14.06.2021 - 16:33 Uhr
AmbergOberpfalz

Die Betrüger aus dem Call-Center

Die Betrüger sitzen wohl im Call-Center und haben es vor allem auf ältere Menschen abgesehen. Denen gegenüber geben sie sich als Polizeibeamte aus. Die Masche funktioniert leider, wie die Amberger Kripo jetzt mitteilt.

Symbolbild.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

In den vergangenen Tagen kam es im Großraum Amberg erneut zu mehreren Anrufen von falschen Polizeibeamten. Unbekannte ergaunerten von zwei älteren Damen aus Amberg einen Gesamtbetrag im unteren fünfstelligen Eurobereich. Einige Tage vorher war es in Burglengenfeld zu einem Callcenter-Betrug mit einem höheren fünfstelligen Betrag gekommen. Das zuständige Fachkommissariat der Kriminalpolizeiinspektion Amberg hat die Ermittlungen zu beiden Fällen übernommen.

Callcenter-Betrüger bringen laut Mitteilung der Kripo auf besonders perfide Weise insbesondere ältere Menschen um ihre Ersparnisse. Mit verschiedenen Maschen gaukeln sie Notlagen von vermeintlichen Angehörigen vor. Oder sie geben sich als Amtspersonen aus – insbesondere als Polizeibeamte. Indem sie die Angerufenen unter Druck setzen, versuchen sie diese zur Herausgabe von Geld und Wertgegenständen zu bewegen.

Vom "Kriminaloberkommissar" manipuliert

Zwei Damen im Alter von 81 Jahren aus dem Stadtgebiet Amberg wurden beispielsweise vor einigen Tagen Opfer einer solchen Betrugsmasche. Die Geschädigten erhielten mehrere Anrufe von Personen die sich als Polizeibeamte ausgaben. Den Damen wurde jeweils gesagt, dass ihr Geld bei ihrer Bank nicht mehr sicher sei. Von einem falschen „Kriminaloberkommissar“ wurden die beiden 81-Jährigen dermaßen manipuliert, dass sie letztendlich zu ihrer Bank gingen und einen unteren fünfstelligen Betrag von ihrem Konto abhoben. Im Anschluss kam es zur Übergabe des Geldes im Stadtgebiet Amberg, an eine unbekannte männliche Person.

Noch dreister hatten es Betrüger kurz zuvor in Burglengenfeld getrieben. Dort übergab ein betagtes Ehepaar einen größeren Geldbetrag an ein Mitglied einer Callcenter-Bande. Die Masche war in diesem Fall, dass sich ein Anrufer als Sohn des Ehepaars ausgab. Über drei Tage hinweg erhielten sie Anrufe von ihrem vermeintlichen Sohn, der geschickt ihr Vertrauen erlangte. Am Ende verlangte er von dem Ehepaar einen Geldbetrag im oberen fünfstelligen Eurobetrag, da er eine Immobilie für ein unschlagbar günstiges Angebot kaufen wolle, er sei bereits in engen Kontakt mit einem Notar.

Wertvolle Tipps der Polizei

Trotz vielfacher, zurückliegender Berichterstattungen erneuert die Polizei ihre Warnungen und Hinweise zum Phänomen „Falsche Polizeibeamte“:

  • Setzen Sie bitte Familienangehörige und Nachbarn über diese Masche in Kenntnis!
  • Reden Sie offen in der Familie, insbesondere mit älteren, möglicherweise alleinstehenden Angehörigen, über dieses Phänomen!
  • Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über persönliche Verhältnisse!
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen zu einem Einbruch in der Nähe!
  • Übergeben Sie nie Geld an Unbekannte!
  • Staatliche Stellen fordern niemals auf diese Art und Weise Bargeld oder Wertgegenstände!
  • Deponieren Sie keine größeren Bargeldbestände zu Hause!
  • Finden Sie eine Vertrauensperson, mit der Sie jederzeit über Geld sprechen können.
  • Reden Sie vor Geldtransaktionen mit Ihrer Vertrauensperson.
  • Legen Sie bei derartigen Anrufen sofort auf! Verständigen Sie dann den Notruf 110 oder Ihre örtliche Polizei! Verwenden Sie hierfür niemals die im Display angezeigte Rufnummer, sondern die Ihnen bekannte.
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110. Haben Sie keine Angst anzurufen!
  • Lieber einmal zu oft den Notruf genutzt, als Opfer der Betrüger zu werden!

Um diesen Fall ging es in Amberg

Amberg
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