26.07.2021 - 14:25 Uhr
AmbergOberpfalz

Corona-Helden-Aktion: "Ein kleines Danke verdient"

Sie arbeiten in Kinderarztpraxen, in einer Werkstätte mit schwerstbehinderten Menschen oder sind Leiterinnen von Einrichtungen, in denen Corona ausbrach. All diese Menschen sind als Corona-Helden vorgeschlagen und ausgewählt worden.

Zum Team der Kinderarztpraxis Amberg gehören unter anderem (von links) Yvonne Auer, Vera Mühl, Dr. Jens Keppler, Bianca Taudte, Jennifer Harant, Claudia Hofmann, Dr. Sabine Beer und Dr. Matthias Bierler.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Das was Vera Mühl von der Kinderarztpraxis Amberg geschrieben hat, dürften wohl viele engagierte Menschen in den vergangenen eineinviertel Jahren auch so empfunden haben: "Oft haben wir in der Coronazeit gedacht: ,Auch wir hätten mal ein kleines Danke oder Lob verdient.' Leider kam das viel zu selten." Für sie und ihre Kolleginnen habe es auch keinen Coronabonus gegeben, "obwohl wir genauso wie die Mitarbeiter in Kliniken von früh bis spät arbeiten mussten".

Also hat sich Mühl kurzerhand entschlossen, ihr Kinderarztpraxis-Team als Corona-Helden vorzuschlagen. Sie schreibt über die vergangenen, fordernden Monate: "Wir waren froh, dass wir jeden Tag in die Arbeit konnten und nicht zu Hause in Kurzarbeit mussten. Aber auch wir waren zu Beginn mit der Situation überfordert: immer neue Regelungen, alle Termine absagen oder verschieben, neue Praxisbegebenheiten schaffen, zehn Stunden täglich mit Mundschutz, auch jetzt bei 30 Grad mit FFP2-Maske sowie Schutzkleidung und das alles ohne Klimaanlage."

"Bewohner in Quarantäne"

Masken - die waren auch für Herbert Pöll ein riesiges Thema. Der 54-jährige Wackersdorfer arbeitet seit 28 Jahren als Heilpädagoge in den Naabwerkstätten Schwandorf. Er hat es in seinem Berufsalltag mit mehrfach schwerstbehinderten Erwachsenen zu tun, wie Pölls Lebensgefährtin Ingeborg Ganslmeier in einer E-Mail schreibt und ergänzt: "Es war schwierig bis unmöglich, diese Menschen an FFP2-Masken zu gewöhnen. Es ist den Menschen nicht begreiflich zu machen, was eine Pandemie bedeutet." Die Arbeit des 54-Jährigen ist laut Ganslmeier für sie nicht nur eine Herausforderung, sondern gar eine Heldentat.

Auch für die elf geistig behinderten Frauen und Männer der Dr.-Loew-Einrichtung in Sulzbach-Rosenberg war die Coronazeit eine enorme Herausforderung: Lange Zeit kein Ausgang, keine Einkäufe, keine Besuche. Im November infizierten sich auch noch zwei Mitarbeiter und drei Bewohner mit Corona. Leiterin Angelika Hahn (65) manövrierte die Einrichtung laut Ingrid Ulbrich durch diese schwere Zeit: "Alle Bewohner musste in Quarantäne und unter strengsten Sicherheitsauflagen versorgt werden. Sie hat alle Bewohner versorgt und getröstet, das Haus geleitet und ließ sich immer etwas Tolles einfallen, um ihre Bewohner glücklich zu machen." Jede Menge Gründe für Ulbrich, ihre Chefin als Corona-Heldin zu nominieren.

Heftiger Corona-Ausbruch

Bei Gabriele Eckl, Pflegedienstleiterin im Caritas-Haus St. Barbara Sulzbach-Rosenberg, ist es umgekehrt. Die 61-Jährige ist von ihrer Chefin Marina Fink vorgeschlagen worden. In der Sulzbach-Rosenberger Einrichtung ist es - ebenfalls im November - auch zu einem (ziemlich heftigen) Corona-Ausbruch gekommen. "Viele Bewohner waren infiziert, einige sind gestorben. 43 Mitarbeiter waren gleichzeitig in der Quarantäne", schreibt Fink. Eckl habe während dieser Zeit einen kühlen Kopf bewahrt, habe geholfen, wo es nur ging. "Wie ein Fels in der Brandung hat sie die Stellung gehalten. Die Zeit hat uns extrem zusammengeschweißt als Team. Solche Helden benötigen wir in der Pflege."

Über weitere Corona-Helden gibt es hier zu lesen

Amberg

Vor einiger Zeit haben wir zur Aktion "Corona-Helden" aufgerufen: In diesem Text ist sie beschrieben

Amberg
Gabriele Eckl, Pflegedienstleiterin im Caritas-Haus St. Barbara Sulzbach-Rosenberg, behielt trotz eines heftigen Corona-Ausbruchs im November einen kühlen Kopf.
Angelika Hahn leitet die Dr-Loew-Einrichtung in Sulzbach-Rosenberg.
Herbert Pöll arbeitet in den Naabwerkstätten Schwandorf.
Info:

Die Aktion Corona-Helden

  • Oberpfalz-Medien hat aufgerufen, Corona-Helden vorzuschlagen
  • 25 dieser Helden dürfen nun mit jeweils neun Freunden ins Cineplex Amberg und am Dienstag, 3. August, den neuen Eberhofer-Film "Kaiserschmarrndrama" ansehen
  • Einen Teil der insgesamt 250 Kinokarten sponsert Oberpfalz-Medien
  • Oberpfalz-Medien ist am 3. August auch mit einem Stand im Kino an der Regensburger Straße vertreten. Am Glücksrad gibt es viele tolle Preise zu ergattern. Außerdem besteht die Möglichkeit, am Jubiläums-Gewinnspiel teilzunehmen, bei dem es in der Endauslosung sogar ein kultiges Fiat 500 E Cabrio zu gewinnen gibt.
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