13.09.2018 - 14:14 Uhr
AmbergOberpfalz

Ammersrichter Lücke ist bald keine mehr

Die Ammersrichter warten schon lange auf diesen Lückenschluss an der Hirschauer Straße. Das Baugebiet "An den Brandäckern" eröffnet dort ganz neue Perspektiven. Und eine interessante Diskussion über Ökologie.

Eine leere Straße und viel freie Fläche. Das soll sich ändern in Ammersricht. Neben dem Kindergarten (rechts im Bild) entsteht ein großzügiges neues Baugebiet mit allein 50 Einzelparzellen.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Die große Freifläche zwischen Ahnherrn- und Landrichter- bis hinüber zur Friedensstraße weckt schon lange die Begehrlichkeiten von Bauwilligen. Ein Baugebiet in attraktiver Lage, direkt neben dem Kindergarten. Schule, Kirche und Supermarkt finden sich in unmittelbarer Nähe. An sich existiert für dieses Areal ja bereits seit 1966 ein gültiger Bebauungsplan, aus unterschiedlichen Gründen - unter anderem wegen der Eigentumsverhältnisse der Grundstücke - wurden hier aber niemals Häuser gebaut.

Nun ist es der städtischen Tochter Stadtbau GmbH gelungen, einen Teil der Fläche zu erwerben. Sie will dort ein attraktives Baugebiet vor allem mit Einfamilienhäusern aus dem Boden stampfen. Allerdings hat sich herausgestellt, dass der alte Bebauungsplan nicht mehr zeitgemäß ist, er muss durch einen neuen ersetzt werden. Der umfasst nicht nur den Teil, den die Stadtbau gekauft hat. Die Planung sieht insgesamt 50 Einzelhäuser, elf Doppelhäuser, fünf Geschosswohnungsbauten und ein Reihenhaus vor.

Neuer Spielplatz

Dazu kommen ein Spielplatz und eine Bushaltestelle, um den Anschluss an das öffentliche Verkehrsnetz zu gewährleisten. Für den etwa 2,7 Hektar großen westlichen Teil, den die Stadtbau GmbH übernommen hat, erwartet das Baureferat eine sehr schnelle Umsetzung. Er kann deshalb auch zeitlich unabhängig vom 3,7 Hektar großen Rest-Areal bebaut werden. Wichtig war den Planern auch, dass sowohl der Kindergarten, als auch der örtliche Nahversorger direkt und schnell zu erreichen sind.

Ein Thema, das am Mittwoch im Bauausschuss auch Hans-Jürgen Bumes von den Grünen am Herzen lag. Der aber auch großen Wert darauf legte, den ökologischen Gedanken konsequent weiterzuverfolgen. Ihm schwebte da eine Art Modellprojekt in Sachen Nutzung der Sonnenenergie vor, in dem die Verwendung von Photovoltaik für Heizung und Stromerzeugung vorgeschrieben ist. "Wir müssen uns einfach irgendwann der Ökologie zuwenden", appellierte Bumes an die Stadtratskollegen. So eine ökologische Mustersiedlung, das wäre schon was, fand auch Helmut Weigl (CSU). Ein Thema, das vielleicht einmal ein Bauträger aufgreifen könnte, der eine Siedlung aus einem Guss errichtet. Bei individuell Bauenden hingegen sieht er da wenig Chancen auf eine Realisierung. Wie auch Oberbürgermeister Michael Cerny, der nichts davon hält, die Häuslebauer mit Zwang zu "beglücken". "Wir müssen die Menschen überzeugen, sonst werden wir nur wenig erreichen", machte er deutlich.

Dem OB ist es wichtiger, so sagte er, auf die einzelnen Wünsche der Bauherrn flexibel zu reagieren. Beispielsweise bei der Drehung des Hauses, wenn das die Nutzung einer bestimmten Energie- oder Bauform notwendig erscheinen lässt. "Denn nicht alles, was wir für 50 Häuser zwangsweise vorgeben, ist dann für alle das Richtige."

Kann auch schief gehen

Wie so etwas auch ganz schön schief laufen kann, dafür hatte er ein Beispiel mitgebracht. Da sei ein Kindergarten eigens für die Nutzung von Photovoltaik im Bebauungsplan gedreht und mit einer dafür geeigneten Dachform versehen worden. Damit sei der planende Architekt dann praktisch überhaupt nicht zurechtgekommen. Der habe nämlich die Sonne über die großen Außenfenster in den Raum leiten wollen, um so ihre Heizwirkung zu nutzen. Dafür sei das Gebäude aber völlig falsch gestanden.

Letztendlich einigte sich der Ausschuss einstimmig darauf, dem Stadtrat die Empfehlung zu geben, den Bebauungsplan "An den Brandäckern" in seiner vorgelegten Form öffentlich auszulegen und damit ein Stück näher seiner Umsetzung zu bringen. Angemerkt

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