11.12.2020 - 18:18 Uhr
AmbergOberpfalz

Corona-Impfung: Amberg ist vorbereitet

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Auch Amberg ist startbereit, sobald der Corona-Impfstoff da ist: Im Jugendzentrum Klärwerk an der Bruno-Hofer-Straße richten Stadt und BRK-Kreisverband gerade ein Impfzentrum ein.

Am Freitag stellten Vertreter der Stadt und des BRK-Kreisverbands, allen voran Oberbürgermeister Michael Cerny (Zweiter von links) und BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller (rechts), das Amberger Corona-Impfzentrum im Jugendzentrum Klärwerk vor.
von Heike Unger Kontakt Profil

Wann genau der Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar sein wird, wissen auch die Offiziellen im Amberger Impfzentrum noch nicht. Einen Stichtag, ab dem die Einrichtung einsatzbereit sein muss, gibt es trotzdem: Der Freistaat hat dafür Dienstag, 15. Dezember, vorgegeben. Das klappt, betonten Vertreter von Stadt und BRK, als sie das Impfzentrum am Freitagmittag der Presse vorstellten.

Fünf Impfzentren in der Region

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Das Impfzentrum im Klärwerk ist eines von zwei im Raum Amberg-Sulzbach: Im Landkreis-Cultur-Centrum (LCC) in Sulzbach-Rosenberg gibt es ein weiteres, das bereits am Dienstag der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Stadt und Landkreis arbeiten in Sachen Corona eng zusammen, deshalb soll in den beiden Zentren auch nicht nach Stadt- und Landkreisbewohnern unterschieden werden: Wenn es so weit ist, soll jeder Bürger dorthin gehen, wo er am besten hinkommen kann. So könnte der Kümmersbrucker beispielsweise ins nahe gelegene Amberger Jugendzentrum gehen, während für den Amberger, der am anderen Ende der Stadt wohnt, vielleicht das LCC die bequemere Anlaufstelle ist. "Viele Bürger denken eh nicht in Stadt- und Landkreisgrenzen", sagte OB Michael Cerny: "Sie gehen da hin, wo es für sie am einfachsten ist." Das ist in diesem Fall auch deshalb kein Problem, weil Betreiber beider Impfzentren der BRK-Kreisverband ist.

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"Nicht einfach kommen und sich anstellen"

Ganz wichtig ist, wie Oberbürgermeister Michael Cerny beim Rundgang im Jugendzentrum betonte: "Man kann hier nicht einfach ohne Termin herkommen und sich anstellen." Wenn der Impfstoff verfügbar ist, wird es eine vom Bund festgelegte Reihenfolge geben, welche Gruppen der Bevölkerung wann zur Impfung aufgerufen ist. Dabei sollen beispielsweise Senioren und medizinisches/Pflegepersonal als besonders Gefährdete an erster Stelle stehen.

Das Corona-Impfzentrum im LCC Sulzbach-Rosenberg

Sulzbach-Rosenberg

Grundsätzlich gilt: Zur Impfung kommen kann man nur, wenn man vorher einen Termin vereinbart hat. Dies soll vorzugsweise übers Internet, und dort, wo es nicht anders geht, auch per Telefon möglich sein, sobald das BRK meldet, dass die Impfzentren ihren Betrieb aufnehmen. Bei dieser Anmeldung wird dann auch gleich der Anschlusstermin vergeben: Bei der Corona-Impfung sind laut BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller nämlich zwei Impfungen erforderlich, die in einem bestimmten zeitlichen Abstand erfolgen müssen. Impfschutz bestehe dann sieben Tage nach dem zweiten Termin.

Mit Abstand und Maskenpflicht

Noch müssen im Jugendzentrum einige Vorbereitungen getroffen und letzte Einbauten vorgenommen werden. Aber man sieht jetzt schon, wie der Ablauf sein wird, von der Anmeldung über Patienteninfo und Arztgespräch bis zur Impfung und zur anschließenden kurzen Wartezeit, damit man im Fall von Komplikationen sofort eingreifen kann. All das geschieht auf einem vorgegebenen Weg durchs Haus im Einbahn-Verkehr, mit Abstand und Maskenpflicht. Sebastian Schaller ist es auch wichtig, klarzustellen: "Hier wird niemand geimpft, ohne vorher einen Arzt gesehen zu haben." Deshalb werden im Jugendzentrum auch immer zwei Mediziner anwesend sein. Möglich seien 300 Impfungen pro Tag, die BRK-Mitarbeiter arbeiten dabei in drei Vier-Stunden-Schichten. Das, meint OB Cerny anerkennend, sei für eine Stadt der Größe Ambergs "schon eine ganze Menge". Dabei könne es aber sein, dass alles zunächst etwas langsamer anläuft, was mit der Verfügbarkeit des Impfstoffs zu tun habe.

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Wenn Impfstoff kommt, pressiert's

Rechtsreferent Bernhard Mitko verweist in diesem Zusammenhang auf eine Besonderheit des Impfstoffs: Weil der extrem gekühlt werden muss, müssen die Chargen, die Amberg und der Landkreis für ihre beiden Impfzentren zugeteilt bekommen, jeweils möglichst zügig verbraucht werden – innerhalb von vier Tagen müssen alle Dosen einer Lieferung verimpft sein. Zusätzlich zu den beiden stationären Impfzentren in Amberg und Sulzbach-Rosenberg gibt es auch zwei mobile Teams, die die Seniorenheime oder Menschen besuchen, die ihr Haus nicht verlassen können. Wenn dann später auch noch die Hausärzte als Anlaufstellen hinzukämen, sei die Region gut aufgestellt, meint Schaller. "Jetzt geht es darum, dass sehr schnell und sehr viel geimpft wird", sobald der Impfstoff verfügbar ist: Deshalb wurden die Impfzentren eingerichtet, weil sie viele Menschen in kurzer Zeit versorgen können.

OB Cerny betonte, "wir haben uns gefreut", als vom Freistaat die Anweisung kam, solche Zentren einzurichten: "Das hat uns gezeigt, dass der Impfstoff kommt und dass Gas gegeben wird." Er hoffe, "dass die Zulassung jetzt auch bald kommt. Ich weiß, dass einige schon auf die Impfung warten. Aber auch, dass andere noch skeptisch sind." Für die Gesellschaft sei diese Impfung aber wichtig, um endlich einiges von dem, "auf das wir wegen Corona verzichten mussten", endlich wieder zurückzubekommen. "Seien wir doch ehrlich: Das Miteinander fehlt uns allen", sagte Cerny und sprach beispielsweise von kleinen Festen oder auch "Oma und Opa mal wieder zu umarmen". Er jedenfalls ist überzeugt, "dass wir durch die Impfung wieder ein Stück Normalität zurückbekommen".

Für Diebe ist hier nichts zu holen

Sebastian Schaller versicherte, dass das Amberger Impfzentrum zum Stichtag 15. Dezember einsatzbereit sein wird. Er schätzt, dass hier etwa 80 Vollzeitkräfte im Schichtbetrieb arbeiten. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass wohl der Impfstoff von Biontech/Pfizer der erste sein wird, der in Deutschland zugelassen und verfügbar sein wird. Die EU-Freigabe sei Ende Dezember zu erwarten. Bernhard Mitko verwies noch darauf, dass es für das Amberger Impfzentrum einen Sicherheitsdienst geben wird. Und keinen Kühlschrank für Impfstoff, wie er hinzufügte. OB Cerny formulierte es so, "für alle, die Böses im Sinn haben: Es gibt hier nichts zu holen."

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