06.07.2021 - 16:40 Uhr
AmbergOberpfalz

Nach Corona-Zwangspause: Amberger Kindertheaterfestival jetzt im Stadttheater

Das Programm an sich ist schon ziemlich einzigartig. Jetzt bekommt es auch einen besonderen Rahmen: Das Amberger Kindertheaterfestival zieht um ins Stadttheater. Von 12. bis 15. Juli gibt es hier zwölf Vorstellungen.

Nach einer Idee des Künstlers Otmar Alt ist die Trophäe "Kit" entstanden: Das Ensemble, das der Kinder-Jury des Amberger Kindertheaterfestivals am besten gefallen hat, bekommt diesen besonderen Preis.
von Heike Unger Kontakt Profil

Im vergangenen Jahr wurde das Kindertheaterfestival wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Nun aber ist Theater wieder erlaubt – und die Akteure, die schon 2020 in Amberg auftreten sollten, präsentieren eben jetzt ihr Programm. Das ist nicht nur zeitlich umgezogen, sondern auch an einen neuen Spielort, nämlich ins Stadttheater. Genau da gehöre es auch hin, fanden die Vertreter von Stadt und Kulturreferat bei der offiziellen Programm-Vorstellung am Dienstag im Theater-Foyer. Schließlich sei ein Aspekt des Kindertheaterfestivals, den Nachwuchs schon früh ans Theater heranzuführen, merkte Bürgermeister Martin Preuß an: "Ein gewisser Anreiz ist die Gewöhnung der Kinder ans Theater, der sich hoffentlich fortsetzt" – und im Optimalfall aus ihnen allen später einmal Abonnenten im Stadttheater mache, wie er mit einem Augenzwinkern hinzufügte. Für Kulturreferent Fabian Kern ist eine wichtige Frage der Nach-Corona-Zeit, "wie bringen wir Kultur und Bildung zu den Kindern?"

Preuß lobte das Kindertheaterfestival, das Amberg längst ein Alleinstellungsmerkmale beschere, als "absolut hochqualifiziert: Man muss schon lange suchen, bis man so etwas findet". Das sei nicht zuletzt den Amberger Stadtwerken zu verdanken, die die Reihe über ihre Kultur- und Sportstiftung von Beginn an finanziell unterstützen. Geschäftsführer Stephan Prechtl hatte dazu auch eine Zahl parat: Mit insgesamt 80.000 Euro habe man das Festival bislang gesponsert und werde das auch in Zukunft tun. "Meine Kinder haben es auch sehr genossen", gab Prechtl Einblick in seine ganz persönliche Verbindung zum Kindertheaterfestival – allerdings seien diese inzwischen so groß, dass sie anderen Zuschauern heute die Sicht nehmen würden.

Zwölf Vorstellungen

Corona beschert dem Kindertheaterfestival diesmal ein paar Neuerungen, auf die Vertreter des Kulturamtes hinwiesen. So tritt diesmal zum Auftakt nicht der Gewinner des vergangenen Kindertheaterfestivals auf, wie es bislang üblich war: Diese Vorstellungen hat laut Kulturamtsleiter Reiner Volkert schon im November stattgefunden. Also beginnt die Reihe diesmal gleich mit dem neuen Programm: Vier Ensembles aus ganz Deutschland treten vom 12. bis 15. Juli im Stadttheater auf – mit jeweils zwei Vorstellungen vormittags speziell für Grundschulen und Kindergärten sowie einer weiteren Aufführung für alle Interessierten nachmittags.

Eine Kinder-Jury bewertet wieder die einzelnen Beiträge und ermittelt damit am Ende den Gewinner der eigens dafür kreierten gläsernen Trophäe "Kit" nach einer Vorlage des Künstlers Otmar Alt. Auch hier sorgt die Pandemie für Veränderung: Statt einer bunt gemischten Gruppe von Jury-Kindern gibt es jetzt acht, die jeweils alle aus einer Kindergartengruppe oder Schulklasse kommen, erläuterte Jonathan Danigel, der im Kulturamt für das junge Stadttheater verantwortlich ist. Der Kit-Gewinner kommt dann im nächsten Jahr noch einmal mit dem Gewinner-Stück nach Amberg und eröffnet damit das nächste Kindertheaterfestival.

Im Stadttheater auch mehr Platz

Obwohl wegen der Pandemie besonders auf genügend Abstand im Publikum geachtet wird, finden im Stadttheater mehr Kinder Platz als zuvor im Jugendzentrum Klärwerk. Für die Zuschauer gilt Maskenpflicht, wie sie sie auch schon aus der Schule kennen: Kinder bis sechs Jahre sind davon befreit, Sechs- bis Sechzehnjährige müssen medizinische, ältere Kinder FFP2-Masken tragen. Die Eintrittspreise sind mit fünf Euro sogar ein wenig gesunken.

Kit-Sieger 2019: Das Theaterensembles Coq au vin mit „Der furiose Küchenzirkus“

Amberg
Auf das Amberger Kindertheaterfestival freuen sich (von links, im Uhrzeigersinn) Stadtwerke-Geschäftsführer Stephan Prechtl, Jonathan Danigel vom Kulturamt, Bürgermeister Martin Preuß, Kulturreferent Fabian Kern und Kulturamtsleiter Reiner Volkert (Mitte), der den "Kit" in den Händen hält.
Im Blickpunkt:

Amberger Kindertheaterfestival

Nach einer Corona-Zwangspause im vergangenen Jahr geht jetzt das 16. Amberger Kindertheaterfestival von Montag bis Donnerstag, 12. bis 15. Juli, im Stadttheater Amberg über die Bühne. Jeden Tag gibt es drei Vorstellungen eines Stücks, jeweils eine um 8.30 und um 10.30 Uhr, die speziell für Kindergärten und Schulklassen reserviert sind. Nachmittags folgt dann um 16 Uhr noch eine dritte Aufführung, die allen Interessierten offen steht. Karten gibt es nur im Vorverkauf in der Tourist-Information (Hallplatz 2, Amberg, Telefon 09621/101233, E-Mail tourismus[at]amberg[dot]de) für fünf Euro für Kinder und sechs Euro für Erwachsene.

  • "Das vierte Ei", Figurentheater mit viel Papier mit dem Figurentheater Vagabündel (Freiburg), am Montag, 12. Juli; Dauer: 40 Minuten, ab vier Jahre.
  • "Weissnich", Schauspiel des Theaters La Senty Menti (Frankfurt), am Dienstag, 13. Juli; Dauer: 45 Minuten, ab fünf Jahre.
  • "Das Krokodil aus dem Koffer", Schauspiel mit Musik mit dem Kindertheater im Fraunhofer (München), am Mittwoch, 14. Juli; Dauer: 55 Minuten, ab drei Jahre.
  • "Die Abenteuer der Musikpiraten", Puppentheater mit viel Musik mit dem Figurentheater Die roten Finger (Hannover), am Donnerstag, 15. Juli; Dauer: 45 Minuten, ab vier Jahre.

 

 

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