01.09.2021 - 15:51 Uhr
AmbergOberpfalz

Dienst-Tag als Protest für bessere Bedingungen in der Pflege

Ein stiller Protest und kurzzeitiges Klatschen: Beim Dienst-Tag am Amberger Marktplatz haben Pflegekräfte unterschiedlicher Einrichtungen erneut auf ihre Probleme aufmerksam gemacht.

Eine Menschenkette um die Ecke: Pflegekräfte beim "Dienst-Tag" als stiller Protest.
von Dagmar WilliamsonProfil

Bessere Bedingungen für Pflegekräfte: Das wünschen sich all jene, die am Dienst-Tag teilnehmen. Bis zur Bundestagswahl wollen Pflegekräfte dienstags ab 17 Uhr am Marktplatz in Amberg für ihr Anliegen demonstrieren. Tatjana Richter, Vorsitzende der Schwesternschaft Wallmenich-Haus am BRK, hatte vor zwei Wochen deshalb auch das Gespräch mit der Politik gesucht. Jetzt kam CSU-Landtagsabgeordneter Harald Schwartz zur „Dienst-Tag für Menschen"-Demonstration. Im Gespräch mit Regina Schottenheim, die Schwesternschafts-Vorsitzende Richter vertrat, stellte sich schnell heraus, dass viele unterschiedliche Faktoren aus mehreren Sparten von Gesellschaft und Politik eine Rolle spielen, um bessere Bedingungen für den Pflegeberuf zu schaffen.

"Das ist die Frage: Was ist uns die Pflege wert?“, so Harald Schwartz. Um alle Berufe im sozialen Bereich als attraktiv anzupreisen und dadurch dem Personalmangel entgegenzuwirken, sei eine gesellschaftliche Bereitschaft unabdingbar. Mit einer verlockenden Bratwurst sei es hier jedoch nicht getan. Es seien vor allem Überstunden und Schichten, die "nach vielen Jahren am Geist und Körper der Pflegekräfte nagen", wie Regina Schottenheim bestätigte. Sie beklagte außerdem "unnötige Dokumentationen, die teils über eine Stunde Arbeitszeit kosten". Dies gelte zwar als Absicherung der täglichen Routine, nehme aber Zeit weg von der bewussten Beschäftigung mit den Bewohnern. „Dienst-Tag für Menschen“ sei deshalb keine Forderung ausschließlich an die Politik, sondern auch ein Appell an die Gesellschaft.

Rückblick auf den ersten Protest-Tag

Amberg
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