Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Innovation und digitaler Fortschritt" war dazu reichlich Gelegenheit. In entspannter Atmosphäre gaben Experten aus verschiedenen regionalen Firmen ihre Ansichten an das Plenum weiter und stiegen danach in die Diskussion ein.
Christian Hubmann von der Innovationsagentur "zeigewas" (Herrnstraße) fasste zusammen, was er von jungen Menschen und Unternehmern erwartet: "Einfach mal machen. Fehler auch zulassen." Gerade junge Menschen bräuchten einen geschützten Raum, in dem sie ihre Ideen ausprobieren können. Er rief dazu auf, bei Bewerbern noch mehr auf die soziale Kompetenz und das Talent zu achten, als auf die Schulnote oder den Abschluss. Professorin Andrea Klug, Präsidentin der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (OTH), stimmte zu, dass es "neue Formen der Weiterbildung braucht" - unabhängig von Alter oder Wohnort. Genau daran arbeite die Hochschule gerade. Die Aufbruchstimmung war förmlich zu spüren. Ideen an allen Ecken und Enden. Nur: Sie zu verwirklichen, sei nicht ganz so einfach. "Das Mindset muss sich ändern", sagte Alexander Götz, einer der Gründer-Unternehmer (Planery.net), und meinte damit die grundsätzliche Mentalität. Er forderte ein Umdenken bei Arbeitgebern und Personal: "Was wir in den vergangenen Jahren an Stillstand betrieben haben, ist unglaublich." Götz stammt ursprünglich aus Stuttgart, ist aber für seine Start-up-Idee nach Amberg gezogen. Der allgemeine Tenor der Runde: Regionale Unternehmen müssen auf den Zug der Digitalisierung aufspringen, um nicht abgehängt zu werden. "Sonst können Dinosaurier nicht überleben", brachte es Christian Hubmann auf den Punkt. Susan Kröber von der Witt-Gruppe stimmt ihm nickend zu.
Der Projektmanager des Gründerzentrums, Philipp Hermannsdörfer, moderierte die Veranstaltung. Er ist erster Ansprechpartner für Jungunternehmer und alle, die es werden wollen. Der Austausch mit Partner-Firmen (Conrad Electronic, Sparkasse und Witt-Gruppe Weiden, um nur einige zu nennen) ist Teil des Alltags im Gründerzentrum. Enorm wichtig sei es, Beziehungen aufzubauen. Netzwerken ist das Stichwort. Und dazu bestand nach der Diskussion gute Gelegenheit. Was früher als gemütliches Beisammensein bezeichnet wurde, heißt bei den digitalen Gründern also networken am Büfett. Denn auch digital funktioniert nicht ohne persönlichen Austausch.Mehr Informationen unter www.digitale-oberpfalz.de
Das DGO ist eine eigenständige Institution, auch wenn es eng mit der Ostbayerischen-Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden zusammenarbeitet. Die Initiatoren wollen eine nachhaltige Gründungskultur in der Oberpfalz aufbauen - vor allem im digitalen Bereich.
Auf 200 Quadratmetern finden derzeit fünf Start-up-Büros Platz: Bayern Energie (unabhängige Energieberatung), Trimagine (Image-Filme), Brain Boost (Neuro-Feedback), Planery.net (automatische Planungssoftware für Baustoffe) und Polyphysics (Strömungssimulation, OTH). Im DGO bekommen sie für monatlich 85 Euro pro Person einen Arbeitsplatz. Den Rest, je 200 Euro, fördert das bayerische Wirtschaftsministerium.
Für die Jungunternehmer, die teilweise auch schon jenseits der 40 sind, ist es ein erstes Sprungbrett in die Selbstständigkeit. Im Gründerzentrum können sie sich täglich untereinander austauschen, aber es hat auch jeder seinen Rückzugsort. (anv)















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