22.02.2021 - 15:36 Uhr
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Corona und Schule: Zwischen Rückkehr ins Klassenzimmer und weiterem Fernunterricht

Seit Wochen haben sich die Schüler nur in Video-Konferenzen gesehen. Nun kehren die Kinder und Jugendlichen in die Klassenzimmer zurück. Allerdings nicht überall in der Oberpfalz. Und einigen droht die Rückkehr in den Distanzunterricht.

Die Lehrerin schreibt an der Tafel, das haben die Schüler seit Wochen nicht gesehen, weil sie im Distanzunterricht waren. Nun kehren die ersten ins Klassenzimmer zurück.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

In Teilen der Oberpfalz sind, so wie im Großteil von Bayern, am Montag Grundschüler und Schüler der Abschlussklassen der allgemeinbildenden Schulen, wie etwa Real-, Mittel- und Wirtschaftsschulen, sowie der Förderschulen nach wochenlangem Distanz-Unterricht in die Klassenzimmer zurückgekehrt. Seit Anfang Februar werden bayernweit bereits die Abiturklassen von Gymnasien, Fachoberschulen (FOS) und Berufsoberschulen (BOS) sowie bestimmte Abschlussklassen beruflicher Schulen wieder in den Schulen unterrichtet.

Über die schrittweise Öffnung der Schulen legt sich der Schatten steigender oder hoher Inzidenzahlen. In den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN sowie in der Stadt Weiden gibt es diese Woche weiterhin Distanzunterricht. Dort liegt der Wert für die vom Robert-Koch-Institut ermittelte 7-Tage-Inzidenz deutlich über 100. Deshalb konnten schon die Abschlussklassen nicht zurück in die Schule.

Wackelpartie in Schwandorf

Im Kreis Schwandorf sind zwar die ersten Schüler wieder in den Klassen unterrichtet worden, aber es könnte bald wieder heißen: Distanzunterricht. Pünktlich zum Schulstart überschritt der Wert für die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert-Koch-Institut im Kreis am Montag aber mit 111,6 den kritischen Wert von 100. Zumindest an diesem Dienstag bleiben Schulen und Kindertagesstätten offen, teilte das Landratsamt am Montag mit. Ob dies auch für den Rest der Woche gilt, wollen Landrat Thomas Ebeling (CSU), Katastrophenschutz, Gesundheitsamt und Schulamt an diesem Dienstag mit Blick auf die Entwicklung der Infektionslage entscheiden. Für Kinder und Eltern sowie Lehrer bleibt die Ungewissheit. Zumindest für die Abiturklassen, die seit 1. Februar wieder in der Schule sind, bleibe es aber beim Präsenzunterricht.

Deutlich schlechter trifft es die Schüler im rund 90 Kilometer entfernten Nürnberg. Dort müssen Kinder und Jugendliche nach nur einem Tag in der Schule von diesem Dienstag an wieder von zu Hause aus lernen. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Nürnberg am Montag bei 101,5. Der Landkreis Cham hatte schon am Sonntag die geplante Öffnung der Schulen und Kindertagesstätten wieder rückgängig gemacht.

Die Stadt Amberg liegt mit einer 7-Tage-Inzidenz von 87,7 noch unter dem Grenzwert von 100, so wie der Kreis Amberg-Sulzbach mit 93,2. Allerdings dürften auch im Kreis und in der Stadt Schüler, Eltern und Lehrer mit bangem Blick auf die Zahlen der nächsten Tage blicken, um zu sehen, ob es beim Unterricht in der Schule bleibt.

So wollen Schüler die Schule voranbringen

Amberg

Söder verweist auf Schutzkonzept

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verteidigte am Montag die Schulöffnungen. Die Schüler brauchten eine Perspektive. "Wir erleben ja die Kollateralschäden bei Schülern", sagte er und betonte: "Wir haben jetzt Wechsel-Unterricht, wir haben eine Inzidenz-Abhängigkeit, wir haben Maske, wir haben Testkonzepte, also viel mehr an Sicherheitsfragen, das geht fast nicht." In den nächsten zehn Tagen werde sich zeigen, wie sich die Öffnungen auf die Ausbreitung des Corona-Virus auswirkten. Allerdings geht damit auch Bayern schneller voran als dies Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der vergangenen Konferenz der Ministerpräsidenten vorgeschlagen hatte. Sie plädierte damals für den 1. März als Starttermin.

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sprach gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur von "gemischten Gefühlen". Allerdings überwiege die Freude, "dass wir wieder mehr Schüler an den Schulen haben". Nun komme es auf die Entwicklung der Infektionszahlen an. Die Entscheidungen zu den Schulen bei einem Überschreiten einer 7-Tage-Inzidenz von 100 liege bei den jeweiligen Kommunen. Klar sei aber, dass die Gesundheit von Schülern und Lehrern immer Vorrang haben müsse.

Dort wo es Präsenzunterricht gibt, dürfte kaum die ganze Klasse gemeinsam im Klassenzimmer sitzen: Der Mindestabstand von 1,50 Metern muss zwingend eingehalten werden. Was in vielen Räumen wegen des begrenzten Platzangebotes nicht möglich ist. Also werden Klassen geteilt und es gibt Unterricht im täglichen oder wöchentlichen Wechsel.

Schulen und Corona im Kreis Schwandorf

Schwandorf
Hintergrund:

Was ist bei hohen Ansteckungszahlen?

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Kreis über dem Wert 100, findet dort Distanzunterricht statt, heißt es beim Kultusministerium.

Eine Ausnahme gibt es laut Ministerium lediglich für die Abitur- bzw. Abschlussklassen, die bereits seit dem 1. Februar in der Schule zurück sind. Für sie kann demnach, sofern die örtlichen Behörden nichts anderes anordnen, weiter Wechsel- bzw. Präsenzunterricht mit Mindestabstand stattfinden.

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