24.02.2021 - 17:52 Uhr
AmbergOberpfalz

Corona-Inzidenz steigt in Amberg-Sulzbach: Droht jetzt ein Auf und Zu?

Planungssicherheit in der Coronakrise wäre schön, sagt Landkreis-Sprecherin Christine Hollederer – "aber die haben wir nicht". Die Folge könnte ein Auf und Zu wegen des schwankenden Inzidenzwerts sein. Aber wohl erst ab Montag.

In Amberg könnte bald ab 22 Uhr eine Ausgangssperre herrschen.
von Heike Unger Kontakt Profil

Beim Inzidenzwert (Zahl der Corona-Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner) nähern sich Amberg und auch der Landkreis Amberg-Sulzbach inzwischen wieder der 100. Ein Schwellenwert: Nach der neuesten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BayIfSMV) vom 22. Februar entscheidet er unter anderem darüber, ob es an bestimmten Schulen Präsenzunterricht geben darf. Darf also das eigene Kind wieder in die Schule gehen? Die Antwort auf diese Frage ist derzeit tatsächlich schwierig. Vor allem ist sie nicht planbar, sondern stellt sich eigentlich jeden Tag neu.

Wechselunterricht an Schulen: So läuft's in Amberg

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Die Entscheidung darüber treffen Stadt und Landratsamt, die, anders als bei den gemeinsamen Impf- und Testzentren, bei diesem Thema unabhängig voneinander agieren. Im Landratsamt verweist dessen Pressesprecherin Christine Hollederer darauf, dass sich die Kreisverwaltung an die BayIfSMV gebunden sieht. Bedeutet im Klartext: Wenn die 100 überschritten wird, habe das tags darauf die Folge, dass Präsenzunterricht an Schulen und Kita-Betrieb wieder wegfallen und die nächtliche Ausgangssperre gilt. Um den Eltern trotzdem ein bisschen Vorlauf und Planung zu ermöglichen, soll es diese Woche aber noch keine Schulschließungen geben, wie Hollederer mitteilt. Das Landratsamt will am Freitag informieren, wie es ab Montag weitergeht.

Technische Probleme

Als Grundlage für die Entscheidungen über Einschränkungen wegen Corona gilt laut Hollederer der Inzidenzwert, den das Robert-Koch-Institut (RKI) täglich neu veröffentlicht. Das machte es am Mittwoch gleich noch ein wenig komplizierter: Ein Übermittlungsfehler hat nämlich dafür gesorgt, dass beim RKI nicht alle Daten angekommen sind. Hollederer teilt dazu mit: "Aufgrund technischer Probleme konnten am Dienstagabend die Meldedaten nicht vollständig vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) an das RKI übermittelt werden."

Schulen dürfen zurückkehren zum Präsenzunterricht

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Deshalb meldeten beide Institutionen am Mittwoch auch unterschiedliche Zahlen. Beim RKI lag der Inzidenzwert für Amberg bei 73,4 für Amberg-Sulzbach bei 79,6 und die Gesamtzahl der Coronafälle in Amberg bei 914 und in Amberg-Sulzbach bei 2920. Hier fehlten allerdings die am Dienstagabend nicht übermittelten Zahlen. Die dürften auf der Internetseite des LGL einberechnet worden sein: Hier wurden am Mittwoch für Amberg eine Inzidenz von 90,03 bei 921 Fällen (+ 7 gegenüber dem Vortag) und für den Landkreis eine Inzidenz von 108,69 bei 2.950 Fällen (+ 30) bekanntgegeben. Hier hätte der Landkreis also die 100er-Inzidenz schon überschritten, was aber zunächst ohne Folge bleibt, weil das RKI die maßgebliche Institution ist.

Corona-Ampel noch grün

Aus diesem Grund blieb am Mittwoch auch die Corona-Ampel auf der Internetseite des Landkreises Amberg-Sulzbach (www.kreis-as.de) grün. Sie soll Bürgern seit kurzem möglichst einfach Orientierung geben, was gerade erlaubt ist. Grün zeigt an, dass in Schulen Wechsel- und Präsenzunterricht und in Kitas Betreuung möglich ist und dass keine Ausgangssperre gilt. Auch diese Ampel orientiert sich an den RKI-Werten. Hollederer rechnet damit, dass sie wegen der Corona-Mutanten weiter steigen, und hält deshalb eine Rückkehr zu den erst Anfang der Woche gelockerten Beschränkungen (Schule, Kita, Ausgangssperre) in der kommenden Woche für möglich.

Für die Stadt Amberg verweist deren Pressesprecherin Susanne Schwab auf die Vorgaben aus dem Bayerischen Gesundheitsministerium für Landkreise und kreisfreien Städte, "in denen der Inzidenzwert knapp unter oder knapp über dem Wert von 100 liegt" und zitiert: "Es obliegt der infektionsschutzfachlichen Einschätzung der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde, ob sich in der Gesamtschau eine positive oder negative Tendenz abzeichnet, so dass nachvollziehbar mit einem weiteren Rückgang oder mit einer Zunahme der Infektionszahlen gerechnet werden kann." Die Behörde könne damit, auch wenn die 100 überschritten wird, noch "einen weiteren Tag abwarten, sollte absehbar sein, dass der übernächste Tag in der Inzidenz wieder unter dem Wert von 100 liegen wird".

Stadt will Stabilität

Ob es Präsenz-, Wechsel- oder Distanzunterricht gibt, entscheide die Stadt für ihre Schulen. Grundlage sei dabei, wie das Gesundheitsamt die Lage einschätzt. Es kann laut Schwab "am besten sagen, ob mit einem Rückgang oder einer Zunahme der Infektionszahlen zu rechnen ist und ob man das Infektionsgeschehen auf bestimmte Bereiche eingrenzen kann oder von einem diffusen Geschehen ausgegangen werden muss". Schwab versichert aber auch, die Stadt Amberg werde "alles daran setzen, dass es nicht zu einem ständigen Wechsel kommt, sondern die Entscheidungen so getroffen werden, dass Stabilität erreicht werden kann". Ein wichtiges Anliegen sei es dabei auch, "dass die Lehrkräfte und Schüler rechtzeitig von einer möglichen Änderung informiert werden und ihnen damit die Zeit bleibt, sich auch darauf einzustellen".

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