16.06.2021 - 15:00 Uhr
AmbergOberpfalz

Appell des Stadtförsters: Kein Querfeldeinfahren auf dem Mariahilfberg

Forstamtsleiter Martin Seits hat Verständnis, "dass es Mountainbikern Spaß macht, auf dem Mariahilfberg in Amberg zu fahren". Er betont aber: Vorrecht in diesem Naherholungsgebiet haben Wald und Wild sowie erholungssuchende Spaziergänger.

Mountainbike-Strecke auf dem Mariahilfberg: Diese Querfeldein-Trails bedeuten laut Stadtförster Martin Seits empfindliche Eingriffe in den Waldboden.
von Externer BeitragProfil

Martin Seits, der das städtische Forstamt in Amberg leitet, unterstreicht, dass es sich beim Mariahilfberg um ein wertvolles Landschaftsschutzgebiet und beliebtes Naherholungsgebiet handelt. Angesichts von "wiederholten Zwistigkeiten mit den überhand nehmenden Fahrern von Mountainbikes", wie es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus heißt, sieht sich Seits veranlasst, darauf nochmals aufmerksam zu machen.

Zu Lasten der Natur

Nicht nur, dass sich die Trails der Mountainbiker über den gesamten Mariahilfberg ziehen würden, es würden auch ständig neue Rampen und Schanzen gebaut und dazu mitten im Wald Löcher gegraben sowie Wälle aufgeschüttet. Der Stadtförster stellt klar, dass dies empfindliche Eingriffe in den Waldboden seien, "die ganz klar zulasten der Natur gehen". Seits verweist in diesem Zusammenhang auf die aktuellen Konkretisierungen des bayerischen Naturschutzgesetzes und die kürzlich vorgenommenen Einbauten mitten im Wald.

Ausdrücklich erwähnt er in der Pressemitteilung, dass man sich glücklich schätze, vor Ort Ansprechpartner gefunden zu haben, die durchaus aufgeschlossen gegenüber dieser Problematik seien. „Nachdem wir Kontakt mit ihnen aufgenommen und sie auf die widerrechtlich vorgenommenen Grabungen und Aufschüttungen aufmerksam gemacht hatten, haben sie diese unverzüglich rückgebaut“, erklärt der Leiter des Stadtforstamtes und lobt ausdrücklich deren Kooperationsbereitschaft. "Mit dieser Gruppe sind wir auch in ständigem Kontakt, um Lösungen zu erarbeiten“, so Seits.

Doch dies sei nur eine von mehreren Gruppen oder auch Einzelfahrern, die mit ihren Bikes auf dem Mariahilfberg unterwegs seien und die Gegend unsicher machten. „Dadurch wird das Wild immer wieder aufgescheucht, und es werden Menschen gefährdet“, erläutert Martin Seits. Nicht nur Spaziergänger, deren Wege sich mit denen der Mountainbike-Trails kreuzen, sondern auch die Radfahrer selbst seien einer Gefahr ausgesetzt. Wiederholt sei es zu Rettungseinsätzen gekommen, bei denen Radfahrer versorgt oder sogar ins Klinikum gebracht werden mussten.

Als Eigentümer in der Verantwortung

Vorkommnisse wie diese sind es auch, die Martin Seits, seine Kollegen und die weiteren Waldbesitzer des Mariahilfbergs beunruhigen. „Das Ausüben von Naturerholung erfolgt zwar grundsätzlich auf eigene Gefahr", erläutert der Stadtförster die Rechtslage. "Gefahren, die künstlich geschaffen oder vom Eigentümer geduldet werden, sind jedoch atypisch und unterliegen damit der Verkehrssicherungspflicht", zitiert Seits aus dem Vollzug zur „Erholung in der freien Natur“, veröffentlicht vom bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz im November 2020.

Für den Leiter des Stadtforstamtes, der als Verantwortlicher die Stadt Amberg als Waldbesitzerin vertritt, bedeutet das: Passiere aufgrund der künstlich hergestellten Rampen und Schanzen ein Unfall, könne er dafür haftbar gemacht werden, wenn er diese Veränderungen dulde. Bereits bei der Meldung von Verstößen könnten dem Eigentümer Geldbußen drohen.

Deshalb appelliert Seits an die Mountainbiker: "Nehmen Sie im Mariahilfbergwald keine Umbauten vor und bleiben Sie auf den Wegen, die zum Fahrradfahren geeignet sind." Schon das Querfeldeinfahren mit Fahrrädern schade Wald und Wild und verstoße daher gegen das naturschutzrechtliche Betretungsverbot. Einer der nächsten Schritte werde daher sein, dass die Untere Naturschutzbehörde der Stadt die zurzeit genutzten Trails auf dem Mariahilfberg und dem Erzberg nach momentaner Gesetzeslage überprüft.

Rampen wie diese wurden zwischenzeitlich wieder zurückgebaut.

Stadtförster Martin Seits ärgerte sich auch schon vergangenes Jahr

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