21.05.2021 - 10:46 Uhr
AmbergOberpfalz

Anstelle der vier Freiflächenanlagen wären 1600 Hausdächer nötig

Es sind "nur" zwei Gigawattstunden elektrische Energie, doch die sind dem CSU-Fraktionsvorsitzenden im Amberger Stadtrat wichtig. Deshalb hat er noch einmal nachgerechnet und ist auf ein interessantes Ergebnis gekommen.

Freiflächen-Photovoltaik können einen großen Teil zum Stopp des Klimawandels beitragen. Sie sind sehr effektiv, aber nicht unumstritten. Vor allem, wenn sie direkt vor der eigenen Haustür entstehen sollen, wie derzeit am Postweiher.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

In unserem Bericht über die letzte Stadtratssitzung haben wir den CSU-Fraktionsvorsitzenden Matthias Schöberl in Sachen Freiflächen-Photovoltaik rechnen lassen. Doch er sei tatsächlich auf einen höheren Wert gekommen, als dann bei Oberpfalz-Medien berichtet, so schreibt er uns. Die vier Freiflächen-Photovoltaikanlagen, die in Amberg neu errichtet werden könnten - bei allen vieren ist die Stadt in den Verfahren (Postweiher, Ammersricht, südlich des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses, Schlackenberg), könnten nämlich rund 28 Gigawattstunden (GWh) produzieren, nicht nur 26.

Das seien zwar nur zwei Nummern Abweichung, "doch hinter diesen beiden Nummern verbergen sich mehr als 550 Amberger Haushalte, die dann erneuerbaren Strom sozusagen ,aus echter Amberger Sonne' beziehen." Rein rechnerisch natürlich, denn die konkrete Zusammensetzung des Stroms, den beispielsweise er selbst in seinem Einfamilienhaus beziehe, seit komplex. "Ich nannte im Stadtrat diese Zahlen, weil sie belegen, wie wichtig der Beitrag von Freiflächenanlagen ist." Die Gegner der Anlagen würden ja sagen, man müsse erst einmal die Hausdächer bestücken, dann bräuchte man die Anlagen nicht.

Schöberl rechnet noch einmal nach und dann vor: Die derzeit 1060 Anlagen (die vor allem auf Privatdächern stehen) erzeugen ungefähr 19,1 GWh. Vier Freiflächenanlagen dagegen 28 GWh. "Um nur diesen Bedarf auf Dächern zur Verfügung zu stellen, bräuchten wir 1600 neue Anlagen auf den Dächern." Fazit laut Schöberl: Die Freiflächen-Photovoltaikanlagen werden wir zumindest als Brückentechnologie dringend benötigen.

Rechnet man nun noch ein Stück weiter, dann kommt man laut Schöberl auf einen Gesamtbedarf von 278 Gigawattstunden Strom für Amberg. Umgerechnet wären das 15.500 Dachanlagen. In Amberg existieren aber laut Statistik nach dem letzten aktuellen Stand aus dem Jahr 2017 nur 9354 Wohngebäude. Um den Gesamtbedarf zu decken bräuchte auf der anderen Seite 39 Freiflächenanlagen mit einer durchschnittlichen Leistung von 7 GWh. "Die Zahlen zeigen also auch, dass bei einem Gesamtbedarf in Amberg von 278 Gigawattstunden nur ein Teil der nötigen Erneuerbaren Energien, die wir brauchen, tatsächlich in Amberg erzeugen werden kann." Die Stadt müsse daher zusätzlich grünen Strom importieren, sich an solchen Produktionsstätten außerhalb beteiligen und vor allem Strom sparen.

Zum Bericht aus dem Stadtrat über die Freiflächen-Photovoltaik

Amberg

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