmen publizieren
  • Legen Sie klare Verhaltensregeln und interne Kontrollmechanismen für Ihre Finanzabteilung und Buchhaltung fest
  • Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter hinsichtlich dieses Betrugsphänomens
  • Lassen Sie sich aufgrund der vorgegebenen Dringlichkeit nicht unter Zeitdruck setzen
  • Wenden Sie sich bei Auffälligkeiten an die für Sie zuständige Polizeidienststelle
  • Sofern Sie eine unberechtigte Buchung feststellen sollten, kontaktieren sie umgehend ihr Kreditinstitut und die örtlich zuständige Polizeidienststelle. Ein sofort eingeleitetes Rücküberweisungsgesuch der Bank und Maßnahmen zur vorläufigen Vermögenssicherung ihrer Polizei können zur Sicherung der Gelder beitragen.

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