26.06.2020 - 12:45 Uhr
AmbergOberpfalz

Nach Brand droht nun die Insolvenz

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Im Mai überführte die Polizei einen Mann, der im Verdacht steht, in Amberg rund ein Dutzend Brände gelegt zu haben. Ivan Enns, dessen Firma den Flammen zum Opfer fiel, kann dennoch nicht ruhig schlafen. Er steht vor dem finanziellen Ruin.

Ivan Enns vor den Resten seiner Firma: Sein Betrieb ging in der Nacht zum 1. April nach einer Brandstiftung in Flammen auf.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Den 1. April 2020 wird Ivan Enns zeitlebens nicht vergessen. Es war der Tag, an dem sich ein Anruf nicht als übler April-Scherz, sondern als Katastrophe herausstellte. Ein damals noch unbekannter Täter hatte in der Nacht auf dem Gelände der Firma We-Desings von Ivan Enns Feuer gelegt. Die Bilanz: Menschen wurden nicht verletzt, der Schaden geht aber weit in die Hunderttausende. "Zwischen 500.000 und 700.000 Euro, je nachdem, wie man rechnet", sagt der 29-Jährige, der sich vor fünf Jahren an der Ecke Raigeringer-/Hans-Sachs-Straße selbstständig gemacht hat.

Auf dem gemieteten Gelände befanden sich zur Tatzeit drei Autos, die Enns für seine Auftraggeber veredeln sollte. Jetzt sind die Fahrzeuge, die einen Gesamtwert im sechsstelligen Bereich haben, nicht mehr zu gebrauchen: "Wenn ich alles zusammenrechne, schulde ich meinen Kunden rund 150.000 Euro. Die wollen jetzt ihr Geld sehen. Das verstehe ich natürlich. Aber sie müssen mich auch verstehen." Auch sein eigenes, geleastes Auto wurde ein Raub der Flammen. Inklusive der Schäden am Gebäude summieren sich so etwa 700.000 Euro. Geld, das der Vater von drei Kindern im Alter von drei, sechs und zehn Jahren nicht hat: "Ich habe zwar eine Versicherung, aber die falsche."

Zurzeit lebt die fünfköpfige Familie von dem Geld, das Ivan Enns' Ehefrau als Verkäuferin verdient. "Das reicht hinten und vorne nicht", sagt der Geschäftsmann, dem immerhin der Eigentümer die Miete von monatlich 2000 Euro erlässt, aber: "Ich steuere auf die Insolvenz zu. Aber es kann doch nicht sein, dass dein ganzes Leben kaputt ist, weil ein anderer was angezündet hat."

Viel weniger Autos verkauft: Umsatzeinbruch im Kfz-Handel

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Zwar trudeln noch ein paar Aufträge ein, doch Ivan Enns hat keine Firma mehr. Er bittet dann befreundete Werkstätten und Werbefirmen um Unterstützung. Das funktioniert, ändert aber nichts daran, dass der 29-Jährige zurzeit auf nur rund fünf Prozent seines üblichen Umsatzes kommt: "Ein paar Monate kann man schon überstehen. Aber auf Dauer geht das nicht."

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