11.12.2018 - 08:39 Uhr
AmbergOberpfalz

Bühne frei für Umbaupläne des Stadttheaters

Zu wenig Platz im Foyer, viel zu eng in den Künstlergarderoben und nicht barrierefrei: Beim Stadttheater Amberg gibt es Verbesserungsbedarf. Wie kann das Theater in der Zukunft aussehen? 14 Vorschläge gingen bei der Stadt ein.

von PKMOProfil

Trotz der Investitionen in Millionenhöhe in die Bühnentechnik, gibt es im Stadttheater noch einiges zu tun. Daran lässt Oberbürgermeister Michael Cerny keinen Zweifel: "Ein Hauptpunkt ist die Barrierefreiheit. Wir möchten das Kulturerlebnis für alle sicherstellen. Auch für Sehbehinderte beispielsweise." Das Platzproblem im Foyer, gerade in den Pausen, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Auch die Künstlergarderoben seien renovierungsbedürftig.

Die Stadt beauftragte deshalb das Architekturbüro Pfab-Rothmeier aus Regensburg, einen Architekten-Wettbewerb zur Sanierung des Stadttheaters zu starten. 14 Vorschläge gingen ein. Um die Gewinner dieses Wettbewerbs zu küren und die Ausstellung mit den eingereichten Vorschlägen zu eröffnen, sind Cerny, dritte Bürgermeisterin Brigitte Netta, weitere Mitglieder des Preisgerichts und einige Preisträger im Großen Rathaussaal zusammengekommen.

"Dass ein Wettbewerb ausgelobt wurde, ist nicht selbstverständlich, aber natürlich eine gute Möglichkeit, ein großes Ideenspektrum zu sammeln", freut sich Professor Michael Gaenssler, der die elfköpfige Jury leitet. Den ersten Preis vergibt das Gremium an die PFP-Planungs-GmbH aus Hamburg. Geschäftsführer Detlef Junkers erläutert die Leitidee seines Teams: "Die Defizite sind offensichtlich, aber eben auch die Qualitäten. Es ist alles schon da, es muss nur gesehen werden. Die Veränderungen spielen sich vor allem im Inneren ab. Es gibt eine große Wendeltreppe, die den historischen Kirchenchor im Foyer freilegt. Das Wirtshaus wird in den ersten Stock verlegt."

Mit Junkers hat sich die Stadt Amberg ein renommiertes Architektenbüro ins Boot geholt, das vor allem im Bereich Theaterumbau Expertise besitzt: Das Theater Gütersloh, die Städtischen Bühnen in Frankfurt oder auch die Theater in Nürnberg und Würzburg glänzen im Portfolio. "Wir sind Theaterbauer von ganzem Herzen", sagt Junkers bei der Preisübergabe. Insgesamt wurde ein Preisgeld in Höhe von 96 000 Euro auf die ersten fünf Plätze verteilt, der erste Platz ist mit 27 800 Euro dotiert.

Platz zwei geht an die Springer-Architekten aus Berlin. Die Bronzemedaille erhielt das Büro Karlundp aus München. Projektleiter Ludwig Karl erläutert: "Unser Ansatz war, möglichst geringe Eingriffe vorzunehmen. Um mehr Fläche zu gewinnen, sehen wir ein mehrfaches Verwenden von Räumen vor und die Gaststätte als flexiblen Raum." Die ersten drei Vorschläge kommen alle ohne zusätzlichen Anbau aus. Die Plätze vier und fünf haben eine Erweiterung im Blick und werden von der Jury als "beste Anbaulösungen" bezeichnet. Bei der Art und Weise des Anbaus, zum Beispiel in Form eines Objekts mit Flachdach, gebe es, laut Gaenssler, aber Verbesserungsbedarf. Hier sollen die Anbauteile ein möglichst harmonisches Bild mit dem historischen Gebäude des Stadttheaters ergeben. Platz vier geht an die Architekten Rintz und Quack aus Berlin, Platz fünf belegen die HPP-Architekten aus München.

Das Ergebnis bedeutet nicht, dass der Gewinner-Entwurf nun in dieser Form umgesetzt wird: "So ein Wettbewerb ist eine hervorragende Möglichkeit, eine Fülle an Ideen und Kreativität zu sammeln. Mit den Preisträgern haben wir nun eine Vorauswahl getroffen. Wir wissen nun, mit welchen Architekten wir im anschließenden Vergabeverfahren reden müssen. Dort werden alle Vorschläge noch einmal auf ihre Durchführbarkeit geprüft. Der endgültige Entwurf wird erst danach ausgearbeitet, bevor es dann mit dem Vorschlag in den Stadtrat geht", erklärt Cerny das weitere Vorgehen. "Es gab immerhin kein einstimmiges Votum für einen Vorschlag", ergänzt Hans-Georg Wiegel, Leiter des Hochbauamts. Wiegel weiter: "Die Wirtschaftlichkeit eines Entwurfs spielt natürlich auch eine Rolle, genaue Kostenaufstellungen gibt es aber noch nicht." Die Gespräche mit mehreren Preisträgern im Vergabeverfahren sollen bis zum Frühjahr 2019 dauern.

Die Ausstellung mit den eingereichten Vorschlägen zur Sanierung des Stadttheaters ist noch bis Montag, 17. Dezember, öffentlich im Rathaussaal zugänglich und kann Montag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr und Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden.

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