Den kirchlichen Part ihrer Barbarafeier konnten die Bergknappen mit einer Abendmesse mit Pfarrer Markus Brunner in der Georgskirche begehen, begleitet vom Bläserensemble der Knappschaftskapelle. Der gewohnte weltliche Part mit Festrede und gemütlichem Beisammensein in der Alten Reitschule musste allerdings wegen der Corona-Pandemie gestrichen werden.
Mit ihrer Fahnenabordnung zogen die Bergknappen in die Georgskirche. In seiner Predigt ging Pfarrer Markus Brunner auf das Leben der heiligen Barbara als Schutzpatronin der Bergleute und auf deren Botschaft ein. Sie zähle zu den Vierzehn Nothelfern. Ihr Verhalten im Angesicht von Verfolgung und Tod gelte als Symbol der Wehr- und Standhaftigkeit im Glauben. Da Barbara auf der Flucht vor ihren Verfolgern in einem Felsen Zuflucht gefunden habe, ergebe sich eine Verbindung zur unterirdischen Welt des Bergbaus. Deshalb sei sie die Patronin der Bergleute.
Pfarrer Brunner verwies auch auf den Brauch des Barbarazweigs: Am Gedenktag der heiligen Barbara, am 4. Dezember, werden Kirsch-, Forsythien- oder sonstige Zweige abgeschnitten und ins Wasser gestellt. Die dürren Zweige, die leblos erscheinen, blühen mit etwas Glück an Weihnachten auf. Darin liegt laut Brunner ein tieferer Sinn: „Barbara hatte ihr Leben offensichtlich umsonst verwirkt. Doch tatsächlich ist aus dem Toten neues Leben erwachsen. Das Leben von Barbara blüht weiter bei Gott." Bruner thematisierte noch das Patronat der heiligen Barbara für die Bergleute und verwies auf die Barbarakirche als Kirche der Bergleute in Luitpoldhöhe. Als diese am 18. Juli 1933 von Bischof Michael Buchberger eingeweiht wurde, sei das ein längst überfälliger Akt gewesen. Keine Kapelle, geschweige denn eine Kirche, sei bis dahin der Patronin der Bergleute geweiht worden, obwohl der Bergbau zu Amberg gehörte wie der Mariahilfberg.
Vieles weise in der Luitpoldhöher Pfarrkirche auf dieses Patronat hin, sagte Brunner. Darunter aus der ehemaligen Bethalle das Kruzifix und die Glocke, die am Eingang zur Kirche Platz gefunden hätten. Angedacht sei, diese Glocken eventuell bei Renovierungsarbeiten wieder ihrer eigentlichen Bestimmung zu übergeben: „Wenn irgendwie noch Geld aufzutreiben ist, könnte sie als vierte Glocke im Kirchturm angebracht und nach Jahrzehnten wieder geläutet werden.“
Die Legende der heiligen Barbara
Barbara war die kluge und bildschöne Tochter des reichen Handelsmannes Dioscuros. Sie soll gegen Ende des dritten Jahrhunderts im kleinasiatischen Nikomedien (heute das türkische Izmit) gelebt haben. Ihr Vater ließ sie in einen Turm sperren - aus Eifersucht und um sie vor den schädlichen Einflüssen der Außenwelt, insbesondere vor dem Christentum, zu schützen. Doch Barbara war schon vor ihrer Turmhaft mit dem Christentum in Berührung gekommen. Während ihr Vater verreiste, ließ sie sich taufen und verfügte, dass ihrem Turm als Zeichen der Dreifaltigkeit ein drittes Fenster hinzugefügt werden sollte. Als ihr Vater davon erfuhr, geriet er außer sich vor Zorn und befahl, seine Tochter ins Gefängnis zu werfen. Auf dem Weg dorthin blieb sie mit ihrem Gewand an einem Zweig hängen. Sie stellte den abgebrochenen Zweig in ein Gefäß mit Wasser. Er blühte an dem Tag auf, an dem sie für ihren Glauben starb. Barbara entkam der Haft und gelangte auf ihrer Flucht an einen Felsen, der sich auf wundersame Weise vor ihr auftat. Ein Hirte verriet sie jedoch, so dass ihr Vater sie dem römischen Statthalter Marcianus auslieferte. Dieser ließ die junge Frau geißeln, um ihre Abkehr vom Christentum zu bewirken. Doch Barbara blieb standhaft, die ihr beigebrachten Wunden heilten über Nacht. Schließlich wurde sie zum Tode verurteilt. Da sich aber keiner finden wollte, dieses Urteil zu vollstrecken, enthauptete sie ihr eigener Vater. Kurz darauf wurde dieser vom Blitz getroffen und verbrannte.

















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